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arte logo 250Bis Ende 2021 hat ARTE TV wieder einige Stummfilmraritäten im Programm, die mit neuen Musikeinspielungen und in frischen Restaurierungen gezeigt werden.

So ist am 27. September 2021 "Carmen" (D 1918) von Meisterregisseur Ernst Lubitsch mit einer vom Ensemble Kontraste eingespielten Neukomposition von Tobias Schwencke zu sehen. Der von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und mit Unterstützung von Bertelsmann aufwändig restaurierte Ausstattungsfilm war ein Highlight der Ufa-Filmnächte im August 2021. mehr

Am 25. Oktober 2021 steht dann "Hoffmanns Erzählungen" (A 1923, Regie: Max Neufeld) mit einer neuen Musik von Johannes Kalitzke an; hier spielt das Konzerthausorchester Berlin zu einer Restaurierung des Filmarchiv Austria. Der Sensationsfilm "Mr. Radio" (D 1924) von Nunzio Malasomma wird dann am 22. November 21021 mit einer Aufnahme des MDR-Sinfonieorchester gezeigt. Der Klangkörper spielt eine Komposition von Bernd Thewes.

Und in der Vorweihnachtszeit, am 13. Dezember 2021, wird Erich von Stroheims "Blind Husbands" (USA 1919) ausgestrahlt. Das ensemble recherche hat dafür eine neue Musik von Andreas E. Frank eingespielt. Die Live-Uraufführung der Musik ist am Sonntag, den 03. Oktober 2021, um 19:30 Uhr im Großen Saal des Konzerthaus Wien.

Nach der Ausstrahlung stehen die Produktionen für kurze Zeit auch online in der ARTE-Mediathek zur Verfügung. Zudem bietet der Sender dort ein wechselndes Online-Stummfilmprogramm. ARTE ist der einzige Sender in Europa, der dem Stummfilm einen festen Sendeplatz bietet und hier auch viel Raum für (musikalische) Experimente lässt. mehr
Bild: Arte TV

filmstreifen 01 250Unter dem Slogan "Grosse Erwartungen" findet in Bielefeld vom 22. Oktober bis 07. November 2021 das 31. Film+MusikFest der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft statt.

"Sie haben Große Erwartungen? Das Film+MusikFest erfüllt sie! Versprochen!", kündigen die Organisator*innen ihr Stummfilmfestival mit Augenzwinkern an. Spielorte werden die Rudolf-Oetker-Halle sowie das Lichtwerk Kino im Ravensberger Park sein.

Auf dem Programm stehen sieben Stummfilmereignisse: "Menschen am Montag" (D 1930), "Madame Dubarry" (D 1919), "Die Stadt ohne Juden" (AT 1924), "The Goose Woman" (USA 1925), "Showpeole" (USA 1928), "Shy Girl" (USA 1924) und ein Kurzfilmprogramm für Kinder, Eltern und Großeltern. Alle Filme werden mit live Musikbegleitung prominenter Stummfilmusiker*innen gezeigt. mehr

beethoven 1 250aIm Rahmen der Jubiläums-Veranstaltungen von BTHVN2020 zeigt der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. im September 2021 unter dem Titel "Beethoven und seine Zeit im Stummfilm" drei Stummfilme mit Live-Musikbegleitung im LVR-LandesMuseum.

Zum Ende des Beethoven-Jahres setzt der Verein damit einen filmischen Schlussakkord, der für das Publikum auf spannende Weise in Bild und Musik erlebbar macht, wie die Zeit Ludwig van Beethovens in Europa aussah. In großartigen Bildern und mit einer ausdrucksstarken Live-Musikbegleitungen wird den Publikum am 19. und 26. September 2021 ein cineastischer Einblick in eine Vergangenheit ermöglicht, die geprägt war von Revolutionen und Helden, von Schlachten, Mut und Verrat. Einen guten Zugang zu den Filmen erhält das Publikum durch die begleitenden Einführungen von Spezialist*innen, die die Filme und ihre Handlung vertiefend einordnen.

bubikopf 1920 er jahre 250Um Lust und Lachen im amerikanischen Stummfilm der 1920er Jahre geht es in der Filmreihe "Flapper, It-Girls, Funny Ladies", die von 17. September bis 19. Dezember 2021 im Zeughauskino Berlin gezeigt wird.

Wer den Stummfilm und das Lachen liebt, den erwarten bei der von Philipp Stiasny und Frederik Lang kuratierten Filmreihe die komischen, anarchischen Filme des Jazz Age. Mabel Normand und Marion Davies, Gloria Swanson und Clara Bow, Colleen Moore und Norma Talmadge waren in den 1920er Jahren weltberühmt. An Witz, Schlagfertigkeit und Körperkomik nahmen sie es locker mit ihren männlichen Kollegen Charlie Chaplin, Buster Keaton, Stan Laurel & Oliver Hardy auf. Ihre Komödien drehen sich um romantische Verwicklungen, um finanzielle Unabhängigkeit, Freude am Konsum und an der eigenen Körperlichkeit. Sie präsentieren neue Rollenbilder und begehren auf gegen Konventionen, Patriarchen und antiquierte Lebensverhältnisse.

Die Filme parodieren und persiflieren, ihre weiblichen Figuren sind rebellisch, eigensinnig und lebensfroh. Sie sind Höhepunkte der komischen Kunst. Die Filme der amerikanischen Stars gingen um die Welt. Auch in Berlin waren sie zu sehen und dienten jungen Frauen als Vorbilder in Fragen zeitgenössischer Mode, der Selbstermächtigung und sexuellen Ausstrahlung. Für all das steht die Figur des quicklebendigen Flappers, die auch im deutschen Kino auf große Resonanz stieß.

Heute erwachen die Filme der "Funny Ladies" zu neuem Leben, beflügelt durch die Archivforschungen von Maggie Hennefeld, Steve Massa und Kristen A. Wagner, die im Rahmen der Filmreihe auch Einführungen halten werden. Zum Vorschein kommt eine vielfältige Schauspielkunst, die Gendervorstellungen über den Haufen wirft und Normen sprengt.

Rückenwind bekommen die Komikerinnen durch Musiker*innen aus dem In- und Ausland: Sie begleiten die Filme live und verwandeln das Zeughauskino in einen Konzertsaal, öfter auch in einen heißen Jazzclub. Die Reihe "Flapper, It-Girls, Funny Ladies" wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.

Textquelle: Pressemitteilung Deutsches Historisches Museum/Kinemathek und Zeughauskino; Bild: Stummfilm Magazin

remake festival logo 250Das Filmfestival "Remake. Frankfurter Frauen Film Tage" findet vom 23. bis 28. November 2021 in der "Pupille", dem Universitätskino der Stadt Frankurt am Main, statt.

Die dritte  Festivalausgabe steht unter dem Schwerpunktthema ", …weil nur zählt, was Geld einbringt‘ – Frauen, Arbeit und Film" . Das Programm erkundet den Themenkomplex Arbeit im Film, denn obwohl Arbeitsumgebungen und -situationen zum "Standardrepertoire" von Filmen gehören, bleibt Arbeit selbst meist eigentümlich unsichtbar. Dies gilt insbesondere für die von Frauen geleistete Arbeit. In Arbeitswelten verdichten sich Geschlechter-, Migrations- und Klassenverhältnisse sowie Diskriminierungen. Das Programm wird kuratiert von Karola Gramann und Heide Schlüpmann.

Höhepunkt von "Remake" ist auch in 2021 ein CineConcert, das am 25. November um 19.30 Uhr im Schauspiel Frankfurt zu erleben ist: Die Uraufführung einer Auftragskomposition von Maud Nelissen zu Lois Webers "Shoes" (USA 1916). Der Stummfilm über die Lebenswirklichkeit eines jungen "Ladenmädchens" in der modernen Großstadt zählt zu den bedeutendsten feministischen Filmen in der Geschichte des Kinos.

Das Gesamtprogramm und Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Filmen von "Remake" sind ab Mitte Oktober 2021 auf www.remake-festival.de zu finden.
Textquelle und Bild: Kinothek Asta Nielsen e.V.

filmmuseum duesseldorf 250 1Die Black Box, das Kino im Filmmuseum Düsseldorf, ist ab Donnerstag, den 02. September 2021, wieder für Zuschauer*innen geöffnet.

Die für den Publikumsverkehr geschlossene Zeit wurde genutzt, um den Kinosaal komplett zu renovieren. Die Black Box verfügt nun über eine komplett neue Bestuhlung und einen neuen Teppichboden.

Mit der Aufnahme des Kinobetriebs startet auch wieder die traditionsreiche, monatliche Reihe "Stummfilm + Musik". Sie beginnt am Samstag, den 25.September 2021, mit dem Kurzfilm "Polizeibericht Überfall" (D 1928, Regie: Ernö Metzner) und dem japanischen Spielfilm "Die Frau jener Nacht" (1930) von Meisterregisseur Yasujiro Ozu.

Am 23. Oktober 2021 ist dann "Das Phantom der Oper" (USA 1925, Regie: Rupert Julian, Lon Chaney, Edward Sedgwick), am 27. November 2021 "Filibus" (I 1915, Regie: Mario Roncoroni) und am 18. Dezember 2021 "Das Himmelsschiff" (DK 1918, Regie: Holger-Madsen) zu sehen. Für den Besuch des Filmmuseums und seines Kinos gilt ein Hygienekonzept (mehr dazu hier). Internetseite des Filmmuseum Düsseldorf
Foto: Stummfilm Magazin

tv geraet 250Am Montag, den 27. September 2021, ist auf Arte TV um 23.35 Uhr "Carmen" (D 1918) von Ernst Lubitsch zu sehen. Vom 26. September 2021 bis 26. Oktober 2021 ist der Klassiker auch in der Arte-Mediathek online abrufbar.

Wie viele andere Nationen sah sich auch die deutsche Filmindustrie zum Ende des Ersten Weltkriegs mit einer Flut US-amerikanischer Filme in den Kinos konfrontiert. Ab 1918 wandten sich Lubitsch und andere Filmemacher von überwiegend komödiantischen Sujets ernsteren Stoffen zu.

Diese neue Richtung, zu der "Das Cabinet des Dr. Caligari" (1920) von Robert Wiene und andere expressionistische Stummfilme gehören, erwies sich als erfolgreich und ebnete den Weg für den Exporterfolg des deutschen Films. So entstand "Carmen", halb Liebesmelodram, halb Militärsatire, als ambitionierte Großproduktion des Produzenten Paul Davidson. Er setzte ganz auf seine Hauptdarstellerin Pola Negri, die mit "Carmen" ihren internationalen Durchbruch errang

burkhard goetze fotonachweis daniel wandtke 250Am 13. November 2021 wird im Nikolaisaal Potsdam nach vielen Jahrzehnten erstmals wieder die Originalmusik zum Stummfilmklassiker "Sumurun" erklingen.

Ernst Lubitsch drehte den aufwändigen Ausstattungsfilm im Jahr 1920 mit Pola Negri und Paul Wegener. Zudem ist der legendäre Regisseur selbst in der Rolle des "Buckligen" zu sehen.

Die Originalmusik von Victor Hollaender, eine Auftragskomposition der Ufa, galt lange als verschollen. Der Dirigent und Arrangeur Burkhard Götze entdeckte 2020 einen Klavierauszug und schuf anhand dieser eine Neuorchestrierung.

In Potsdam wird das Deutsche Filmorchester Babelsberg unter der Leitung von Burkhard Götze nun die Musikrekonstruktion live zum Film uraufführen. Eine Einführung hält der Filmjournalist Knut Elstermann. Der Kartenvorverkauf startet am 01. September 2021 um 11:00 Uhr. mehr

Lesetipp: Interview mit Burkhard Götze über die Originalmusik zu "Sumurun" mehr
Foto: Daniel Wandtke

achava festspiele thueringen 250 logoDie ACHAVA Festspiele Thüringen haben ihr Programm für 2021 bekanntgegeben.

Die Besucher*innen erwarten von 19. September bis 03. Oktober 2021 spannende, interessante und fröhliche Veranstaltungen, darunter auch eine Stummfilmaufführung mit live Musikbegleitung. Mit diesem kulturellen Angebot sollen auch die zwei Jubiläen „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und „Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen“ erfahrbar gemacht werden.

„Nach eineinhalb Jahren des `social distancing´ ist es heute umso wichtiger wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Nach dem Rückzug ins Private werden die globalen Themen wieder sichtbarer. Es besteht Handlungsbedarf: Klimaerwärmung, Kriege u.v.m. Die ACHAVA Festspiele möchten dabei weiterhin die Geschichte und Geschichten der Menschen, der Überlebenden, der Zeitzeugen, derer die erlebt haben, in den Fokus rücken. Solange es noch geht. In ein paar Jahren liegt es an uns, diese Berichte weiterzutragen, am Leben zu erhalten, gegen Geschichtsvergessenheit und Krieg und für den Dialog und Respekt.“, erläutert Martin Kranz, Intendant der Festspiele, den diesjährigen Schwerpunkt.

Am 03. Oktober wird das "Das Cabinet des Dr. Caligari" (D 1920) in Gera gezeigt. Der Hollywood-Filmkomponist Jeff Beal hat für den großen Weimarer Kinoklasssiker eine neue Musik komponiert, die vom Bundesjazzorchester live zu den expressiven Filmbildern gespielt wird. Einige kurze Stumm- bzw. Animationsfilme ergänzen den Abend. mehr
Bild: Veranstalter

filmspule 250 5Der weltweit erste Film, der sich mit Homosexualität beschäftigt, erschien 1919 in Deutschland: Der Stummfilm "Anders als die Andern", es folgen weitere Filme, Verbote, Skandale und Debatten.

Inzwischen hat sich eine ganze Reihe deutscher Filmemacher*innen mit der Queer-Thematik beschäftigt. Die Darstellung queerer Protagonist*innen hat sich über die Jahrzehnte verändert, ebenso die Rezeption der Filme.

Die 3satKulturdoku "Queer Cinema. Eine Reise durch 100 Jahre deutschen Film" von Daniel Konhäuser blickt am Samstag, den 17. Juli 2021, um 19.20 Uhr zurück auf hundert Jahre deutsche, queere Filmgeschichte, skizziert aktuelle Diskurse genauso wie die Debatten von damals. In der 3sat-Mediathek ist die Dokumentation bis zum 2. Juli 2022 abrufbar.

Zu Wort kommen der Aktivist und Filmemacher Rosa von Praunheim, der Regisseur und ehemalige Panorama-Leiter der Berlinale Wieland Speck, Professor*in Skadi Loist, der Regisseur und Drehbuchautor Faraz Shariat, die Journalistin und Verlegerin der queeren Magazine "Siegessäule" und L-MAG Manuela Kay, Filmemacherin und Drehbuchautorin Angelina Maccarone sowie die Schauspieler Rick Okon und Brix Schaumburg. mehr
Textquelle: 3sat-Pressemitteilung; Foto: Stummfilm Magazin