100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 01. Mai 1921 wurde "Danton" im Berliner Ufa-Palast am Zoo uraufgeführt.

"Danton" war nach "Madame Dubarry" von 1919 der zweite große deutsche Film über die französische Revolution. Das Sujet lag wohl in der Berliner Luft, aus der sich die Pulverschwaden der Novemberrevolution von 1918 noch nicht ganz verzogen hatten. Während Lubitschs Film vor allem durch den Realismus der Straßenszenen und die Choreographie der Massen beeindruckt, orientiert sich der junge russische Regisseur Dimitri Buchowetzki offensichtlich stärker am Theater, insbesondere an Max Reinhardts Inszenierung von "Dantons Tod" aus dem Jahre 1916", so Autor Arndt Pawelczik in seinem Beitrag für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik. Hier geht es zur ganzen Filmbesprechung.

filmstreifen 02 250Der amerikanische Filmregisseur und -pionier Edwin Stanton Porter starb am 30. April 1941 in New York.

Mit Der große Eisenbahnraub aus dem Jahr 1903 schuf er einen Meilenstein der Kinogeschichte und vermutlich auch den ersten Filmwestern. Der ca. 12 Minuten lange Film aus der Produktion der Edison Studios ist eines der frühesten Beispiele für das Erzählen einer Geschichte mit filmspezifischen Mitteln, wie beispielsweise der Parallelmontage. Porter wurde am 21. April 1870 Connellsville (US-Bundestaat Pennsylvania) geboren. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 02 250Am Freitag, den 30. April 2021, vertont das Genfer Alternativ-Tropical-New Wave-Kraut-Punk-Trio Massicot im Zuger Kulturzentrum Galvanik den avantgardistischen Stummfilm Le Brasier ardent (F 1923) von Ivan Mosjoukine.

Massicot, das sind die Musiker*innenSimone Aubert an der obsessiven E-Gitarre, Mara Krastina am verzerrten Baby Bass und Colline Grosjean am rhythmischen Schlagzeug. Einen Tag später ist das Event auch im Züricher Kulturhaus Kosmos zu erleben. Die Teilnehmendenzahl ist pro Vorstellung auf 50 Personen begrenzt, der Ticket-Vorverkauf wird daher empfohlen. Es gelten die jeweiligen Hygienebestimmungen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 27. April 1921 wurde "Lichtspiel Opus 1" im Berliner Mamorhaus uraufgeführt.

Mit dem zehnminütigen abstrakten Werk "Lichtspiel Opus I" (D 1921) schrieb der Experimentalfilmer Walter Ruttman Filmgeschichte. Bereits hier zeigte er sich, wie später noch öfters, als ein Medienkünstler am Puls der Zeit.

Stummfilm-Magazin-Herausgeber Frank Hoyer stellt für die Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik das Werk vor. Hier geht es zur Filmbesprechung.

filmspuele lila 250Am 25. April 1896 wurde in den Wilhelmshallen in Berlin (Unter den Linden 21) ein Filmvorführraum der Deutschen Kinematographischen Gesellschaft eröffnet.

Die Lokalität gilt als erstes Kino in Deutschland. Geschäftsführer war Gustav Schönwald. Später übernahm der Filmpionier Oskar Messter den Vorführraum und gab ihm den Namen "Bioramen". mehr
Foto: Stummfilm Magazin

stummfilmtage bonn 250aWie lassen sich Stummfilme in Zeiten, in denen im Kino Blockbuster dominieren und immer mehr Streamingportale Zuschauer*innen an sich binden, an ein möglichst breites Publikum bringen?

Diese Frage beschäftigt die Internationalen Stummfilmtage Bonn Jahr für Jahr. Aktuell hat sich das Festival mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum einen starken Kooperationspartner gesucht, der das Programm der Internationalen Stummfilmtage (12. bis 22. August 2021) in Teilen auch nach Frankfurt und Wiesbaden bringt. "Wir haben uns in diesem Jahr mit einem neuen Kurator*innenteam, bestehend aus Eva Hielscher und Oliver Hanley, ganz neu aufgestellt und haben überlegt, wie wir die 37. Auflage des Festivals noch sichtbarer machen können", sagt Sigrid Limprecht, Vorsitzende des Fördervereins Filmkultur Bonn, der die Internationalen Stummfilmtage veranstaltet. "Das brachte uns sehr schnell auf das bundesweit operierende DFF, dem sich damit die Gelegenheit bot, den DFF-eigenen Digitialisierungen ein breiteres Forum zu geben."

In dieser Woche wurde der Kooperationsvertrag unterschrieben. "Wir sind sehr froh darüber", sagt Limprecht, "wir hoffen, so ganz neue Zielgruppen für den Stummfilm erschließen zu können und setzen auf eine langfristige Zusammenarbeit, die es uns ermöglicht, gemeinsam Aufbauarbeit für den frühen Film zu leisten." Von den rund 20 Filmen, die im August in Bonn gezeigt werden, soll ein Teil, ebenfalls im August in Frankfurt und später in Wiesbaden zu sehen sein. Wann genau, steht noch nicht fest. "In diesem Jahr ist ja ohnehin pandemiebedingt alles noch offen und unklar", so Limprecht. "Aber wir sind festen Willens, unsere beliebten Open-Air-Vorführungen dieses Jahr wieder anbieten zu können."

Auch DFF-Direktorin Ellen Harrington begrüßt die neue Partnerschaft: "Wir freuen uns, wenn wir im Sommer Teile des Bonner Programms bei uns auf der großen Leinwand präsentieren können, und zwar nicht nur in Frankfurt, sondern auch im Caligari in Wiesbaden. Ich freue mich, dass einige unserer eigenen Digitalisierungen dabei sein werden – sie verdienen ein großes Publikum." Der inhaltliche Schwerpunkt des August-Programms steht laut Limprecht noch nicht fest: "Das Kurator*innenteam hat seine Arbeit aufgenommen und legt jetzt los."
Internetseite Internationale Stummfilmtage
Internetseite DFF
Textquelle: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum; Foto: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Anlässlich des Todes von Thomas Fritsch stellt der NDR dessen Vater, den Stumm- und Tonfilmstar Willy Fritsch, vor. mehr

♦ An den Beginn der Dreharbeiten zu Nosferatu – Eine Symphonie des Grauen (Regie: Friedrich Wilhelm Murnau, D 1922) vor hundert Jahren in Wismar erinnert die Ostsee Zeitung. mehr

♦ Das Kevelaer Blatt informiert darüber, dass der schwedische Stummfilm "Die Wallfahrt nach Kevelaer“ (Regie: Ivan Hedqvist, 1921) beim Streamingdienst Netflix derzeit abrufbar ist. mehr

♦ kino-zeit.de stellt den Filmkünstler Guy Maddin, der in seinen Werken immer wieder Bezug zur Stummfilmära nimmt, vor und gibt Streamingtipps. mehr

♦ Der Kameramann und Fotograf Helmar Lerski, der unter anderem an Robert Reinerts visuell beeindruckenden Spielfilm Opium (D 1919) beteiligt war, wird derzeit mit einer Ausstellung unter dem Titel "Faces“ in der Wiener Albertina gewürdigt. Die Frankfurter Rundschau berichtet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 2Am 20. April 1896 wurde in Köln erstmals eine Vorführung mit dem Kinematographen der Brüder Lumière durch die "Deutsche Automaten Gesellschaft Stollwerck & Co." in Deutschland durchgeführt.

Mit dem Kinematographen lösten die Lumières auf technisch praktikable und kommerziell gut auswertbare Weise das Problem der Filmaufnahme und -projektion, an dem in den 1890er-Jahren viele Erfinder mehr oder weniger erfolgreich tüfftelten. Zudem produzierten die Lumières von Beginn an Bewegtbildmaterial für die öffentlichen Filmvorführungen mit ihren Geräten und schickten dafür Kameramänner in alle Welt. mehr

Videotipp: Eine Demonstration eines originalen Kinematographen aus der Sammlung des Filmarchivs Austria findet man hier.
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 1Wie brachten die Menschen schon vor der Erfindung des Kinos Bilder in Bewegung? In einer zweiteiligen Video-Serie gibt das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum einen Einblick in die Zeit vor der Erfindung des Kinos.

Im ersten Video stellt Thomas Worschech, Leiter des DFF-Filmarchivs und der Gerätesammlung, im Gespräch mit Frauke Haß die Laterna Magica vor, die Zauberlaterne, mit der Rezitator*innen seit dem 17. Jahrhundert in öffentlichen Vorführungen Geschichten erzählten.

In einem weiteren Video zeigt Worschech, wie sich umtriebige Erfinder im 19. Jahrhundert über neuartige Apparaturen wie das Kinetoskop oder den Anschütz-Schnellseher an das Kino heranpirschten, das mit der ersten Vorführung der Brüder Lumière am 28. Dezember 1895 geboren war. mehr
Textquelle: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum; Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen bunt15 250Der Werbefilmer und Filmproduzent Julius Pinschewer starb am 16. April 1961 in Bern. Er wurde am 15. September 1883 in Hohensalza/Inowroclaw (Polen) geboren.

Pinschewer gilt als Pionier des deutschen Werbefilms. Er dominierte zur Stummfilmzeit nicht nur die Produktion, sondern auch die Vorführung von Werbefilmen in den deutschen Kinos. Viele seiner Produktionen sind Klassiker der filmischen Werbung und bestechen auch heute noch durch aufwändige Tricktechnik und unterhaltsame Dramaturgie. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

arte logo 250Am 19. April 2021 wird um 23:35 Uhr auf Arte der Dokumentarfilm "Chicago – Weltstadt in Flegeljahren" (1931) in einer aktuell restaurierten Fassung und mit neuer Musikbegleitung von Andy Miles gezeigt. Ergänzend ist das Werk für kurze Zeit als Stream abrufbar.

Der Film steht in der Tradition von Städtefilme wie Alberto Cavalcantis Paris-Film "Rien que les heures" (1926), Walter Ruttmanns "Berlin, die Sinfonie der Großstadt" (1927) oder Michail Kaufmans "Moskau" (1927). Im Spannungsfeld zwischen Avantgarde und Kulturfilm behauptet sich Heinrich Hausers filmisches Porträt von Chicago als eigenständiges Werk; es ist keine impressionistische Studie, kein experimentelles Städtepoem, weder touristischer Werbefilm noch dozierender Kulturfilm, sondern vielmehr eine persönliche, sachliche und nüchterne Beschreibung der zweitgrößten amerikanischen Stadt.

"Chicago" auf Arte: Interview mit Franziska Schonger und Dr. Rolf Giesen

chicago bluray absolut medien cover 250Der Deutsche Heinrich Hauser, 1901 laut Geburtsschein in Preußen geboren, drehte in Chicago lange, bevor es Hollywood tat. Sein Film kommt ohne Stars aus: keine impressionistische Studie, kein experimentelles Städtepoem, kein touristischer Reisefilm, keine gestellten Aufnahmen, schon gar nicht einer der gängigen Kulturfilme. Die Stadt selbst und die Menschen, die sie bevölkern, stehen im Zentrum.

Hauser war der Neuen Sachlichkeit verpflichtet – und sich selbst. Zu keiner Zeit versucht er in seinem Film das städtische Geschehen seinen eigenen Prinzipien unterzuordnen. Eher lässt er sich mitnehmen von dem, was ihm ins Auge fällt. So entstand ein bedeutendes, zu Unrecht in Vergessenheit geratenes und erst nach vielen Jahrzehnten wiederentdecktes Filmwerk.

Seit Herbst 2020 ist "Chicago – Weltstadt in Flegeljahren" bei absolut Medien als Blu-ray und DVD mit der neuen Musikfassung von Andy Miles, eingespielt vom WDR Funkhausorchester, erhältlich. Als zweiter Soundrack findet sich eine von Wilfried Reichardt und Hans-Ulrich Werner eingerichtete Tonfassung mit Passagen aus Hausers Chicago-Buch mit nachempfundener Soundkulisse. mehr
Textquelle: absolut Medien GmbH; Bilder: Arte TV, absolut Medien GmbH (Blu-ray-Cover)

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 12. April 1921 wurde "Die Bergkatze" im Berliner Ufa-Palast am Zoo uraufgeführt.

"Wenn man "Die Bergkatze" heute sieht, hat man den Eindruck, dass Ernst Lubitsch nach dem großen nationalen und internationalen Erfolg seiner Filme wie "Carmen" und "Madame Dubarry" völlige gestalterische Freiheit hatte. "Die Bergkatze" bricht fröhlich mit allen Konventionen des Erzählfilms und nutzt stattdessen Elemente der Operette und des Bühnenkabaretts, vor allem die hemmungslose Überzeichnung", so Autor Arndt Pawelczik in seinem Beitrag für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik. Hier geht es zur ganzen Filmbesprechung.

cinefest logo 250Vom 14. bis 30. Mai 2021 ist geplant, einen Teil des im November 2020 ausgefallenen Kinoprogramms des XVII. cinefests im Hamburger Kommunalen Kino Metropolis nachzuholen.

Aufgrund der derzeitigen Pandemie-Situation ist aber auch die Durchführbarkeit dieses Programms noch nicht gesichert. Weitere Informationen kündigt der Veranstalter für Ende April/Anfang Mai an. Das Filmerbefestival beschäftigte sich in 2020 mit dem Thema "Kino, Krieg und Tulpen. Deutsch-Niederländische Filmbeziehungen". mehr
Textquelle und Logo: cinefest

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 07. April 1921 wurde "Schloß Vogelöd" im Mamorhaus in Berlin uraufgeführt.

In den letzten Jahren sind viele bekannte deutsche Stummfilme neu restauriert worden und liegen heute in Versionen vor, die der Uraufführungskopie in Vollständigkeit und Bildqualität zumindest nahe kommen. Das trifft auch auf "Schloss Vogelöd" zu. Jahrzehntelang war Friedrich Wilhelm Murnaus zehnter Film nur in verwaschenen, kontrastarmen Kopien zu sehen gewesen, was eine kritische Einordnung erschwerte. In der restaurierten Fassung kommen die Qualitäten des Films endlich besser zur Geltung.

Autor Arndt Pawelczik stellt für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik den Film vor. Hier geht es zur Filmbesprechung.

go east festival logo 250Die 21. Ausgabe des von DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum veranstalteten goEast-Festivals findet vom 20. bis 26. April 2021 statt.

Die Festivalmacher*innen bieten ihrem Publikum zwar nahezu alle 92 Festivalfilme online an, unterstreichen mit Jury- und Pressevorführungen im Kino aber auch die Bedeutung des Festivals als Branchenevent. Mit dem Herzstück des Festivals, dem Wettbewerb, bietet goEast einem breiten Publikum die Chance, Höhepunkte des aktuellen mittel- und osteuropäischen Films näher kennenzulernen.

Zu sehen sind bei goEast 2021 auch Stummfilme, wie der außergewöhnliche Science-Fiction-Film "Aelita" (UdSSR 1924) und der Dokumentarfilm "Turksib"  (UdSSR 1929) über den Bau einer Anschlussstrecke an die Transsibirische Eisenbahn. mehr
Textquelle und Bild: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Jetzt anmelden

dsp presse pic 250

Immer aktuell mit dem Newsletter von Stummfilm Magazin. mehr

Aktuelle Preisträger

deutscher stummfilmpreis auszeichnung 1 250

Der Deutsche Stummfilmpreis ehrt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um die Stummfilmkultur verdient gemacht haben. Alle Infos zur Verleihung

Homemovie-Zeit

bauhaus film pic 250