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stummfilmtage bonn 2012 250Zum 30. Mal lädt der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. vom 7. bis 17. August 2014 zu den Internationalen Stummfilmtagen – Bonner Sommerkino ein und zeigt wie in den Vorjahren Stummfilme aus aller Welt mit live-musikalischer Begleitung open Air und bei freiem Eintritt im Arkadenhof der Universität Bonn.

Zum Jubiläum hat der Kurator der Stummfilmtage und Leiter des Filmmuseums München, Stefan Drößler, in Zusammenarbeit mit Archiven u.a. aus China und Tschechien, aus Schweden und den USA, wieder ein Programm mit einer außergewöhnlichen Bandbreite von Filmen zusammengestellt, die von den frühen spanischen Trickfilmen Segundo de Chomóns bis zum großen Epos des Russen Podowkin aus dem Jahr 1932 reicht. Dabei werden Ikonen des Stummfilms wie Louise Brooks und die chinesische Schauspielerin Ruan Lingyu zu sehen sein, und auch auf Charlie Chaplin, Max Davidson und Buster Keaton darf das Publikum sich freuen.

Eröffnet werden die 30. Internationalen Stummfilmtage am 7. August um 21.00 Uhr mit dem US-amerikanischen Film DER ANGEBER (THE SHOW OFF) aus dem Jahr 1926. In dieser charmanten, auf einem Broadway-Hit basierenden Komödie von Malcolm St. Clair spielt Ford Sterling, der seine Karriere als Komiker zusammen mit Charlie Chaplin im Studio von Mack Sennett begann, einen Aufschneider, der mehr sein möchte, als er ist, und seine Familie ins Unglück zu stürzen droht. Live-musikalisch begleitet wird der Film, in dem Louise Brooks in einer ihrer ersten Rollen zu sehen ist, von dem Pianisten und langjährigen Weggefährten des Bonner Sommerkinos Joachim Bärenz.

Eine programmatische Linie ist im diesjährigen Programm die filmische Reflektion des Jahres 1914, die in der erstmaligen Vorführung der rekonstruierten Fassung von Abel Gances Film ICH KLAGE AN (J’ACCUSE) ihren Höhepunkt findet. Durch die derzeitige Hybridphase, in der die internationalen Filmarchive sowohl analoge wie auch digitale Restaurations- und Projektionstechniken nutzen, können im Jubiläumsjahr wieder viele Filme in den neuesten Fassungen gezeigt werden: Mit DER BOXER wird ein verkanntes Meisterwerk von Buster Keaton erstmals wieder in seiner Originalfassung präsentiert, die rekonstruierte tschechische Komödie DIE BRÄUTE DES ALTEN GAUNERS mit originalen Einfärbungen ist zum ersten Mal außerhalb Tschechiens zu sehen und Ernst Lubitschs berühmter zweiter Tonfilm MONTE CARLO erlebt in der seinerzeit für Europa hergestellten stummen Fassung, die die Library of Congress in Washington nun restauriert hat, ihre Premiere im Arkadenhof.

Auch im LVR-Landesmuseum Bonn, wo traditionell an den Sonntagnachmittagen praxisnahe Vorträge mit Filmbeispielen Einblicke in Filmerbe, -historie und -technik bieten, wird neben der Auseinandersetzung mit Vor- und Frühformen des Kinos ein besonderes Rekonstruktionsprojekt vorgestellt. Unter der Leitung von Stefan Drößler hat das Filmmuseum München über Jahre Filmfragmente, Dokumente und Fotos der sechsteiligen Serie HOMUNCULUS von Otto Rippert gesammelt. Die Rekonstruktion dieses großen, bislang als verloren geltenden Werks des deutschen Stummfilms, in dem Frankensteinmythos, Kriegsrealität und Vorformen des Filmexpressionismus zusammenfließen, wird am 17. August zu erleben sein.

Das vollständige Programm der 30. Internationalen Stummfilmtage und alle weiteren Informationen rund um das Festival findet man auf www.internationale-stummfilmtage.de

Die 30. Internationalen Stummfilmtage – Bonner Sommerkino werden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum München, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Bonner Kinemathek und dem LVR-LandesMuseum Bonn, mit Unterstützung der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien (BKM). (Quelle Pressemitteilung)

Das Bild zeigt Stephen Horne am Klavier bei den Stummfilmtagen 2012; Foto: Thilo Beu, Bonn.

jannings stern berlin 250Emil Jannings wurde am 23. Juli 1884 in Rorschach als Theodor Friedrich Emil Janenz geboren.

Er war einer der prominentesten deutschen Schauspieler in der Stummfilmzeit und brillierte zum Beispiel unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau in den Filmklassikern  "Der letzte Mann" und "Tartüff". Berühmt ist er auch für seine Mitwirkung am Tonfilm "Der blaue Engel" mit Marlene Dietrich.

Er arbeitete zeitweise in Hollywood und gewann 1929 als erster Schauspieler der Filmgeschichte einen Academy Award (Oscar) als Haupdarsteller in "The Way of All Flesh" und "Sein letzter Befehl". Die originale Oscar-Statue ist in der Dauerausstellung des Berliner Filmmuseums ausgestellt. Auf dem Hollywood Walk of Fame ist Jannings mit einem Stern verewigt, ebenfalls auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Aufgrund seiner Nähe zu den Nationalsozialisten wurde er nach 1945 von den Alliierten mit einem lebenslangen Arbeitsverbot belegt. Jannings starb am 02. Januar 1950 in Strobl (Österreich). mehr

Das Bild zeigt den Stern für Emil Jannings auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250Die amerikanische Schauspielerin Anita Garvin starb vor 20 Jahren, am 7. Juli 1994, in Los Angeles in Kalifornien. Sie wurde am 11. Februar 1906 in New York geboren.

Garvin drehte ab 1926 in den Hal Roach Studios und war dort zusammen mit Max Davidson, Charley Chase und James Finlayson zu sehen. Auch in elf "Dick & Doof"-Filmen spielte sie, unter anderem als resolute Ehefrau, mit.

Mit Marion "Peanuts" Byron bildetet sie für einige wenige, überaus komische Kurzfilme ein "Female Comedy Team" im Stil der "Laurel & Hardy"-Streifen (erschienen als DVD bei Edition Filmmuseum). mehr
Foto: Stumfilm Magazin/Frank Hoyer

Vor 60 Jahren, am 1. Juli 1954, starb in Berlin die deutsche Drehbuchautorin und Schriftstellerin Thea von Harbou. Sie wurde am 27. Dezember 1888 in Tauperlitz geboren.

Von Harbou schrieb die Drehbücher zu einigen der bedeutensten Stummfilmen der Filmgeschichte, unter anderem zu Dr. Mabuse, der Spieler (1921), Die Nibelungen (1924) und Metropolis (1927). Sie war unter anderem für die Regisseure Friedrich Wilhelm Murnau, Joe May, Carl Theodor Dreyer und Fritz Lang tätig. Mit letzterem war sie auch mehrere Jahre verheiratet. mehr

Der Paragraph 175 kriminalisierte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts. Er existierte in verschiedenen Fassungen durchgehend vom 1. Januar 1872 bis zum 11. Juni 1994. 

1919, genau 75 Jahre vor dessen Abschaffung, wurde mit Anders als die Andern der erste Film gegen die Diskriminierung von Homosexuellen produziert. "Anders als die Andern" erzählt von einem Erpressungdelikt im Zusammenhang mit dem § 175. Regisseur Richard Oswald, Pionier des sogenannten Sitten- bzw. Aufklärungsfilms, führte Regie und schrieb zusammen mit dem Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld auch das Drehbuch. Es spielten unter anderem Conrad Veidt und Reinhold Schünzel. Von dem Stummfilm ist nur noch ein vierzigminütiges Fragment erhalten, das bei Edition Filmmuseum mit zahlreichen ergänzenden Materialien auf DVD erschienen ist.  

filmstreifen 09 250Die österreichische Stummfilmschauspielerin Mia May wurde am 02. Juni 1884 unter dem Namen Hermine Pfleger in Wien geboren.

Unter der Regie und in Filmproduktionen ihres Mannes Joe May wurde sie zur populären Filmdiva aufgebaut. Sie spielte die Hauptrollen in aufwändigen Unterhaltumgsfilme wie dem achtteilige Serial Die Herrin der Welt (1919) und dem Zweiteiler Das indische Grabmal (Drehbuch: Fritz Lang, 1921). 1933 emigrierte sie mit ihrem Mann in die USA und starb am 28. November 1980 in Hollywood. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Die erste Oscarverleihung fand am 16. Mai 1929  in Los Angeles statt und stand noch ganz im Zeichen des Stummfilms. Die Veranstaltung im Hollywood Roosevelt Hotel markiert allerdings durch die Auszeichnung des Filmstudios Warner Bros. mit einem Ehrenoscar für den Nadelton-Film "The Jazzsinger" einen Wendepunkt vom "Silent Movie" zum "Talkie".

Als bester Hauptdarsteller wurde bei den "1st Annual Academy Awards" der deutsche Schauspieler Emil Jannings für seine Mitarbeit an den zwei amerikanischen Produktionen "Sein letzter Befehl (The Last Command) und "Der Weg allen Fleisches" (The Way of All Flesh) ausgezeichnet. Drei Oscars erhielt F. W. Murnaus "Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen" (Sunrise: A Song of Two Humans), der bei Umfragen unter Filmhistorikern regelmäßig zu den bedeutendsten Streifen der Filmgeschichte gezählt wird. Einen Ehrenoscar bei der Verleihung erhielt zudem Charles Chaplin für "Der Zirkus" (The Circus). mehr

Eadweard Muybridge starb vor 110 Jahren, am 08. Mai 1904, in Kingston upon Thames.

Muybridge war ein Fotograf und Pionier der Fototechnik. Er gilt – neben Étienne-Jules Marey und Ottomar Anschütz – aufgrund seiner Reihenfotografien und Serienaufnahmen mit Studien des menschlichen und tierischen Bewegungsablaufs als einer der bedeutendsten frühen Vertreter der Chronofotografie. Muybridge wurde am 09. April 1830 geboren. mehr

filmstreifen 02 250Der deutsche Regisseur und Filmhistoriker Gerhard Lamprecht starb vor vierzig Jahren, am 04. Mai 1974, in Berlin.

Lamprecht, am 06. Oktober 1897 geboren, drehte 1931 die überaus erfolgreiche Verfilmung von Erich Kästers Buch Emil und die Detektive (Drehbuch: Billy Wilder). In den 1920er-Jahren schuf er mit Die Verrufenen (D 1925), Die Unehelichen (D 1926) und Menschen untereinander (D 1926) drei vielbeachtete Milieustudien.

Seine umfangreiche Sammlung an historischen Filmmaterialien bildete das Fundament bei der Gründung der Deutschen Kinemathek in Berlin, die von Lamprecht bis 1966 geleitet wurde. Das von ihm herausgegebene achtbändiges Lexikon "Deutsche Stummfilme" ist ein Grundlagenwerk der Filmpublizistik. mehr

Tipp: Die Edition Filmmuseum hat vier Filme von Lamprecht auf DVD veröffentlicht. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Der österreichische Filmregisseur und -produzent Joe May starb vor 60 Jahren, am 29. April 1954, in Hollywood. Er wurde am 07. November 1880 in Wien geboren.

In der Stummfilmzeit drehte er vor allem aufwändige Unterhaltumgsfilme wie das achtteilige Serial Die Herrin der Welt (D 1919) und den Zweiteiler Das indische Grabmal (D 1921, Drehbuch: Fritz Lang). Im gelangen aber auch – wie mit dem visuell beeindruckenden Melodram Asphalt aus dem Jahr 1928 – Filme mit sozialkritischen Untertönen. mehr

Charlie Chaplin wurde vor 125 Jahren, am 16. April 1889, geboren. Sein Geburtsort ist vermutlich London.

Mit Filmen wie The Kid (USA 1921), Goldrausch (USA 1925) und The Circus (USA 1928) schrieb er Filmgeschichte und inspirierte unzählige Filmemacher und Komödianten. Im Mittelpunkt vieler seiner Werke steht die von ihm gespielte Figur des "Tramps" (Vagabund). Oftmals verband Chaplin in seinen Filmen ernste und tragisch Handlungselemente zu einem bewegenden, sentimentalen Ganzen.

Noch zur Tonfilmzeit produzierte er mit Lichter der Großstadt (USA 1931) und Moderne Zeiten (USA 1936) Stummfilme, für die er auch die Musik schrieb. Chaplin wurde vom American Film Institute auf Platz 10 der größten amerikanischen Filmlegenden gewählt. Er starb am 25. Dezember 1977 in Vevey (Schweiz). mehr

Der deutsche Schauspieler Otto Gebühr starb vor 60 Jahren, 13. März 1954, in Wiesbaden. Berühmt wurde er als Darsteller von Friedrich, dem Großen.

Gebühr, geboren am 29. Mai 1877 in Kettwig bei Essen, spielte den Preußenkönig zwischen 1920 und 1942 in zwölf Filmen, darunter in den Stummfilmen "Die Tänzerin Barbarina" (D 1920), dem Vierteilier Fridericus Rex (D 1921/1922) und dem Zweiteiler Der Alte Fritz (D 1928). Er arbeitete unter anderem mit der Schauspielerin Asta Nielsen und den Regisseuren Friedrich Wilhelm Murnau, Veit Harlan, Karl Grune, Otto Rippert und Ewald André Dupont zusammen. mehr

kracauer stern berlin 250Der Filmtheoretiker Siegfried Kracauer wurde am 8. Februar 1889 in Frankfurt am Main geboren. In seinen filmsoziologischen und -historischen Schriften "From Caligari to Hitler" (1947) und "Theory of Film" (1960) setzte er sich auch intensiv mit Stummfilmen auseinander.

So versuchte er in "From Caligari to Hitler" anhand der Filmgeschichte die soziale Struktur der deutschen Gesellschaft von den Anfängen des Mediums im ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Machtergreifung der Nazis zu deuten. Er starb am 26. November 1966 in New York. mehr

Der dänische Filmregisseur und Drehbuchautor Carl Theodor Dreyer wurde vor 125 Jahren, am 3. Februar 1889, in Kopenhagen geboren.

Er zählt zu den bedeutensten Filmschaffenden des europäischen Kinos. Zu seinen Meisterwerken aus der Stummfilmzeit gehört der Film Die Passion der Jungfrau von Orleans, den er 1928 in Frankreich drehte. Er starb am 20. März 1968 in seinem Geburtsort. mehr

Der amerikanische Regisseur und Produzent Cecil DeMille starb vor 65 Jahren, am 21. Januar 1959, in Hollywood.

Er zählt zu den erfolgreichsten Regisseuren des 20. Jahrhunderts und war insbesondere für seine oftmals pathetischen Monumentalstreifen berühmt. Er drehte unter anderem Die Zehn Gebote (The Ten Commandments, 1923) und König der Könige (The King Of Kings, 1927). Bei der Oscarverleihung 1950 erhielt er den Ehrenoscar und bei der Oscarverleihung 1953 den Irving G. Thalberg Memorial Award. DeMille wurde am 12. August 1881 in Ashfield im US-Bundestaat Massachusetts geboren. mehr

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Kinotipps, Festivals, Filmreihen und mehr ... den Stummfilm-Kalender für Dezember 2018 findet man hier

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