Der Kinematograph eroberte nach seiner ersten Präsentation 1896 ganz Wien. Die Leopoldstadt mit dem Prater wies neben der Inneren Stadt die meisten Spielstätten auf. Neubau entwickelte sich durch Kinos, Film- und Verleihfirmen zum Zentrum der Branche. Auch die Landstraße war kinoreich. Unter den äußeren Bezirken verfügten Ottakring, Meidling, Rudolfsheim-Fünfhaus und Favoriten – mehrheitlich "Arbeiterbezirke" – über besonders viele Kinos.

Die Kinos prägten mit ihren leuchtenden Fassaden das Weichbild der Stadt und reflektierten die Träume der Menschen – bis in den 1950er-Jahren das Fernsehen Einzug in die Wohnzimmer hielt. Nach Höchstzahlen von über 200 hatte Wien 1980 nur noch knapp 70 Kinos. Heute zählt es gut 30.

Von der Schaubude und dem Ladenkino zum eleganten Lichtspieltheater, vom Programmkino zum Megaplex zeugt das Kino ebenso von sozialem und technischem Wandel wie von städtischer Kulturpolitik. Als kultureller und sozialer Ballungsraum verhandelt es maßgebliche Entwicklungen des 20. Jahrhunderts und im Hintergrund ringen Sensation, Bildung, Kapital, Kunst und Politik um die Gunst des Publikums.

Die Ausstellung lädt die BesucherInnen auf zwei Ebenen dazu ein, durch die vergangene und die heutige Wiener Kinolandschaft zu flanieren und in wesentliche Etappen der Kinogeschichte einzutauchen. Zu sehen sind eine Vielzahl an Grafik-, Foto- und Filmdokumenten sowie Relikte aus Wiener Kinos. Eine zentrale Sammlung bilden Berichte des Publikums. Auch die Besucher*innen der Ausstellung haben die Möglichkeit, Erinnerungen an ihre Kinoerlebnisse zu hinterlassen.

Die Ausstellung "Kino Welt Wien", kuratiert von Martina Zerovnik Gund gestaltete vom buero41a, thematisiert auch die Funktion der Kinos als öffentliche Orte, als kulturelle Nahversorger in allen Bezirken der Stadt. Als Referenz an diese einst flächendeckende urbane Infrastruktur ruft das Filmarchiv Austria die lokale Kinogeschichte Wiens in den Bezirksmuseen und in ausgewählten Kinobetrieben wieder in Erinnerung. Dort werden die wichtigsten historischen und aktuellen Kinoorte der jeweiligen Bezirke in Form von Sammelkarten zum Mitnehmen präsentiert.

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter, ca. 300 Seiten starker Katalog erschienen. Die Schau ist eine Kooperation mit den Wiener Bezirksmuseen und Partnerkinos. mehr

Textquelle: Filmarchiv Austria; Fotos: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

 

100 Jahre "Caligari"

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Eine Würdigung des Schauspielers Hans Heinrich von Twardowski anlässlich der Premiere von „Das Cabinet des Dr. Caligari“ vor hundert Jahren. Artkel lesen

Virtuelle Ausstellung

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Die Online-Ausstellung "Das Kino des Ersten Weltkriegs: Einsichten in eine transnationale Mediengeschichte" zeigt mit historischem Film- und Fotomaterial, wie Filmausschnitte, Fotografien und Plakate, ein umfassendes Bild der Filmgeschichte des Ersten Weltkriegs zeichneten. mehr