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bundeskunsthalle kino der moderne 250Die Bonner Bundeskunsthalle zeigt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek (Berlin) bis zum 24. März 2019 die Ausstellung „Kino der Moderne“.

Aus Anlass des 100. Jahrestages der Gründung der Weimarer Republik beschäftigt sich diese groß angelegte Schau mit der Rolle und Gestalt des Mediums Film in Deutschland zwischen 1918 und 1933. Der Aufbau der Ausstellung trägt dem Thema glücklicherweise auch dahingehend Rechnung, dass viel Film tatsächlich zu sehen ist.

Das Kernstück – sozusagen die `Herzmaschine´ – bildet ein großer Raum, in dem der Besucher von Berliner Fassaden der Zwischenkriegszeit umgeben ist, schwarz-weiß und gespickt mit Kinoreklame. Er kann sich setzen und auf drei großen Leinwänden einen Zusammenschnitt von Filmszenen verfolgen, die ihn in ca. 15 Minuten durch den Tagesablauf der Stadt führen. Dabei wird sowohl auf dokumentarisches wie auch auf Spielfilmmaterial zurückgegriffen.

Ausstellungstrailer anschauen

So erst einmal in die Zeit und ihre Sehgewohnheiten eingeführt, kann der Besucher sich entscheiden. Er kann sofort ins Kino gehen und sich dort eine unterhaltsame und durchaus repräsentative Auswahl von Filmen und Wochenschauen vorstellen lassen, oder er kann sich in die thematisch geordneten Bereiche der Ausstellung begeben. Aber auch hier erwarten ihn nicht nur Bilder und Objekte. Jeder Bereich hat wiederum eigene Bildschirme, auf denen das Beschriebene mit Filmsequenzen illustriert wird.

Was gibt es neben den laufenden Bildern zu sehen? Eine Auswahl der Namen der Abteilungen kann das vielleicht zeigen: In Bereichen wie zum Beispiel „Mobilität“, „Urbanität“, „Arbeitswelten“, „Sport“, „Kindheit“, „Soziales“ und „Gender“ geht es um die Gesellschaft der Weimarer Republik, vor allem aber um ihre Darstellung im Film der Zeit. In Bereichen wie „Produktion“, „Musik“, „Stars&Fans“ und „Avantgarde“ geht es um die Besonderheiten des Mediums selbst in dieser Zeit.

Alle Themen werden mit interessanten und vielfältigen Materialien aufgeschlossen: Promotionsmaterial, Kostüme, Gemälde, Originaldokumente, Korrespondenz, Tagebucheinträge, Requisiten und natürlich Standfotos. Besonders gefallen die vielen originalen Szenenentwürfe: Es gibt Zeichnungen von Herlth, Warm, Poelzig, Kettelhut und anderen zu bekannten Filmen wie „Metropolis“ oder „Die Nibelungen“ zu bestaunen. Ein weiteres Highlight ist die Gegenüberstellung von Filmausschnitten mit Kritikerstimmen in einem kleinen „Kinosaal“.

Fazit: Insgesamt eine mit großem Verständnis und großer Leidenschaft für das Thema kuratierte Ausstellung, die absolut lohnenswert ist. Allein schon, weil sie so viel Lust auf Stummfilm macht. Vom 20. Juni bis 13. Oktober 2019 ist die Ausstellung auch in Berlin zusehen.

Zusatztipp: Die angeschlossene Buchhandlung König verkauft nicht nur den Katalog, sondern bietet auch ein Sortiment von Bücher, Plakaten und Kalendern zum Thema, sowie eine praktisch vollständige Auswahl aller in Deutschland erhältlichen DVDs mit Filmen der Weimarer Republik zum Kauf an. mehr
Text: Arndt Pawelczik, Bild: Bundeskunsthalle Bonn

DVD-Veröffentlichung

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