filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ "Der Scheich" mit Rudolph Valentino hatte vor hundert Jahren seine Uraufführung. Die Frankfurter Rundschau stellt den Film und seinen legendären Hauptdarsteller vor. mehr

♦ Die B.Z. schreibt über die aktuelle Sonderausstellung „Frame by Frame – Film restaurieren“ der Deutschen Kinemathek. mehr

♦ Dirigent Frank Strobel hat in einem Interview mit rbbKultur über seine Musikeinrichtung zu "Panzerkreuzer Potemkin" (UdSSR 1925) gesprochen. mehr

♦ stern.de berichtet über die Auszeichnung des Dirigenten, Komponisten, Pianisten und Violinisten Günter A. Buchwald mit dem Baden-Württembergischen Ehrenfilmpreis 2021. mehr

♦ „Silent Night“, der neue Kinofilm von Regisseur John Woo, soll gänzlich ohne Dialoge auskommen. kino.de berichtet
Foto: Stummfilm Magazin

roter vorhang 10 250Die 22. Vergabe des Kinopreises des Kinematheksverbundes findet vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie unter besonderen Bedingungen statt.

Da in 2020 kein durchgehender Spielbetrieb stattfinden konnte und die Kinos sich existenziellen Herausforderungen stellen mussten, wird der Kinopreis in 2021 vor allem im Sinne einer solidarischen Unterstützung vergeben. Das Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro wird auf 26 Kinos verteilt, die für ihre Maßnahmen zur Bewältigung dieser Herausforderung Anerkennung verdienen.

Die Jury war nach Sichtung der Einreichungen beeindruckt von der Energie und Kreativität, mit der die Kinobetreiber*innen den Kontakt zu ihren Besucher*innen gehalten oder sogar ausgebaut hätten. Das Selbstverständnis des Kinos als eine der nahbarsten Kunst- und Unterhaltungsformen bestätige sich hier in besonderer Weise .

filmspule 250 3Die sechste Ausgabe von "Film Restored – Das Filmerbe-Festival" findet vom 03. bis 07. November 2021 statt.

Seit 2015 widmet sich die Veranstaltung dem Filmerbe im digitalen Zeitalter. Digitale Restaurierungen erleben hier Premieren, Filmemacher*innen und Restaurator*innen berichten über praktische Aspekte der digitalen Filmbearbeitung und Expert*innen diskutieren über politische und ästhetische Fragen, die im Rahmen von Digitalisierungsmaßnahmen eine Rolle spielen.

Das Festivals macht in 2021 filmische Migrationsbewegungen zum Schwerpunkt und wird in Anschluss an das Thema des Vorjahres weitere transnationale Verflechtungen in der Filmgeschichte verfolgen. Eine Auswahl der Festivalfilme, Gespräche, Einführungen sowie Bonusmaterial werden parallel zum Festival online auf www.film-restored.de zur Verfügung stehen.

Die rund 18 Filmprogramme werden im Original mit englischen oder deutschen Untertiteln gezeigt. "Film Restored" ist eine Veranstaltung der Deutschen Kinemathek für den Kinematheksverbund und ist gefördert vom BKM und unterstützt von FIAF und Arsenal – Institut für Film und Videokunst. Die Tagung wird in Englisch abgehalten. mehr
Textquelle: Deutsche Kinemathek; Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 09 250Der Zauberkünstler Harry Houdini starb am 31. Oktober 1926 in Detroit (US Bundesstaat Michigan).

Neben seinen spektakulären Liveaufführungen war er auch in einigen Stummfilmen als Darsteller zu sehen: "The Master Mystery" (USA 1919), "The Grim Game" (USA 1919), "Terror Island" (USA 1920), "The Man from Beyond" (USA 1922) und "Haldane of the Secret Service" (USA 1923). Er wurde am 24. März 1874 als Erik Weisz in Budapest, damals Österreich-Ungarn, geboren. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

konzerthausorchester credit marco borggreve 250Am Montag, den 01. November 2021, ist der russische Stummfilmklassiker "Panzerkreuzer Potemkin" im Konzerthaus Berlin mit live Musikbegleitung zu erleben.

Frank Strobel dirigiert das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Zu hören ist eine Musikkompilation aus den Sinfonien Nr. 1, Nr. 4, Nr. 5, Nr. 8, Nr. 10 und Nr. 11 von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, die von Strobel zum Film eingerichtet wurde.

Sergei Eisensteins Meisterwerk "Panzerkreuzer Potemkin" wurde am 21. Dezember 1925 im Bolschoi-Theater Moskau als offizieller Jubiläumsfilm zur Feier der Russischen Revolution (1905) uraufgeführt. Der Propagandafilm wird bei Umfragen unter Filmkritiker*innen immer wieder unter die bedeutensten zehn Filme der Kinogeschichte gewählt. Legendär ist die Szene eines Massakers auf der Treppe zum Hafen von Odessa, die durch ihren virtuosen, rythmischen Schnitt beeindruckt. Der Stummfilmklassiker hat Generationen von Filmemachern beeinflusst und ist Gegenstand unzähliger filmwissenschaftlicher Abhandlungen.

Frank Strobel hat seit Herbst 2021 die Position des Chefdirigenten beim WDR Funkhausorchester inne und bereits zahlreiche Stummfilmklassiker musikalisch rekonstruiert, live zur Aufführung gebracht und eingespielt. Ein Höhepunkt seiner bisherigen Karriere, die neben der Stummfilmmusik auch viele weitere musikalische Genrés umfasst, war die Welturaufführung der rekonstruierten Fassung von Fritz Langs Science-Fiction-Monumentalfilm Metropolis (D 1927) auf der Berlinale 2010. Der Musiker ist als Berater für das Stummfilmprogramm von ZDF/arte tätig und seit 2000 künstlerischer Leiter der Kulturinstitution Europäische Filmphilharmonie, die er mitbegründete und die sich für eine historisch informierte Aufführungspraxis der Filmmusik einsetzt. Frank Strobel wurde 1966 in München geboren und wohnt in Berlin und Lyon. mehr
Mit Textmaterial von WDR Presse; Foto: Marco Borggreve

braunschweig filmfestival 2021 250Mit der Uraufführung der für großes Orchester rekonstruierten Originalmusik zu "Der Golem, wie er in die Welt kam" startet das Braunschweig International Film Festival (BIFF) am 01. November 2021.

Der große, einflussreiche Klassiker des Weimarer Kinos, der am 29. Oktober 1920 in Berlin seine Premiere hatte, konnte annähernd hundert Jahre lang nicht mit seiner Originalmusik aufgeführt werden. Die Partitur von Dr. Hans Landsberger galt als verschollen, der jüdische Komponist, der 1941 in einem Internierungslager starb, geriet in Vergessenheit.

2018 entdeckte der Stummfilmmusiker Richard Siedhoff (Foto) die Komposition  wieder – jedoch nur die Klavierdirektion mit einigen Stimmenfragmenten. Er rekonstruierte die fehlenden Teile und schuf eine Version für großes Orchester, die nun erstmals in Braunschweig live erklingen wird. Für seine herausragende Arbeit wurde Siedhoff 2020 mit dem Deutschen Stummfilmpreis ausgezeichnet.

richard siedhoff 2 250"Landsberger steht ganz in der Tonsprache seiner Zeit. Die Musik ist durchweg spätromantisch, jedoch an vielen Stellen sehr eigenwillig in der Harmonik und den Effekten. Sie bewegt sich auf ausgesprochen hohem musikalischen Niveau und streift dabei gerne hin und wieder die Moderne. Es gibt Passagen, die erinnern stark an Wagner, dann an Brahms, dann kommt eine parodistische Gavotte und überschwängliche Liebesszenen. Die Golem-Figur selbst wird martialisch begleitet, mit stampfenden Tritonus und Wechselbass. Also eindeutig etwas für die Pauke, um das Stampfen des Koloss zu untermalen", so Siedhoff über die Musik.

Bei der "Golem"-Premiere im Großen Haus des Staatstheaters Braunschweig wird das Staatsorchester Braunschweig unter Leitung des renommierten Stummfilm-Dirigenten Burkhard Götze spielen. Gezeigt wird eine vom Filmmuseum München aufwändig erstellte Rekonstruktion des Film, die in weiten Teilen auf einem Originalkameranegativ beruht, das in der Cinematek – Royal Belgian Film Archive verwahrt wird.

Das BIFF zeigt vom 01. bis 07. November eine facettenreiche Auswahl an Kurz- sowie Langfilmen und wird erstmals in seiner Geschichte mit einem hybriden Veranstaltungskonzept durchgeführt. mehr
Bilder: BIFF (Logo), privat (Richard Siedhoff)

buchwald 2 fotonachweis klaus polkowski 250Der Dirigent, Komponist, Pianist und Violinist Günter A. Buchwald aus Freiburg wird mit dem diesjährigen Baden-Württembergischen Ehrenfilmpreis ausgezeichnet.

Der undotierte Preis wird bei der 27. Filmschau Baden-Württemberg, die vom 01. bis 05. Dezember 2021 in Stuttgart stattfindet, vergeben. Mit der Auszeichnung werden Menschen geehrt, die den Medien- und Filmstandort Baden-Württemberg mitgestalten, durch ihre Arbeit nachhaltig unterstützen und einen wichtigen Beitrag zur Wahrnehmung des Standortes auch über die Landesgrenzen hinaus leisten, so das Filmbüro Baden-Württemberg.

Günter A. Buchwald (69) gehört zu den eher stillen Stars im Südwesten, der einer der wenigen weltweit gefragten Stummfilmmusiker ist und in Zusammenarbeit mit internationalen Filmarchiven das Erbe der frühen Filmgeschichte rettet, bewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Als Solist, mit der von ihm gegründeten Silent Movie Music Company oder großen Orchestern ist der Mitbegründer der Stummfilm-Renaissance seit 1978 ein geschätzter Interpret auf den großen Stummfilmfestivals der Welt. Aus San Francisco, Kyoto, Tampere, Bristol, Zürich oder Wien rufen die Veranstalter in Freiburg an, um Buchwald für große Silent-Movie-Events zu gewinnen.

cinefest logo 250Vom 12. bis 21. November 2021 findet in Hamburg das "XVIII. cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes" statt.

Das Festival im Kommunalen Kino Metropolis steht in 2021 unter dem Thema "Westwärts. Osteuropäische Filmschaffende in Westeuropa" und würdigt die vielfachen und vielfältigen Beiträge osteuropäischer Filmmacher für die Filmindustrie und Filmgeschichte in Westeuropa. Teile des Filmprogramms werden anschließend in Berlin, Prag, Wiesbaden und weiteren Städten gezeigt.

Eröffnet werden die Filmtage am 12. November um 19:00 Uhr mit dem estnisch-deutschen Stummfilm "Wellen der Leidenschaft" (1930), der live von dem Musikduo WeberWendt begleitet wird. Im Rahmen der Eröffnung erfolgt auch die Verleihung des Reinhold-Schünzel-Preis – Ehrenpreis für langjährige Verdienste um die Pflege, Bewahrung und Verbreitung des deutschen Film-Erbes – an die Filmwissenschaftlerin Christiane Mückenberger.

Programmflyer (PDF)

Integriert in das Festival ist der 34. Internationale Filmhistorische Kongress, der vom 19. bis 21. November 2021 ebenfalls im Kommunalen Kino Metropolis tagt sowie auch online im Live-Stream verfolgt werden kann. Eröffnet wird der Kongress am 18. November um 20:00 Uhr mit dem Film "Frühlingsstimmen" (AT 1933). Im Rahmen der Kongress-Eröffnung werden die Willy-Haas-Preise an bedeutende internationale Publikationen zum deutschsprachigen Film in den Bereichen Buch und DVD-/Blu-ray-Edition verliehen. Begleitend zum Festival wird am 13. November 2021 ein Forum zum Thema Filmarchive und die Pandemie veranstaltet. mehr
Bild: cinefest

bubikopf 1920 er jahre 250Am Samstag, den 30. Oktober 2021, um 18:00 Uhr ist im Rahmen der Filmreihe Flapper, It-Girls, Funny Ladies im Berliner Zeughauskino der amerikanische Spielfilm "Mantrap" (USA 1926) zu sehen.

Ein unverheirateter New Yorker Scheidungsanwalt reist zur Erholung in die kanadische Wildnis, wo ihn im Dörfchen "Mantrap" eine wirkliche "Männerfalle" in Gestalt von Clara Bow erwartet. Sie spielt eine frisch aus der Großstadt importierte Maniküre. Den lose auf einem gesellschaftskritischen Roman von Sinclair Lewis basierenden Stoff verwandelten die Drehbuchautorinnen Adelaide Heilbron und Ethel Doherty in ein humoristisches Feuerwerk, mit dem Clara Bow der Aufstieg zum Superstar gelang. Ungeheuer dynamisch, sportlich, witzig verkörpert sie perfekt das neue Frauenbild des Jazz-Zeitalters, der ersten Ära in der amerikanischen Geschichte, die weibliche Sexualität als etwas ganz Eigenständiges feierte.

Begleitet wird der Film von Hildegard Pohl (Flügel) und Yogo Pausch (Percussion). Die Pianistin Hildegard Pohl aus Nürnberg ist eine Grenzgängerin zwischen klassischer Musik und swingendem Jazz. Sie tritt u.a. als Klaviersolistin, Chanson-Sängerin und Bandleaderin des "Hildegard Pohl Trios" auf. Im Duo mit Yogo Pausch begleitet sie seit vielen Jahren auch Stummfilme, u.a. bei den Nürnberger Stummfilmmusiktagen. Der Schlagzeuger Yogo Pausch hat in zahlreichen Bands gespielt, darunter Big-Bands, Bluesbands und Weltmusikgruppen. Daneben ist er aktiv im Bereich Kunst, Performance und Tanztheater, vertont Hörspiele und Gedichte. mehr
Textquelle: Pressemitteilung Deutsches Historisches Museum/Kinemathek und Zeughauskino; Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen gelb 03 250Der 27. Oktober ist "Welttag des audiovisuellen Erbes". Die Unesco hat den Tag im Jahr 2005 ausgerufen, in Deutschland wird er seit 2007 begangen.

Die Unesco will mit dem Welttag auf die Notwendigkeit zum Erhalt von analogen und digitalen Medien wie etwa Fotos, Filmen und Tonaufnahmen aufmerksam machen. Deutschland ist mit über zwanzig Beiträgen im "Memory of the World"-Register der UNESCO berücksichtigt, darunter die Gutenberg-Bibel, Goethes literarischer Nachlass und – als erster Film weltweit – Fritz Langs Monumental-Stummfilm Metropolis aus dem Jahr 1927. mehr

Anlässlich des Welttags hat der Masterstudiengang Filmkulturerbe der Filmuniversität Babelsberg zum Thema "Farbe und Film im frühen Kino" ein Programm zusammengestellt. Zu Gast im Filmmuseum Potsdam ist Ulrich Rüdel von der HTW Berlin, der zu Konservierung und Restaurierung von photochemischem Analogfilm forscht und lehrt. Sein Vortrag "Farbe im Film – von den Anfängen bis Technicolor" um 19:30 Uhr beleuchtet anschaulich die Verbindung von Farbe und Film, von den ersten handkolorierten Kurzfilmen bis hin zu opulenten Technicolor-Filmen der 1950er Jahre. Eingerahmt wird der Vortrag durch zwei Filme, an denen sich verschiedene Farbgebungsverfahren zeigen lassen:

Um 18:30 Uhr ist "Scherben" (D 1921) von Lupu Pick zu sehen. Das Kammerspiel zeichnet sich durch Stimmung erzeugende, viragierte Bilder aus und ist ein Musterbeispiel von Einfärbungen im Stummfilm. Peer Kleinschmidt wid das Geschehen auf der Leinwand live musikalisch begleiten. Um 21:00 Uhr ist dann "Mystery of the Wax Museum" (USA 1933) von Michael Curtiz zu sehen. Der Film wurde im Zwei-Farben-Technicolor Verfahren gedreht, gezeigt wird die 2019 restaurierte Fassung.  mehr
Textquelle: Filmmuseum Potsdam; Foto: Stummfilm Magazin

tv geraet 250In der Nacht von 25. auf 26. Oktober 2021 ist um 00:15 Uhr auf ARTE "Hoffmanns Erzählungen" (A 1923) von Max Neufeld zu sehen. Vom 24. Oktober 2021 bis 23. November 2021 ist der Film auch in der ARTE-Mediathek abrufbar.

„Hoffmanns Erzählungen“ ist eine Adaption der gleichnamigen Oper von Jacques Offenbach. Basierend auf Erzählungen E.T.A. Hoffmanns verschmelzen biographische und fantastische Episoden zu einer traumhaften, schaurigen Abenteuerreise, die Hoffmann seinen Kumpanen an einem Abend im Wirtshaus erzählt. Der Film hat sich einzig in der französischen Exportversion erhalten. Dank einer neu aufgetauchten Nitro-Kopie konnte der Film, der bislang nur in einer stark beschädigten Filmkopie zu sehen war, umfassend digital mit den historischen Viragen restauriert werden.

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 22. Oktober 1921 wurde Joe Mays "Das indische Grabmal" in Berlin im Ufa-Palast am Zoo uraufgeführt.

"Der Welt größter Film" hieß es in der deutschen Presse im Jahr 1921 noch vor der Uraufführung des ersten Teils von "Das indische Grabmal". Immerhin waren in Woltersdorf bei Berlin 18 Bauten eigens für den Film errichtet worden, darunter ein Tempel von 30 Metern, zwei Türme von je 35 Metern und ein Palast von 40 Metern Höhe. Und das Drehbuch vom Ehepaar Thea von Harbou und Fritz Lang erzählte eine Geschichte voller Wunder und Intrigen.

Autor Arndt Pawelczik stellt für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik das Werk vor. Hier geht es zur ganzen Filmbesprechung.

Ein aktuelles Interview mit Hans-Michael Bock von CineGraph und cinefest anlässlich des 100. Jahrestages der Uraufführung und über den Produzenten und Regisseur Joe May findet man hier
Bild: Stummfilm Magazin

hans michael bock cinefest 250Anlässlich des 100. Jahrestages der Uraufführung von Joe Mays Großproduktion "Das indische Grabmal" am 22. Oktober 1921 hat sich Stummfilm Magazin mit Hans-Michael Bock von CineGraph und cinefest unterhalten.

"Das ist ein weiterer blinder Fleck bei der Beschäftigung mit dem deutschen Stummfilm. Da ist ständig nur von Tempelhof und Babelsberg die Rede, wo die Ufa ihre Atelier-Anlagen hatten. Weniger bekannt ist, dass in Weißensee am anderen Ende Berlins ebenfalls eine – wenn auch kleinere – Filmstadt mit einer Ansammlung von Ateliers existiert hat, wo die Gebäude des ehemaligen Vitascope-, dann May-Ateliers immer noch stehen. (...) Und zusätzlich zum May-Atelier in Weißensee (...) erwarb der "Mogul" Joe May 1919, draußen vor der Stadt bei Erkner ein Grundstück am See, das er vom Architekten Martin Jacoby-Boy zu einem Freigelände mit Wohnbaracken, Werkstätten und ziemlich massiven Dekorationen ausbauen ließ. Zunächst für den Achtteiler "Die Herrin der Welt", den er unter seiner Gesamtleitung von verschiedenen Regisseuren seines "Stalls", darunter ein junger Mann namens Fritz Lang, herstellen ließ. Für "Das indische Grabmal" wurden dann noch einmal am Wasser Bauten der Tempel in Originalgröße errichtet", so Hans-Michael Bock. ganzes Interview lesen
Foto: María José Rosales Robles

nosferatu filmarchiv austria 250Vom 24. Oktober bis 02. November 2021 zeigt das Filmarchiv Austria unter dem Titel "Der Schattenspieler" eine Retrospektive zu Henrik Galeen.

Als "Experten für phantastische Horrorfilme" bezeichnet Siegfried Kracauer den 1881 in Lemberg geborenen Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Henrik Galeen. Eine auf den ersten Blick verständliche Zuschreibung: Galeen schreibt an gruseligen Stummfilmklassikern wie "Nosferatu" (D 1922) oder "Das Wachsfigurenkabinett" (D 1924) mit, als Regisseur verantwortet er die Schauerstücke "Der Student von Prag" (D 1926) oder "Alraune" (D 1928).

Trotzdem greift es zu kurz, Galeen auf ein Genre zu reduzieren. Sein vielseitiges Schaffen vor und hinter der Kamera beinhaltet auch Abenteuer- und Detektivgeschichten sowie realistische Dramen und Kammerspiele. Die Retrospektive präsentiert erhaltene und neu restaurierte Arbeiten Galeens und ermöglicht damit die (Wieder-)Begegnung mit einem der ersten veritablen Filmautoren, der zu einer ganz eigenen Kinosprache gefunden hat.

filmmuseum duesseldorf 250 1 Am Samstag, den 23. Oktober 2021, ist in der Black Box, dem Kino im Filmmuseum Düsseldorf, "Das Phantom der Oper" zu sehen.

Der amerikanische Horrorfilmklassiker wurde nach dem berühmten Roman von Gaston Leroux inszeniert und hatte seine Uraufführung 1925. Der Schauspieler Lon Chaney, der neben Rupert Julian und Edward Sedgwick auch an der Regie beteiligt war, verkörperte, mit einer grotesken Maske bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet, das Phantom.

Dominik Gerhard begleitet an der original Welte-Kinoorgel. Die Vorstellung findet im Rahmen des 16. Internationalen Düsseldorfer Orgelfestival 2021 statt. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

Berlin

stummfilmtage bonn 250a

Mit einer Sonderausstellung bis 02. Mai 2022 würdigt die Deutsche Kinemathek das komplexe Handwerk der Filmrestaurierung. mehr

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