vortex portrait stiglegger 250Im Herbst 1922 kam der seinerzeit umstrittene Aufklärungs- und Dokumentarfilm "Häxan" in die Kinos – eines der Hauptwerke des dänischen Regisseurs Benjamin Christensen (1879-1959) und heute ein Meisterwerk des expressionistischen Films.

Für Herbst 2022 hat das deutsche Label Xcess eine Blu-ray mit der restaurierten Fassung des Films und diversen Features angekündigt. Auch der Filmwissenschaftler und Musiker Prof. Dr. Marcus Stiglegger nimmt das Filmjubiläum zum Anlass für eine Veröffentlichung: Mit seiner Musikformation Vortex hat er einen neuen Soundtrack zu "Häxan" eingespielt, der im Juni 2022 bei dem Label Cyclic Law Frankreich als LP/CD-Box erscheinen wird.

Stummfilm Magazin sprach mit Prof. Dr. Stiglegger über "Häxan" und seine neue Musik zum Film. zum Interview
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Marcus Stiglegger

filmstreifen gelb 03 250Das Filmmuseum München zeigt vom 18. März bis 29. April 2022 eine Retrospektive mit Werken des Filmautors und -regisseurs Henrik Galeen.

Henrik Galeen (1881-1949) gehört zu den eher unbekannten Filmschaffenden des frühen Films. Dabei war er maßgeblich an einigen der bedeutensten und einflussreichsten Klassikern der Weimarer Kinos beteiligt. Das Filmmuseum München hat sich mit dem Leben und dem Werk Galeens aufgrund neu zugänglicher Dokumente beschäftigt und dessen Lebensweg, der lange nur sehr bruchstückhaft bekannt war, nun nachgezeichnet.

Im Rahmen der Retrospektive werden "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens (D 1922), "Der Golem" (D 1914), "Der Golem, wie er in die Welt kam" (D 1920), "Die beiden Gatten der Frau Ruth" (D 1919), "Stadt in Sicht" (D 1923), "Das Wachsfigurenkabinett" (D 1924), "Der Student von Prag" (D 1926), "Auf gefährlichen Spuren" (D 1924) und "Alraune" (D 1928) gezeigt. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

bothmer fluegel birgit meixner 250Vom 18. bis 26. März 2022 findet im Berliner "Theater im Delphi" die Stummfilmkonzertreihe "100 Jahre 'Nosferatu' & Festival 2022" mit dem Stummfilmmusiker Stephan Graf von Bothmer statt.

Gezeigt werden neben dem Jubiläumsfilm "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" auch Kurzfilmprogramme und Stummfilmklassiker wie "Der letzte Mann" (D 1924) von F. W. Murnau und "Der General" (USA 1926) von und mit Buster Keaton.

Festival-Trailer auf YouTube

Stephan Graf von Bothmer gehört seit etwa zwei Jahrzehnten zu den profiliertesten Stummfilmmusikern, auch über Deutschlands Grenzen hinweg. Sein Repertoire reicht von den Klassikern des deutschen Stummfilms bis zu internationalen Produktion aus der Frühzeit des Kinos. Auch seine Kurzfilmprogramme mit amerikanischen Komödien, etwa mit den "Kleinen Strolchen" oder dem kongenialen Duo Stan Laurel und Oliver Hardy, finden ein begeistertes Publikum. mehr
Foto: Birgit Meixner

dff IMG 7316 wundertrommel2 klAus dem Bestand der Sammlung Werner Nekes wurden jetzt sechs Objekte ausgewählt, die künftig im Ausstellungsteil „Filmisches Sehen“ der Dauerausstellung des DFF in Frankfurt am Main zu sehen sind.

Die Objekte ersetzen zum Teil empfindliche Exponate, die aus konservatorischen Gründen ausgetauscht werden müssen, zum Teil setzen sie neue inhaltliche Akzente. So verweist ein trapezförmiger Guckkasten französischer Herkunft aus dem Jahr 1730 den Beginn der Filmgeschichte weit ins 18. Jahrhundert hinein. Er ersetzt ein vergleichbares Objekt, das auf 1880 datiert ist. Die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln, das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main, und das Filmmuseum Potsdam, als In-Institut der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf hatten die Sammlung im Sommer 2020 gemeinsam erworben.

Die Wundertrommel „Les Images Vivantes“, ebenfalls französischer Herkunft und um 1900 ein beliebtes Spielzeug, ist aus Papier gefertigt und daher besonders anfällig für Licht- und Klimaeinflüsse. Der konservatorisch begründete Austausch der Wundertrommel durch ein modellgleiches Exemplar aus der Sammlung Werner Nekes ermöglicht die erforderliche Ruhepause. Mit dem neuen Exponat kann in Zukunft ein regelmäßiger Austausch der beiden Objekte gewährleistet und damit kulturelles Erbe geschützt und erhalten werden, ohne den Zugang der Öffentlichkeit zu dem Objekttyp zu beschränken. mehr
Das Bild zeigt Kuratorin Stefanie Plappert beim Austausch der Wundertrommel, Fotonachweis: DFF/Frauke Haß; Textquelle: DFF

filmstreifen 04 250Die amerikanische Filmschauspielerin und Opernsängerin Geraldine Farrar starb am 11. März 1967 in Ridgefield (US-Bundesstaat Connecticut).

Ab Mitte der 1910er Jahren trat Farrer in Stummfilmen auf, zumeist unter der Regie von Cecil B. DeMille. Er drehte auch ihren heute wohl noch bekanntesten Film, die Kinoadaption von Prosper Mérimées Roman Carmen (USA 1915); das Buch war auch Grundlage für Georges Bizets gleichnamiger Oper. Geraldine Farrer wurde am 28. Februar 1882 in Melrose im US-Bundestaat Massachusetts geboren. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt 10 250Louis Feuillades anarchische Kinoserie "Fantômas" aus den Jahren 1913/14 ist in zwei Tranchen im Zürcher Filmpodium mit Livemusik zu sehen.

Am 12. März 2022 sind Teil 1 und Teil 2 der fünfteiligen französischen Serie, am 19. März 2022 die Teile 3 bis 5 zu sehen. Zum morbiden Geschehen auf der Leinwand spielen live Paula Sánchez (Cello), Steve Buchanan (Altsaxofon, Elektronik), Dadaglobal (Elektronik, Piano) und Simon Berz (Schlagzeug, Elektronik). Eine Einführung hält Pablo Assandri.

Die Filme beziehen sich auf die berühmten Bücher von Pierre Souvestre und Marcel Allain um den mysteriösen und brutalen Verbrecher, der in wechselnden Verkleidungen sein Unwesen treibt. Louis Feuillade (1873-1925) war neben "Fantômas" auch für die ebenfalls düsteren Filmreihen "Die Vampire" (F 1915/16) und "Judex" (F 1916) verantwortlich. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 09. März 1922 wurde "Der brennende Acker" von Friedrich Wilhelm Murnau im Berliner Marmorhaus uraufgeführt.

"In Handlung und Botschaft ist 'Der brennende Acker' holzschnittartig. Der positiv dargestellten bäuerlichen Welt wird eine moralisch korrupte Welt des Adels und des Kommerzes gegenübergestellt, nirgendwo deutlicher als in der Einstellung, in der Johannes aus einem Fenster auf den Teufelsacker blickt, der sich plötzlich vor seinem inneren Auge in eine Industrielandschaft voller rauchender Schlote verwandelt. Es ist bezeichnend, dass es ausgerechnet Erdöl, ein Motor der Industrialisierung ist, das als Schatz unter dem unfruchtbaren Stück Land liegt. Nicht minder bezeichnend ist, dass dieses Stück Land ‚Teufelsacker‘ genannt wird, denn es ist das Versprechen auf Gewinn, dass die Menschen in 'Der brennende Acker' ins Verderben treibt.", so unser Autor Arndt Pawelczik für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik. Hier geht es zur ganzen Filmbesprechung.
Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen 01 250Zu einer Solidaritätsveranstaltung für die Ukraine lädt das Düsseldorfer Filmmuseum am Samstag, den 12. März 2022, um 18:00 Uhr ein. Gezeigt wird der Stummfilm "Der verzauberte Wald" (1928) von Alexander Dovzhenko mit Livemusik von Daniel Kothenschulte.

Alexander Dovzhenkos unkonventionelle Vision und experimenteller Stil blieben stets in seiner Liebe zu seiner Heimat Ukraine, ihrer Kultur und ihren Menschen verwurzelt. "Der verzauberte Wald", sein erster großer Film, produziert und gedreht in der ukrainischen SSR, ist auch sein fröhlichstes Werk, das von Eisenstein und Pudovkin sofort als Meisterwerk gefeiert wurde, als einer der bemerkenswertesten Avantgardefilme einer überbordend experimentellen Zeit.

Der Film verbindet auf wunderbare Weise Lyrik und Politik und verwendet sein zentrales Konstrukt für eine Montage, die die ukrainische Industrialisierung lobt, die europäische Bourgeoisie angreift, die Schönheit der ukrainischen Steppe feiert und alte Folklore neu erzählt: Ein Großvater füllt den Kopf seines Enkels mit Geschichten über einen legendären skythischen Schatz, und der Junge verbringt den Rest seines Lebens damit, ihn zu finden...

"Der verzauberte Wald" wird vom Filmkritiker, Filmwissenschaftler und Stummfilmmusiker Daniel Kothenschulte live am Klavier begleitet. Die Eintrittsgelder (pro Person 9,- Euro; ermäßigt 7,- Euro; mit Black-Box-Pass 6,- Euro) und Spenden aus dem Abend gehen komplett an den Verein "AVP – Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive e.V.". Die Organisation AVP e.V. versteht sich als Integrationsverein für alle Menschen mit Migrationshintergrund und ist offen für alle Nationalitäten. Aufgrund der Gründungsgeschichte bestehen besonders viele Erfahrungswerte im Bereich der Integration von Menschen aus osteuropäischen Ländern. Die AVP e.V. leistet derzeit Nothilfe im Kriegsgebiet in der Ukraine. Ein Vertreter aus dem Vorstand wird am Abend vor Ort zur Lage berichten. mehr
Textquelle: Filmmuseum Düsseldorf; Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt 10 250Die Schauspielerin Ossi Oswalda starb am 07. März 1947 in Prag. Sie wurde am 02. Februar 1898 als Oswalda Amalie Anna Stäglich in Niederschönhausen, einem Ortsteil im Berliner Bezirk Pankow, geboren.

Nach einigen unbedeutenden Filmarbeiten ab 1916 wurde sie schnell durch zahlreiche Hauptrollen in Produktionen von Ernst Lubitsch überaus beliebt beim Publikum. Filme wie „Ich möchte kein Mann sein" (D 1918), "Die Austernprinzessin" (D 1919) und "Die Puppe" (D 1919), in denen sie ihr komödiantisches Talent voll ausspielen konnte, finden auch heute noch ein begeistertes Publikum. "Die Puppe" bezeichnete Lubitsch in späteren Lebensjahren als seine beste deutsche Produktion vor der Emigration in die USA im Jahr 1923. 

1921 gründete Ossi Oswalda ihre eigene Filmproduktionsgesellschaft. Mit dem Ausklingen der Stummfilmzeit endete auch ihre Filmkarriere. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 09 250Der deutsche Schauspieler Heinz Rühmann wurde am 07. März 1902 in Essen als Heinrich Wilhelm Rühmann geboren. Er starb am 03. Oktober 1994 in Aufkirchen.

Rühmann gehörte im 20. Jahrhundert zu den beliebsten deutschen Filmdarstellern und spielte die Hauptrollen in zahlreichen Erfolgsfilmen. Schon in der Stummfilmzeit war er auf der Leinwand zu sehen, in Das deutsche Mutterherz (1926) und Das Mädchen mit den fünf Nullen (1927). Das 1930 gedrehte, genreprägende Tonfilmusical Die Drei von der Tankstelle bedeutete sein Karrieredurchbruch. mehr

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Der Tagesspiegel gibt einen Einblick in die Arbeit der Firma Theaterkunst, die schon seit der Stummfilmzeit Kinofilme mit Kostümen ausstattet. mehr

SWR2 stellt in einem Audiobeitrag die neue Webseite "Filmwissen Online" vor. mehr

♦ Der international renommierte Stummfilmmusiker Günter A. Buchwald, im Jahr 2021 ausgezeichnet mit dem Ehrenfilmpreis des Landes Baden-Württemberg und dem Deutschen Stummfilmpreis, hat seine Internetseite einem Relaunch unterzogen. mehr

♦ Der Journalist Volker Schönenberger stellt auf seiner Internetseite Murnaus Schauerfilm "Nosferatu – eine Symphonie des Grauens" (D 1922) anlässlich dessen Uraufführung vor hundert Jahren vor. Auch zeit.de, ndr.de, rnz.de und einige Medien mehr würdigten das Jubiläum.
Foto: Stummfilm Magazin

geige farbig 250Das WDR Funkhausorchester unter Leitung von Frank Strobel spielt am Samstag, den 05. März 2022, um 20.00 Uhr im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz Kompositionen von Charlie Chaplin und zudem Werke, die den Filmkünstler inspirierten.

Zu sehen gibt es berühmte wie unbekannte Filmsequenzen, Fotografien und privates Filmmaterial aus den Chaplin-Archiven. Neue Musikrekonstruktionen und -arrangements liefern live die passenden Melodien zum Bilderbogen. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung wird am 22. Mai 2022 um 19.00 Uhr in der WDR4-Radiosendung "Klassik populär" ausgestrahlt. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule 250 4Alle zwei Jahre ruft der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare den "Tag der Archive" aus. In 2022 wird er am Samstag, den 05. März, begangen.

Das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum beteiligt sich an dem Aktionstag mit einem Online-Stream: Von 11:00 bis 16:00 Uhr veröffentlicht die Filmerbeeinrichtung unter https://www.dff.film/tag-der-archive allerhand Fakten, Geschichten und Kurioses aus dem Archivalltag, zusammengetragen von den Mitarbeiter*innen. Ein Teil der Blogs, Podcasts, Bildergalerien und Videos wurde anlässlich der Aktion produziert, ein anderer Teil kommt aus dem "Filmkultur online"-Bestand des DFF, der in den vergangenen zwei Pandemiejahren entstanden ist. Interessierte haben die Möglichkeit, im Vorfeld und während des Streams Fragen zu stellen.

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 04. März 1922 wurde "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" im Marmorsaal des Zoologischen Gartens Berlin uraufgeführt.

Der Vampirfilm von Friedrich Wilhelm Murnau zählt zu den großen Klassikern des Weimarer Kinos und gehört heute zu den meistgezeigten Stummfilmen. Unser Autor Arndt Pawelczik würdigt für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik das Meisterwerk. Hier geht es zur Filmbesprechung.

Zudem stellt Stummfilm Magazin den Kultklassiker in einem ausführlichen Special mit vielen Hintergrundinfos und Termintipps vor.
Bild: Stummfilm Magazin

dresdner stummfilmtage 2022 plakat 250Vom 09. bis 12. März 2022 finden die 7. Dresdner Stummfilmtage statt.

Insgesamt werden sechs Vorstellungen geboten, alle mit Livemusikbegleitungen von Klavier bis Elektronik. So ist etwa F. W. Murnaus "Nosferatu – eine Symphonie des Grauens" (D 1922) als Kopfhörerkonzert mit einer Neukomposition von Matthias Hirth zu erleben. Der Film kam vor 100 Jahren in die Kinos.

Flyer der Stummfilmtage als PDF

Zudem werden Buster Keatons Komödie "Verflixte Gastfreundschaft" (USA 1923) mit einer Orgelbegleitung von Michael Vetter und Hans Otto Löwensteins Biopic "Beethoven" (AT 1927) mit einer Vertonung von Richard Siedhoff, Preisträger des Deutschen Stummfilmpreises, gezeigt. Letzteres Werk wird auch in einer Schüler*innenvorführung zu sehen sein.

Der angekündigte Vorführung des meisterhaften Sjöström-Films "Der Fuhrmann des Todes" (SWE 1921) fällt kurzfristig aus und soll nach bisherigen Planungen im Sommer 2022 als Open-Air-Event nachgeholt werden. Das komplette Programm mit Angaben zu den Veranstaltungsorten ist zu finden unter: www.dresdnerstummfilmtage.de.
Bild: Veranstalter Dresdner Stummfilmtage/Technische Sammlungen Dresden

Potsdam

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Vor 50 Jahren starb Asta Nielsen. Aus diesem Anlass führt das Filmmuseum Potsdam im Herbst 2022 eine Retrospektive durch. mehr

Spendenaktion

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Das bedeutende ukrainische Filmarchiv Dovzhenko Centre in Kiew ist in seiner Existenz bedroht. Spenden zur Unterstützung sind möglich unter https://gofund.me/a6d1f28d

Jubiläum

deutscher stummfilmpreis auszeichnung 1 250

Ein "unsterblicher" Horrorfilm ist 100. mehr