hans michael bock cinefest 250Anlässlich des 100. Jahrestages der Uraufführung von Joe Mays Großproduktion "Das indische Grabmal" am 22. Oktober 1921 hat sich Stummfilm Magazin mit Hans-Michael Bock von CineGraph und cinefest unterhalten.

"Das ist ein weiterer blinder Fleck bei der Beschäftigung mit dem deutschen Stummfilm. Da ist ständig nur von Tempelhof und Babelsberg die Rede, wo die Ufa ihre Atelier-Anlagen hatten. Weniger bekannt ist, dass in Weißensee am anderen Ende Berlins ebenfalls eine – wenn auch kleinere – Filmstadt mit einer Ansammlung von Ateliers existiert hat, wo die Gebäude des ehemaligen Vitascope-, dann May-Ateliers immer noch stehen. (...) Und zusätzlich zum May-Atelier in Weißensee (...) erwarb der "Mogul" Joe May 1919, draußen vor der Stadt bei Erkner ein Grundstück am See, das er vom Architekten Martin Jacoby-Boy zu einem Freigelände mit Wohnbaracken, Werkstätten und ziemlich massiven Dekorationen ausbauen ließ. Zunächst für den Achtteiler "Die Herrin der Welt", den er unter seiner Gesamtleitung von verschiedenen Regisseuren seines "Stalls", darunter ein junger Mann namens Fritz Lang, herstellen ließ. Für "Das indische Grabmal" wurden dann noch einmal am Wasser Bauten der Tempel in Originalgröße errichtet", so Hans-Michael Bock. ganzes Interview lesen
Foto: María José Rosales Robles

nosferatu filmarchiv austria 250Vom 24. Oktober bis 02. November 2021 zeigt das Filmarchiv Austria unter dem Titel "Der Schattenspieler" eine Retrospektive zu Henrik Galeen.

Als "Experten für phantastische Horrorfilme" bezeichnet Siegfried Kracauer den 1881 in Lemberg geborenen Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Henrik Galeen. Eine auf den ersten Blick verständliche Zuschreibung: Galeen schreibt an gruseligen Stummfilmklassikern wie "Nosferatu" (D 1922) oder "Das Wachsfigurenkabinett" (D 1924) mit, als Regisseur verantwortet er die Schauerstücke "Der Student von Prag" (D 1926) oder "Alraune" (D 1928).

Trotzdem greift es zu kurz, Galeen auf ein Genre zu reduzieren. Sein vielseitiges Schaffen vor und hinter der Kamera beinhaltet auch Abenteuer- und Detektivgeschichten sowie realistische Dramen und Kammerspiele. Die Retrospektive präsentiert erhaltene und neu restaurierte Arbeiten Galeens und ermöglicht damit die (Wieder-)Begegnung mit einem der ersten veritablen Filmautoren, der zu einer ganz eigenen Kinosprache gefunden hat.

filmmuseum duesseldorf 250 1 Am Samstag, den 23. Oktober 2021, ist in der Black Box, dem Kino im Filmmuseum Düsseldorf, "Das Phantom der Oper" zu sehen.

Der amerikanische Horrorfilmklassiker wurde nach dem berühmten Roman von Gaston Leroux inszeniert und hatte seine Uraufführung 1925. Der Schauspieler Lon Chaney, der neben Rupert Julian und Edward Sedgwick auch an der Regie beteiligt war, verkörperte, mit einer grotesken Maske bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet, das Phantom.

Dominik Gerhard begleitet an der original Welte-Kinoorgel. Die Vorstellung findet im Rahmen des 16. Internationalen Düsseldorfer Orgelfestival 2021 statt. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

babylon kino 250Vom 21. bis 31. Oktober 2021 findet im Berliner Babylon Kino das 12. Stummfilm Live Festival statt.

Es steht unter dem Motto "100 Jahre – 1921 bis 2021" und wird mit dem Slogan "10 Musicans – 21 Films – 11 Days – 1 Orchestra beworben". Gezeigt werden deutsche und internationale Produktion, die vor hundert Jahren in die Kinos kamen, wie Charlie Chaplins "The Kid" (USA 1921) mit live musikalischer Begleitung durch das Babylon Orchtester Berlin unter Leitung von Ben Palmer.

Auch "Die Bergkatze" von Ernst Lubitsch, "Der Gang in die Nacht" von Friedrich Wilhelm Murnau und der monumentale Zweiteiler "Das indische Grabmal" von Joe May werden zu sehen sein. Das ganze Programm ist hier zu finden.
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt 10 250Der deutsche Tierhändler, Filmproduzent und Autor John Hagenbeck wurde am 15. Oktober 1866 in Hamburg geboren.

Hagenbeck, der mit dem Tierparkgründer Carl Hagenbeck verwandt ist, gründete 1918 in Berlin die John-Hagenbeck-Film GmbH. Ab 1919 produzierte die Firma Unterhaltungsfilme, die die Zuschauer*innen in eine Welt voller Abenteuer und wilder Tiere entführte. Bis 1923 fertigte die John-Hagenbeck-Film vierzehn Spielfilme und neun Trickfilme an. Danach stellte die Firma die Produktion ein. Carl Hagenbeck starb am 16. Dezember 1940 in Colombo/Sri Lanka. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 04 250Am 14. Oktober 1926 wurde "Faust – eine deutsche Volkssage" von Friedrich Wilhelm Murnau uraufgeführt.

Das opulente Filmepos zählt zu den großen Stummfilmklassikern des Weimarer Kinos und ist Murnaus letzte Produktion in Deutschland. An der Kamera war Carl Hoffmann, die Ausstattung stammte Robert Herlth und Walter Röhrig. In den Hauptrollen sind Gösta Ekman, Emil Jannings und Camilla Horn, in Nebenrollen Wilhelm Dieterle und Hans Brausewetter zu sehen. mehr
Das Bild zeigt den Stern für Friedrich Wilhelm Murnau auf dem Potsdamer Platz in Berlin; Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 08 250 buntDas DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum beteiligt sich in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Frankfurt/Main an den Jüdischen Kulturwochen im Oktober 2021 mit einer Filmreihe.

So wird am Dienstag, den 19. Oktober 2021, um 18:00 Uhr "Das alte Gesetz" aus dem Jahr 1923 gezeigt. Ewald André Dupont drehte den deutschen Stummfilm nach einem Drehbuch von Heinrich Laube und Paul Reno. Auf der Leinwand sind Henny Porten, Ruth Weyher und Hermann Vallentin zu sehen. Gezeigt wird eine digitale Restaurierung aus dem Jahr 2018 mit eingespielter Musik. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

kopfhoerer 250Der Podcast "Auf den Tag genau" präsentiert täglich eine Zeitungsnachricht aus der Welt vor hundert Jahren.

"Aus dem Kiez in die Welt, von der Oper in den Boxring – mit täglich einer Zeitungsnachricht aus der Hauptstadtpresse heute vor 100 Jahren tauchen wir ein in die Fragen und Debatten, die das Berlin von damals bewegten", so die Macher des Angebots.

Auch der Stummfilm ist ein immer wieder aufgegriffenes Thema. So wurde im Podcast vom 09. September 2021 an einen Feuilletonstreit zwischen Lubitsch und Polgar erinnert. Am 17. September 2021 kam Asta Nielsen zu Wort, die beklagte, dass sie alle Filmkostüme selber finanzieren müsse und am 26. September 2021 wurde über ein Treffen mit Charlie Chaplin auf einer Soiree in Berlin berichtet. Er war in der Stadt, um mit Max Reinhardt zu sprechen und traf Pola Negri.

Der Podcast vom 07. Oktober 2021 erinnerte dann an eine Zeitungskritik, die die frühen Bergfilme für die unsaubere Trennung zwischen Dokumentarischem und Techniken des fiktionalen Films tadelte. Und am 09. Oktober 2021 wurde ein Verriss von Fritz Langs "Der müde Tod" aus dem Berliner Börsen-Courier veröffentlicht; der Film gilt heute als ein Meisterwerk des Weimarer Kinos ... wie die Meinungen sich ändern können. zum Podcast "Auf den Tag genau"
Foto: Stummfilm Magazin

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 06. Oktober 1921 wurde Fritz Langs "Der müde Tod" in den Berliner Kinos U.T. Kurfürstendamm und Mozartsaal uraufgeführt.

"Kein anderer Regisseur verstand so virtuos wie Lang, dem Publikum der Zwischenkriegszeit zu geben, was es wollte. Mit geradezu tiefenpsychologischer Spürnase vermochte er den Träumen und Ängsten seiner Zuschauer wirkmächtige Bildgestalt zu verleihen. Nichts in Langs Welt ist jemals banal. Die Welt ist voller verborgener Schätze,"  so Autor Arndt Pawelczik in seiner Vorstellung von "Der müde Tod" im Rahmen der Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik. Hier geht es zur ganzen Filmbesprechung.

Lesetipp: Im Rahmen der Weimarer Stummfilm-Retrospektive 2021 fand die Uraufführung einer neuen Orchester-Komposition von Richard Siedhoff zu "Der müde Tod" statt. Es spielte die Staatskapelle Weimar im Großen Haus des Deutschen Nationaltheaters unter der Leitung von Burkhard Götze. ganzen Nachbericht lesen
Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen 04 250Die amerikanische Schauspielerin Janet Gaynor wurde am 06. Oktober 1906 in Philadelphia (Pennsylvania) geboren.

Bei der ersten Oscarverleihung im Jahr 1929 gewann Gaynor die Trophäe für ihre Mitwirkung an Frank Borzages "Street Angel" (1927) und Friedrich Wilhelm Murnaus ebenfalls 1927 gedrehten Film Sunrise - a song of two humans. In Hitlisten zu den besten Streifen der internationalen Kinogeschichte rangiert Murnaus "Sonnenaufgang - Lied von zwei Menschen", so der deutsche Titel, regelmäßig auf den ganz vorderen Plätzen. 1938 wurde Janet Gaynor zudem für den Tonfilm Ein Stern geht auf (Originaltitel: "A star is born", Regie: William A. Wellman und Jack Conway) als beste Hauptdarstellerin nominiert. Sie starb am 14. September 1984 in Palm Springs (Kalifornien). mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 02 250Die deutsche Schauspielerin Evelyn Holt wurde am 03. Oktober 1906 als Edith Sklarz in Berlin geboren.

Sie spielte unter anderem in den Stummfilmen Die elf Teufel (Regie: Zoltan Korda, 1927), "Frauenarzt Doktor Schäfer" (Regie: Jacob Fleck und Luise Fleck (1928), "Der fesche Husar" (Regie: Géza von Bolváry, 1928) und "Der Mann mit dem Laubfrosch" (Regie: Gerhard Lamprecht, 1929). Sie starb am 22. Februar 2001 in Los Angeles (USA). mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ NDR Info stellt in einem 14-minütigen Audiobeitrag "Von der Stummfilm- zur NS-Autorin" Thea von Harbou vor, die unter anderem das Drehbuch zu den Fritz-Lang-Klassikern "Die Nibelungen" (D 1924) und "Metropolis" (D 1927) schrieb. mehr

♦ Über eine geplante Hollywood-Neuverfilmung von F. W. Murnaus "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" (D 1922) berichtet digitalfernsehen.de. mehr

♦ artechock.de stellt die ersten Internationalen Stummfilmtage in München vor, die vom 04. bis 22. August 2021 stattfanden. mehr

♦ Über die "Traumfabrik Johannisthal" berichtet die Internetseite maulbeerblatt.com. mehr

♦ Die Neue Musikzeitung schreibt über die Uraufführung einer neuen Musik von Johannes Kalitzke zu Max Neufelds "Hoffmanns Erzählungen" (AT 1923). mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 01 250Das international einflussreiche Stummfilmfestival in Pordenone findet in 2021 von 02. bis 09. Oktober statt.

Die 40. Ausgabe von "Le Giornate del Cinema Muto" wird mit Livepublikum im Teatro Comunale Giuseppe Verdi mit einem hochkaratigen Programm gefeiert. Aufgrund der positiven Streaming-Erfahrungen in 2020, das Festival konnte wegen der Coronapandemie nur online durchgeführt werden, wird in 2021 ein Teil der Filme und Vorträge auch im Netz abrufbar sein. Die Anzahl der Akkreditierungen konnte in 2020 durch die rein digitale Durchführung verdoppelt werden im Vergleich zu den Vorjahren.

Eröffnet wird die Veranstaltung am 02.10.2021 mit "Lady Windermere´s Fan" (USA 1925) von Ernst Lubitsch, schon einen Tag zuvor gibt es ein Pre-Opening mit "Maciste All´Inferno" (Italien 1925). Gewürdigt wird auch Max Linder. Der französische Filmkomiker mit internationaler Strahlkraft stand im Mittelpunkt der ersten Ausgabe des Festivals im Jahr 1982. Als Abschlussevent wird der französische Ausstattungsfilm "Casanova" mit der Neufassung einer Orchester-Komposition von Günter A. Buchwald als Uraufführung zu erleben sein. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 08 250Der österreichische Schauspieler, Kabarettist, Conférencier und Texter Paul Morgan, geboren als Georg Paul Morgenstern, kam am 01. Oktober 1886 in Wien zur Welt.

In der Stummfilmzeit war er in weit über 50 Filmen in zumeist kleineren Nebenrollen zu sehen, etwa in "Die Puppe" (D 1919) von Ernst Lubitsch, dem Serial "Die Herrin der Welt" (D 1919) von Joe May, dem Zweiteiler "Die Spinnen" (D 1919) von Fritz Lang und "Die Brüder Schellenberg" (D 1926) von Karl Grune.

Kurzzeitig war er in Hollywood an der Herstellung von deutschsprachigen Filmfassungen beteiligt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten konnte er seine künstlerische Karriere kaum noch fortsetzen. Paul Morgan starb am 10. Dezember 1938 im Konzentrationslager Buchenwald. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 02 250Am Sonntag, den 03. Oktober 2021, ist um 19:30 Uhr im Großen Saal des Konzerthaus Wien Erich von Stroheims "Blind Husbands" (USA 1919) zu sehen.

Das Ensemble recherche (Freiburg im Breisgau) bringt eine Neukomposition von Andreas Eduardo Frank zur frisch restaurierten Fassung zur Uraufführung. Es dirigiert Nacho de Paz. Die neue Filmmusik ist ein Auftrag von Elbphilharmonie Hamburg, ZDF und Wiener Konzerthaus in Zusammenarbeit mit ARTE und dem Österreichischen Filmmuseum.

Am 13. Dezember 2021 wird "Blind Husbands" dann mit der neuen Musik bei ARTE ausgestrahlt. ZDF/ARTE-Redakteurin Nina Goslar sprach mit dem Komponisten Andreas Eduardo Frank über den Film und seinen Soundtrack dafür:

Erich von Stroheim ist bekannt als 'man you love to hate' – er spielte Schurken und war selbst im Umgang mit seinen Produzenten kompromisslos. Haben Sie ihn auch mal gehasst während der Arbeit am Film?

Nein, gehasst nie – im Gegenteil, Stroheim ist in der Geschichte doch die sympathischste Figur. Man schaut ihm wahnsinnig gerne zu und als Regisseur ist er ohnehin Spitze. Die Herausforderung war eher die Länge des Films und die Tatsache, dass man den Film 'bedienen' muss. Zugleich legt man als Komponist Musik in einer gewissen Dichte an, die kann man dann im Lauf der Arbeit nicht einfach herunterschrauben.

Jubiläum

deutscher stummfilmpreis auszeichnung 1 250

Ein "unsterblicher" Horrorfilm wird 100. mehr

Aktuelle Preisträger

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Der Deutsche Stummfilmpreis ehrt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um die Stummfilmkultur verdient gemacht haben. mehr

Berlin

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Mit einer Sonderausstellung bis 02. Mai 2022 würdigt die Deutsche Kinemathek das komplexe Handwerk der Filmrestaurierung. mehr