nos 100 2 250In 2022 wird einer der populärsten Stummfilme 100 Jahre alt: "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens".

Friedrich Wilhelm Murnaus Horrorfilm hatte am 04. März 1922 im Marmorsaal des Zoologischen Gartens Berlin seine Uraufführung. Der Vampirfilm zählt zu den großen Klassikern des Weimarer Kinos und gehört heute zu den meistgezeigten Stummfilmen. Die Darstellung von Max Schreck als grotesk-dämonischer Vampir ist eine Ikone des Horrorfilms und vielzitiert in der Populärkultur.

Eine Würdigung des Films von unserem Autor Arndt Pawelczik ist im Rahmen der Initiative "100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik" erschienen. mehr
Bild: Stummfilm Magazin

arte logo 250Aus Anlass des hundersten Jubiläums der Uraufführung von "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" widmet ARTE TV dem Film im März 2022 einen Programmschwerpunkt mit Dokumentar- und Vampir-Filmen.

Den Auftakt macht Julie Delpys Drama „Die Gräfin“. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts verliebt sich die mächtigste Frau Ungarns in den Jüngling Istvan Thurzo. Ihr schrecklicher Plan: mit dem Blut unschuldiger Jungfrauen zu ewiger Jugend zu gelangen. Eine spannende Mischung aus Historienfilm, Liebesdrama und Thriller. Blutrünstig geht es auch in Jim Jarmuschs außergewöhnlichem Vampirfilm „Only Lovers Left Alive“ weiter. In dem romantischen Filmdrama überzeugen Tom Hiddleston und Tilda Swinton als altersloses Vampir-Paar Adam und Eve. Und auch Kathryn Bigelows Film „Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis“ handelt von blutrünstiger Liebe. In Oklahoma küsst Farmersohn Caleb die engelsgleiche Mae. Ein Kuss, gepaart mit einem verhängnisvollen Biss … einer der bedeutendsten Genrefilme der 1980er Jahre.

Den Abschluss macht F. W. Murnaus "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" – der erste Vampir- und Pandemiefilm überhaupt. Auf der Suche nach frischem Blut verbreitet der einsame Vampir Graf Orlok Pest und Tod in der deutschen Hafenstadt Wisborg. Der weltberühmter Stummfilm basiert auf dem 1897 erschienenen "Dracula"-Roman von Bram Stoker. Auf ARTE wird er in restaurierter Fassung und mit der neuen Musik von Olav Lervik, eingespielt vom Ensemble der/gelbe/klang, gezeigt. Von der aufregenden Produktions- und Rezeptionsgeschichte des Films, darunter dem Rechtsstreit mit der Stoker-Witwe, der zur Zerstörung aller Verleihkopien führte, erzählt die packende Dokumentation "Nosferatu – Ein Film wie ein Vampir". mehr
Textquelle und Bild: ARTE

nos 100 3 250Am Donnerstag, den 09. März 2022, wird um 23.25 Uhr auf ARTE "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" (D 1922) mit einer Musikkomposition von Olaf Lervik gezeigt. Von 08. März bis 07. April 2022 ist der Film auch in der ARTE-Mediathek abrufbar.

Graf Orlok (Max Schreck), der als Vampir einsam auf seinem Schloss in Transsilvanien haust, sucht ein neues Domizil und hat sich mit einem Makler in der deutschen Hafenstadt Wisborg in Verbindung gesetzt. Dieser schickt seinen jungen Angestellten Thomas Hutter (Gustav von Wangenheim) nach Transsilvanien, um dem Grafen den Kaufvertrag zu überbringen. Schon in der ersten Nacht fällt Orlok über den jungen Hutter her; gestärkt mit frischem Blut macht er sich mit Särgen voller Muttererde auf den Weg nach Wisborg und schifft sich auf einem Segelboot in Varna ein. Hutter gelingt die Flucht aus Orloks Schloss. Hutters Frau Ellen (Greta Schröder) hat böse Ahnungen und erwartet ihren Mann sehnsüchtig zu Hause.

Kurz darauf taucht ein vermeintlich führerloses Schiff im Hafen von Wisborg auf. Orlok bringt seine todbringende Fracht mit – pestinfizierte Ratten. Sie verbreiten die Seuche in der Stadt. In der Zwischenzeit ist Hutter eingetroffen und versucht seine Frau Ellen zu beruhigen, die Orlok im Salzspeicher entdeckt hat, genau gegenüber ihrem Wohnhaus. Sie ist bereit, sich dem blutsaugenden Orlok hinzugeben, um dem Unheil ein Ende zu bereiten. Und in der Tat: Orlok vergisst die Zeit, als er nachts über Ellen herfällt, beim ersten Sonnenstrahl löst er sich in Rauch auf – und die Stadt ist von der Pest befreit.

Einige historische Kopien haben sich im Ausland, unter anderem in der Cinémathèque française, erhalten. Diese Kopie ist Grundlage der Restaurierung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. "Nosferatu" wurde 2005/2006 von Luciano Berriatúa im Auftrag der Murnau Stiftung fotochemisch restauriert. Diese Fassung wurde 2013 von der Stiftung digitalisiert und im Zuge der Digitalisierung teilweise überarbeitet. Die neue Filmmusik stammt von Olaf Lervik und wurde vom Ensemble der/gelbe/klang neu eingespielt.

F. W. Murnau, geboren Friedrich Wilhelm Plumpe, gilt heute als einer der einflussreichsten deutschen Regisseure aller Zeiten und als Pionier innovativer Montagetechniken. Neben "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" zählen "Der letzte Mann" (1924) und "Faust - Eine deutsche Volkssage" (1926) zu seinen bekanntesten Werken. Nach seinen großen Erfolgen in Deutschland arbeitete Murnau ab 1926 in Hollywood, wo er "Sonnenaufgang" (1927) "Vier Teufel" (1928, verschollen) und "City Girl" (1930) drehte. 1931 starb Murnau bei einem Autounfall. Von seinen gut 20 Filmen gelten acht als verschollen und zwei als fragmentarisch erhalten. mehr
Textquelle: ARTE; Bild: Stummfilm Magazin

nosferatu blu ray 250Der Horrorklassiker liegt auf Blu-ray und DVD in einer Restaurierung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung vor.

Zu hören ist die Originalmusik von Hans Erdmann in einer Rekonstruktion von Berndt Heller. Die Einspielung besorgte das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken unter Leitung von Berndt Heller.

Der Blu-ray/DVD ist ein 20-seitiges Booklet mit Beiträgen von Katharina David, Jesko Jockenhövel, Ann-Fleur Praetorius und Bernd Schöneberg beigefügt und enthält zudem die Filmdokumentation "Die Sprache der Schatten: Friedrich Wilhelm Murnau und seine Filme – die frühen Jahre und Nosferatu" und eine Abtasung einer Super-8-Ausschnittfassung (1987) der "DEFA Heimfilm" mit einer Musik von Lucia Martinez aus dem Jahr 2014.

Der Film wurde von Luciano Berriatúa in den Jahren 2005 und 2006 im Auftrag der Murnau-Stiftung analog, also durch klassiche Filmkopierung und mechanische Arbeiten am Filmmaterial, restauriert. Die Kopierarbeiten führte L'Immagine Ritrovata Bologna durch. Diese Fassung wurde 2013 von der Murnau-Stiftung digitalisiert und im Zuge dieses Prozesses teilweise überarbeitet.

Die DVD-Version ist zudem in einer F. W. Murnau-Box, die auch "Faust – Eine deutsche Volkssage" (D 1925) und "Schloß Vogelöd" (D 1921) beinhaltet, und in einer 10-Disc-Stummfilmedition der Süddeutschen Zeitung enthalten.

Neben der Version der Murnau-Stiftung gibt es von "Nosferatu" auf dem DVD-Markt eine Vielzahl weiterer Veröffentlichungen mit anderen Fassungen und von anderen Labels, die mitunter weder restauriert sind noch den Umfang der Stiftungs-Fassung erreichen. Auch die Musikbegleitungen sind von unterschiedlicher künstlerischer und technischer Qualität. mehr
Bild: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

nos 100 2 250Stilvoll gruseln: F. W. Murnaus Kultklassiker auf großer Leinwand projiziert sehen und mit Livemusik genießen! Hier einige Termintipps:

Am Sonntag, den 30. Januar 2022, begleitet das Jazz-Ensemble Küspert & Kollegen "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" anlässlich des 48. Internationalen Filmwochenende Würzburg. mehr

• Im Rahmen seiner Reihe "Mittwochskino" ist im Berliner Musikinstrumenten-Museum am 16. Februar 2022 "Nosferatu" zu sehen, live begleitet an der Mighty Wurlitzer Theaterorgel. mehr

• Am Samstag, den 05. März 2022, vertont der Stummfilmmusiker Stephan Graf von Bothmer "Nosferatu" in Havelberg. mehr

• Am Donnerstag, den 17. März 2022, spielt das hr-Sinfonieorchester zu "Nosferatu" im hr-Sendesaal in Frankfurt am Main. Es dirigiert Frank Strobel. Aufgeführt wird die Originalmusik von Hans Erdmann. mehr

• Diese Terminliste wird laufend ergänzt ... wir freuen uns über Veranstaltungshinweise!
Bild: Stummfilm Magazin

arte logo 250Am Mittwoch, den 09. März 2022, wird um 22.05 Uhr auf ARTE als Erstausstrahlung die Dokumentation: "Nosferatu – Ein Film wie ein Vampir" gezeigt. Von 08. März bis 07. April 2022 ist sie auch in der ARTE-Mediathek abrufbar.

"Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" (D 1922) ist der Ur-Horrorfilm schlechthin und hat als nicht zertifizierte Dracula-Adaption viele Horror-Topoi gesetzt, die bis heute immer wieder in der Popkultur auftauchen und zitiert werden. Wodurch konnte "Nosferatu" zu einem Meisterwerk der Filmgeschichte werden und wie konnten seine Bilder ein derart langlebiges Eigenleben entwickeln? Welche Remakes hat der Film provoziert, und wie sehen heutige Kreative diesen Film?

Der 75-minütige Dokumentarfilm "Nosferatu – Ein Film wie ein Vampir" begibt sich mit der Figur von Nosferatu als leibhaftigem Schatten auf eine abenteuerliche Reise durch die 100-jährige Wirkungsgeschichte des legendären Films, der als visionärer Pandemiefilm heute aktueller denn je ist. Nosferatu vereinigt in sich Grusel, Trash und Horror und hat viele Kunstschaffende, die hier zu Wort kommen, "infiziert": von Werner Herzog über die deutschen Gothic-Bands Nachtblut und Blutengel bis hin zu Mark Benecke, Vorsitzender der deutschen Dracula-Gesellschaft, und Peri Baumeister, Protagonistin der erfolgreichsten deutschen Netflix-Produktion "Blood Red Sky". Auch die französische Feministinnenszene ist mit der exzentrischen Performerin Ovidie vertreten. Der Dokumentarfilm stellt die Originaldrehorte des Films vor, besucht die wichtigsten archivarischen Sammlungen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, lässt neben der traditionellen Filmforschung auch aktuell-feministische Stimmen der Kulturwissenschaft zu Wort kommen und lädt ein zu einer imaginären Geisterbahnfahrt durch 100 Jahre Film- und Musikgeschichte. Der neu produzierte Dokumentarfilm ist Teil eines ARTE-Schwerpunkts im März 2022 zum Thema Vampire. mehr
Textquelle und Bild: ARTE

nos 100 2 250F. W. Murnaus Horrorklassiker übt nach wie vor eine große Faszination auf Zuschauer*innen und Künstler*innen aus. Hier einige Fundstücke zum Film, zu dessen Rezeption, Entstehung und zum Jubiläum:

• Wismar, einer der Drehorte von "Nosferatu", feiert in 2022 das hundertjährige Jubiläum des Filmklassikers mit einer Veranstaltungsreihe, darunter Filmvorführungen mit Livemusik, Stadtführungen (u.a. Fledermausführungen mit dem Titel "Den kleinen Vampiren auf der Spur") und Theatervorstellungen. mehr

• In Lübeck wurden einige Außenaufnahmen für "Nosferatu" aufgenommen. Die Stadt hat deshalb eine "Nosferatour" zusammengestellt. mehr

• Die Internetseite "Filmtourismus.de – Die Welt der Drehorte" hat Fotos von "Nosferatu"-Drehorten in ihrem heutigen Zustand mit Aufnahmen aus dem Film kombiniert. mehr

• Die Innenaufnahmen von "Nosferatu" wurden in den Jofa-Ateliers im Berliner Ortsteil Johannisthal gedreht. Hans-Michael Bock von CineGraph hat die Geschichte des Filmstudios nachgezeichnet. mehr

• "Nosferatu – Phantom der Nacht" aus dem Jahr 1979 ist ein Remake des Murnau-Films von Werner Herzog. In der Titelrolle ist Klaus Kinsi zu sehen, an seiner Seite spielen Isabelle Adjani und Bruno Ganz. Der Film wurde von Kritik und Publikum stark unterschiedlich aufgenommen, von Ablehnung bis Lob. Kritik gab es an der Inszenierung, die im Vergleich zum Orginial keine größere Eigenständigkeit aufweisen würde, bis hin zu Vorwürfen der Tierquälerei bei den Aufnahmen mit lebenden Ratten. Anerkennung gab es etwa für die Kameraarbeit und die schauspielerische Leistung von Klaus Kinski. mehr

• Der US-amerikanische Regisseur Robert Eggers, unter anderem bekannt durch die Horrorfilme "The Witch" (USA/Kanada 2015) und "Der Leuchtturm" (USA 2019), plant ein Remake von "Nosferatu". Mit dabei sein soll die Schauspielerin Anya Taylor-Joy.

• Der Spielfilm "Shadow of the Vampire" (USA, Großbritannien, Luxemburg 2000) von Regisseur E. Elias Merhige spielt mit der Idee, der Darsteller des Nosferatu bzw. Graf Orlok wäre wirklich ein Vampir gewesen. Verortet ist die Filmhandlung im Jahr 1921 während der Dreharbeiten zu "Nosferatu". Als Friedrich Wilhelm Murnau ist John Malkovich zu sehen. Max Schreck wird von Willem Dafoe und Albin Grau von Udo Kier verkörpert. mehr

• Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat eine Liste mit bedeutenden Werken der Filmgeschichte veröffentlicht. Unter den 35 Filmen befindet sich auch "Nosferatu". mehr

• In einem 12-minütigen Videobeitrag auf vierundzwanzig.de, einem Onlineprojekt der Deutschen Filmakademie, spricht der Filmhistoriker Michael Farin über Murnaus Kinoklassiker. mehr

• Die zur Familie der Kräuseljagdspinnen gehörende Zoropsis spinimana wird auch als Nosferatu-Spinne bezeichnet. mehr

Am 10. März 2022 ist im Theater Dortmund das von "Nosferatu" inspirierte Theaterstück "Die Tonight, Live Forever oder Das Prinzip Nosferatu" der Autorin Sivan Ben Yishai zu sehen. mehr

• Dieser Artikel wird sukzessive um weitere Fundstücke ergänzt ... schauen Sie gerne bald wieder vorbei!
Bild: Stummfilm Magazin

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Rubrikenübersicht

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Nosferatu 100
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Jubiläumsfilme 1921 
Juniläumsfilme 1920 
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