cover stimme im stummfilm 250Unter dem Gesichtspunkt des Erzählerischen ist und war der Stummfilm nicht stumm.

Vielmehr entwickelte dieser eigene Strategien, um die nicht hörbare menschliche Stimme in einem optischen Geschehen zu repräsentieren – aber nicht, um das vermeintliche Manko der Tonlosigkeit zu kompensieren, sondern im Gegenteil als Ausdruck einer großen Faszination an der Stimme. Denn die visuelle Darstellung der unhörbaren Stimme geht im Stummfilm weit über die für die Narration nötige Darstellung von Sprechakten hinaus und schlägt sich poetisch, motivisch, medienreflexiv und wirkungsästhetisch innovativ nieder, so die zentrale These einer Studie, die nun als Buch mit dem Titel "Stimme im Stummfilm – Zur ästhetischen Produktivität medientechnisch bedingter Absenz" vorliegt (348 Seiten, 24,00 Euro, ISBN 978-3-947238-25-5). 

Autorin Sophie Andrée Fusek fasst den Stummfilm als "Medium von Stimmlichkeit" auf, das verschiedene Erscheinungsformen von "Stimme" produziert, in denen das Verhältnis von Körperlichkeit, Visualität, Sprache und Affektivität neu definiert wird.

Anhand der paradoxalen Figur der "stummen Stimme" geht die Autorin spezifischen Formen der Erscheinungsweisen von Stimme im Stummfilm nach: die direkte Adressierung des Zuschauers durch Zwischentitel verweist noch auf die die Verdrängung der "viva vox" des Filmerklärers aus dem Kino in der Frühphase des Stummfilms; eingebettet in konkrete Film- beispiele werden anhand der Figuren der Taubstummen-, Opern-, der Frauen, Telefon- und der Bauchrednerstimme plastisch ästhetische Strategien der Übersetzung dieser stummen Stimmen in der Frühphase des Kinos herauspräpariert – mit überraschenden Ergebnissen. Ganz nebenbei wird damit der Stummfilm auch aus seiner ihm zugeschriebenen Rolle befreit, nur eine defizitäre Vorform der Gattung Film zu sein, die erst mit Ton und Farbe zu sich selbst gekommen sei. mehr
Bild: Verlag Vorwerk 8

Freunde und Förderer des deutschen Filmerbes e.V.

lars grein foerderverein murnau stiftung 250

Der Erhalt des filmischen Erbes ist eine der großen archivarischen und kulturellen Herausforderung unserer Zeit. Der Förderverein "Freunde und Förderer des deutschen Filmerbes e.V." unterstützt die Arbeit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die einen bedeutenden Teil des deutschen Filmerbes pflegt. Stummfilm Magazin stellt den Verein vor und hat sich mit dem Vorsitzenden Lars Grein (Foto) unterhalten. mehr

Von Cesare bis Major Strasser

caligari schriftzug 250

Anlässlich seines 125. Geburtstages im Januar 2018 und seines 75. Todestages im April 2018 würdigte Autorin Bettina Müller den legendären Schauspieler Conrad Veidt. mehr