brigitte helm bonner stummfilmtage 2020Das Programm der 36. Internationalen Stummfilmtage, die vom 06. bis 16. August 2020 im Arkadenhof der Universität Bonn stattfinden, beinhaltet wie gewohnt herausragende Stummfilme mit live-musikalischer Begleitung.

Vom 07. bis 18. August 2020 ist das Programm des größten deutschen Stummfilmfestivals erstmals auch online im Internet zu erleben – ebenfalls mit den Kompositionen der Stummfilmmusiker*innen: Elizabeth-Jane Baldry, Günter Buchwald, Stephen Horne, Mark Pogolski, Richard Siedhoff, Mykyta Sierov und Sabrina Zimmermann kommen nach Bonn, auch Neil Brand ist wieder dabei sowie erstmals der Kontrabassist Wolfgang Fernow. Für den Stream im Internet werden die Musikbegleitungen von den Künstler*innen vorher eingespielt und aufgenommen bzw. live bei der Vorführung mitgeschnitten.

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Zum Auftakt der Filmtage ist am 06. August 2020 die vom Filmarchiv Austria jüngst restaurierte Komödie "Ost und West" mit Molly Picon, Star des jiddischen Theaters der 1920er-Jahre, in der Hauptrolle zu erleben. Sie verkörpert die Tochter eines reichen assimilierten Amerikaners, die beim Familienfest in einem osteuropäischen Schtetl mit ihrem forschen Auftreten Befremden auslöst und sich versehentlich verheiraten lässt. Live-musikalisch begleitet wird der Film von Richard Siedhoff am Flügel und Mykyta Sierov auf der Oboe.

Zu den Höhepunkten des Programms gehört Marcel L’Herbiers Großproduktion "Geld! Geld! Geld!" nach dem Roman von Émile Zola über Finanzmärkte und Spekulanten, Intrigen und Korruption. Stummfilmikone Brigitte Helm spielt in dem Film, den Günter Buchwald (Flügel) und Wolfgang Fernow (Kontrabass) begleiten, eine verführerische Baronin zwischen zwei Männern – sie ziert im Übrigen auch das Plakat der Stummfilmtage 2020.

Mit "Mälapiraten" von Gustaf Molander ist das sommerliche Abenteuer dreier Jungen in Schweden zu erleben, mit "Mädchen am Kreuz" ein eindrücklicher Film der Regiepionierin Luise Kolm-Fleck über sexuelle Gewalt gegen Frauen, mit "Sturm über Asien" ein Revolutions-Meisterwerk von Pudowkin, mit "Das Ohantom des Moulin-Rouge" eine surreal anmutende Geisterkomödie von René Clair. Auch Buster Keaton und Stan & Ollie fehlen selbstverständlich nicht, und mit den Filmen "Die verfluchte Mühle" und "Verflucht sei der Krieg" des belgischen Regisseurs Alfred Ma chin zeigt das Festival zum Schluss noch zwei ganz außergewöhnlich kolorierte Produktionen, von der Cinémathèque Royale frisch restauriert. Zu ihnen spielen Sabrina Zimmermann auf der Violine und Mark Pogolski am Flügel. Das gesamte Programm der 36. Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino ist auf www.internationale-stummfilmtage.de zu finden.

Der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. realisiert die Stummfilmtage unter Berücksichtigung der coronabedingten Hygiene- und Sicherheitsgebote. Außerdem iwurde eine Hybridlösung erarbeitet, mit der das Programm auch online präsentiert werden kann: Am Morgen nach der jeweiligen Live-Aufführung werden die Filme ab 9.30 Uhr auf www.internationale-stummfilmtage.de bereitgestellt und dort – je nach individueller Vereinbarung mit den Rechteinhabern – 24 oder 48 Stunden lang verfügbar bleiben. Die Filme werden von einer Reihe Festivaltalks mit den Musiker*innen und Archivgästen flankiert, die ebenfalls online verfolgt werden können.

Im Arkadenhof, wo 500 Personen Platz finden, ist der Filmstart allabendlich um 21.30 Uhr, der Einlass beginnt um 20:00 Uhr. Die Platzvergabe erfolgt wie gewohnt nach dem Prinzip: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“; allerdings werden den Zuschauer*innen zur besseren Rückverfolgung Plätze in farblich unterschiedlich markierten Blöcken zugewiesen. Es besteht Maskenpflicht – außer am Sitzplatz. Um den Einlass zu erleichtern werden die Gäste gebeten, bereits ausgefüllte Bögen mit ihren persönlichen Daten zur Rückverfolgung mitzubringen. Eine Vorlage ist kurz vor Festivalstart auf www.internationale-stummfilmtage.de zu finden.

Die Internationalen Stummfilmtage sind, unter anderem durch die notwendige Reduktion der Plätze, mehr denn je auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Daher werden nicht nur die Besucher*innen, die live am Festival teilnehmen, um Spenden gebeten, auch wer das Festival online verfolgt, ist herzlich eingeladen zu spenden.

Die 36. Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino werden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum München, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Bonner Kinemathek und unterstützt von der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien (BKM). mehr
Textquelle und Foto: Internationale Stummfilmtage – Bonner Sommerkino/Förderverein Filmkultur Bonn e.V. Das Foto zeigt Brigitte Helm in Marcel L’Herbiers "Geld! Geld! Geld!".

Virtuelle Ausstellung

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