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filmstreifen 06 gross farbig 250Bereits in den 1910er-Jahren ist Karl Freund ein vielbeschäftigter Kameramann, dreht mit Größen wie den Stummfilmdiven Asta Nielsen und Henny Porten und den Regisseuren Robert Wiene, Richard Oswald und Fritz Lang.

1919 macht Freund sich selbstständig, wenig später besitzt er sogar ein eigenes Kopierwerk. In diese Zeit fällt auch seine Zusammenarbeit mit Friedrich Wilhelm Murnau. In Der letzte Mann (D 1924) etabliert er die Methode der "entfesselten Kamera" – für damalige Verhältnisse äußerst bewegliche Aufnahmen, die ohne Stativhergestellt werden. Dafür lässt er sich die Kamera auf den Bauch binden, sie durch die Luft wirbeln oder auf eigens konstruiertenkleinen Wägen durch die Szene brausen. Schon in der Anfangsszene von Murnaus Meisterwerk, in der die Kamera durch einen gläsernen Aufzug hindurch filmt, lässt sich erahnen,welche enormen Möglichkeiten im bis dahin recht statischen Stummfilmkino liegen.

Auf diesem Niveau macht Freund als Innovator der Filmsprache weiter und arbeitet etwa am visionären Monument des Weimarer Kinos, Metropolis (D 1927), oder als Leiter der Europaabteilungder Fox Film Corporation, bevor ihn der Ruf nach Hollywood ereilt. Dort ist er nicht nur weiter eingefragter Kameramann, sondern auch kurzzeitig ein versierter Regisseur bei den Universal Studios, wie sein in vielerlei Hinsicht an die Glanzzeit des deutschen Expressionismus erinnerndes Debüt The Mummy (USA 1932) beweist. Außerdem arbeitet der stets an technischen Neuerungen interessierte Freund unter andereman Experimenten auf dem Gebiet des Farbfilms. 1937 erhält er einen Oscar für seine Kamera in Sidney Franklins The Good Earth, später dreht er noch bei MGM und Warner Bros. mit Regielegenden wie Fred Zinnemann, Vincente Minnelli oder John Huston.

Dass die Autorität der Kameramänner im Lauf der Jahre immer geringer wurde, da zahlreiche technische Aspekte in die Nachbearbeitung geflossen sind, scheint Freund gestört zu haben, ebenso wie das Breitbandformat, das er, wie er in einem 1958 entstandenen Interview für den ORF erzählt, als Hemmschuh für die fotografisch-künstlerische Entwicklung sieht. Dies mögen Gründe dafür gewesen sein, dasser Anfang der 1950er-Jahre ins Fernsehen wechselt, wo er unter anderem etwa 400 Episoden der erfolgreichen Live-Sitcom I Love Lucy dreht. Anfang der 60er zieht sich Freund auf seine Ranch zurück, wo er am 3. Mai 1969 stirbt: unbestritten als einer der großen Pioniere auf dem Gebiet der Kameraführung.

Im Rahmen der von Florian Widegger kuratierten Retrospektive vom 17. bis 28. April 2019 im Metro Kinokulturhaus werden unter anderem die Stummfilme Varieté (Regie: Ewald André Dupont, D 1925, Einführung: Fumiko Tsuneishi, Live-Musikbegleitung: Benedikt Vecsei), Michael (Regie: Carl Theodor Dreyer, D 1924), Der letzte Mann (Regie: F. W. Murnau, D 1924) und Metropolis (Regie: Fritz Lang, D 1927) gezeigt. mehr
Textquelle: Filmarchiv Austria; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 06 250Vom 01. März bis 04. April lädt das Metro Kinokulturhaus auf eine ungewöhnliche Reise in die bayrische Landeshauptstadt ein, eine filmische Tour, die gleichfalls einen sehr speziellen Blick auf die Filmgeschichte wirft.

Die Retrospektive "Münchner Freiheit – Eine Stadt und das Kino" spannt einen Bogen von der Stummfilmzeit über die Jahre des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum "swinging Schwabing" und zu heutigen Liebeserklärungen an die Stadt.

Über zwanzig Programme haben die Kuratoren Florian Widegger und Bernd Brehmer zusammengestellt. Die frühesten Aufnahmen gehen dabei zurück ins Jahr 1919. Gezeigt wird etwa das an vielen Originalschauplätzen gedrehte expressionistische Drama Nerven (D 1919) des österreichischen Regisseurs Robert Reinert. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

bundeskunsthalle kino der moderne 250Zwischen 1918 und 1933 formierte sich unter den Bedingungen der ersten deutschen Republik der Film als eine neue, siebte Kunst, die von der Bevölkerung kollektiv rezipiert wurde – im Kino. Der Aufstieg dieses modernen Massenmediums vollzog sich rasant.

Das Kino der zwanziger Jahre bot ein Experimentierfeld und prägte wie keine andere Stilepoche des deutschen Films die internationale Filmästhetik nachhaltig. Die deutsche Filmproduktion, und mit ihr Regisseure wie Friedrich Wilhelm Murnau und Fritz Lang, Schauspielerinnen wie Marlene Dietrich und Schauspieler wie Emil Jannings erlangten zu dieser Zeit Weltgeltung, die deutsche Filmindustrie galt kurzfristig als ernsthafte Konkurrenz zu Hollywood.

Die Ausstellung "Kino der Moderne – Film in der Weimarer Republik", die vom 14. Dezember 2018 bis 24. März 2019 in der Bonner Bundeskunsthalle gezeigt wird, betrachtet das originär Neue dieser siebten Kunst, indem sie Wechselwirkungen mit Literatur, Bildender Kunst, Architektur, Psychologie und gesellschaftspolitischen Entwicklungen berücksichtigt. Erlebbar werden diese Innovationen mit Inszenierungen und Medieninstallationen. Der Blick richtet sich auch auf das damalige Kinopublikum, dessen Wahrnehmung der Welt durch die neuartige Filmsprache wesentlich verändert wurde. Eine gemeinsame Ausstellung der Bundeskunsthalle, Bonn, und der Deutschen Kinemathek, Berlin.
Text und Bild: Bundeskunsthalle Bonn

metro 1 250Die Schau "Fantastische Welten – Perfekte Illusionen", die vom 15. September 2018 bis 30. Juni 2019 im Filmmuseum Düsseldorf gezeigt wird, widmet sich den Arbeitsweisen des Filmtricks von 1895 bis ins heutige digitale Zeitalter.

Wie gelingt es Filmteams seit Jahrzehnten dank immer neuer technischer Hilfsmittel, etwas in glaubhafte, faszinierende Filmrealität umzusetzen, was in Wirklichkeit gar nicht existiert? Die Ausstellung entführt den Besucher in die Welt des Filmtricks, dabei stellt sie nicht nur die vielfältigen Verfahren vor, sondern bietet auch Gelegenheit, die Herstellung und Wirkung der Effekte selbst zu erfahren.

Wer am Wochenende zufällig in der Nähe des Genfer Sees weilt, kann dem "Tramp" einen Besuch abstatten.

Das ehemalige, idyllisch gelegene Domizil von Kinolegende Charlie Chaplin wurde mehrere Jahre lang aufwändig in ein Museum umgebaut und ist seit dem 16. April 2016 für alle Interessierten geöffnet. In zwei Themenwelten werden interessante Einblicke in das private Leben und künstlerische Schaffen des Ausnahmekünstlers gegeben. 30 naturalistisch gestaltete Wachsfiguren von Chaplin und seinen Weggefährt/innen zeichnen ein lebensechtes Bild von seinem Werdegang. Ein Café und ein Museumsshop ergänzen den Ausstellungsbereich. Webseite Facebook

DVD-Veröffentlichung

der golem wie er in die welt kam cover 2019 250

Am 29. März 2019 erscheint "Der Golem, wie er in die Welt kam" in einer von der Murnau-Stiftung neu restaurierten Version als Blu-ray und DVD. mehr

Termine über Termine

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Bonn 2019

Vom 15. bis 25. August 2019 finden die 35. Internationalen Stummfilmtage im Arkadenhof der Bonner Universität statt. mehr

Fragen über Fragen

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Bei diesem Kino-Rätsel von Stummfilm Magazin dreht sich alles rund um frostig-kalte Stummfilm-Klassiker. Zum Quiz