filmstreifen gelb 04 250Der Drehbuchautor, Regisseur und Filmschauspieler Henrik Galeen wurde am 7. Januar 1881 als Heinrich Wiesenberg in Stryj (heute Ukraine) geboren.

Zu seinen Arbeiten als Drehbuchautor gehören die Stummfilmklassiker Der Golem, wie er in die Welt kam (Regie: Paul Wegener und Carl Boese, D 1920), Nosferatu (Regie: F. W. Murnau, D 1922) und Das Wachsfigurenkabinett (Regie: Paul Leni, D 1924). Unter seiner Regie entstand unter anderem eine effektvolle Neuverfilmung von Der Student von Prag (D 1926). Er starb am 30. Juli 1949 in Randolph/Vermont (USA). mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 1Der deutsche Szenenbildner und Filmregisseur Rochus Gliese wurde am 06. Januar 1891 in Berlin geboren.

Gliese war unter anderem an den Murnau-Filmen Der brennende Acker, Die Finanzen des Großherzogs (1924) und dem Meilenstein Sunrise (1927) als Szenenbildner beteiligt. Im Jahr 1920 drehte er als Regisseur Der verlorene Schatten mit Paul Wegener in der Hauptrolle. Mit Wegener hatte er zuvor auch schon an bedeutenten Stummfilmproduktionen wie etwa Der Student von Prag (1913) und Der Golem (1914) als Szenenbildner zusammengearbeitet. Gliese starb am 22. Dezember 1978 in Berlin. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

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Für den opulenten Ausstattungsfilm "Sumurun" (D 1920) von Ernst Lubitsch schuf seinerzeit der Komponist Victor Hollaender die Originalmusik.

Lange Zeit galt die Komposition als verschollen. Nun hat Burkhard Götze, Dirigent und künstlerischer Leiter des Metropolis Orchester Berlin, die Musik zum Stummfilmklassiker "durch einen glücklichen Zufall" wiederentdeckt.

Stummfilm Magazin sprach mit ihm über seinen spannenden Fund, die damit verbundenen Herausforderungen und Hollaenders Musik: "Er arbeitete ganz klassisch mit Leitmotiven für die Protagonisten des Films, jedoch großflächiger als man das von späteren Stummfilmmusiken kennt. Besonders reizvoll sind natürlich Pola Negris Tanzszenen und überhaupt ist die Musik wunderschön und entdeckenswert." Zum Interview
Foto: Daniel Wandtke

murnau stern berlin 250Zu Friedrich Wilhelm Murnaus letztem Film "Tabu" (USA 1931) haben sich 17.500 Meter Filmmaterial erhalten: nicht verwendetet Einstellungen, sogenannte Outtakes.

Diese langfristig vom Zerfall bedrohten Nitrofilm-Materialien konnten durch Umkopierung gesichert werden. Die Deutsche Kinemathek zeigt in einer Onlinepräsentation eine Auswahl der Outtakes sowie Sekundärquellen wie Drehbuchseiten und Tagesberichte. So lässt sich die Entstehung des Films detailiert nachvollziehen. Durch seine einzigartige Überlieferungslage ist "Tabu" ein aufschlussreiches Beispiel für die Sicherung audiovisuellen Kulturguts. mehr
Textquelle: Deutsche Kinemathek; Foto: Stummfilm Magazin (das Bild zeigt den Stern für F. W. Murnau auf dem Potsdamer Platz in Berlin)

filmstreifen 08 250 buntDer sowjetische Filmemacher und -theoretiker Dsiga Wertow wurde am 02. Januar 1896 in Bialystok (Polen) geboren. Er starb am 12. Februar 1954 in Moskau.

Wertow war einer der bedeutensten russischen Dokumentarfilmregisseure. Sein heute bekanntestes Werk ist Der Mann mit der Kamera aus dem Jahr 1929. Zudem hat er gemeinsam mit zahlreichen Mitarbeiter*innen von 1922 bis 1925 innovative Wochenschaubeiträge, die "Kino-Pravda" ("Film-Wahrheit"), realisiert. Das Österreichische Filmmuseum hat alle erhaltenen "Kino-Pravda"-Arbeiten online veröffentlicht. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 02 250Der Schauspieler und Filmregisseur Lupu Pick wurde am 02. Januar 1886 in Iasi (Rumänien) geboren.

Er arbeitete unter anderem mit den Regisseuren Fritz Lang, Otto Rippert und dem Drehbuchautor Carl Mayer zusammen. Mit seiner eigenen Produktionsfirma Rex-Film AG produzierte er Stummfilmklassiker wie Scherben (D 1921) und Sylvester (D 1924). Pick war sozial und gesellschaftlich engagiert; so wandte er sich in seinem Film Tötet nicht mehr! aus dem Jahr 1919 gegen die Todesstrafe. Er starb am 07. März 1931 in Berlin. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Die erste deutsche parlamentarische Demokratie von 1918 bis 1933 bildete den gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Rahmen für eine der interessantesten Perioden der internationalen Filmgeschichte.

Stummfilme wie Robert Wienes expressionistischer Horrorfilm "Das Cabinet des Dr. Caligari" (1920), Friedrich Wilhelm Murnaus Vampirgeschichte "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" (1922) und Fritz Langs Science-Fiction-Monumentalfilm "Metropolis" (1927) entstanden in dieser Zeit, sind vielzitierte Meilensteine der Filmgeschichte und ziehen auch heute noch ein weltweites Publikum in ihren Bann.

Die Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik stellt seit 2018 jedes Jahr eine Auswahl an Filmen vor, die dann ihr hundertjähriges Veröffentlichungsjubiläum feiern. Die Filme für das Jahr 1921 sind unter anderem "Der Gang in die Nacht" von Friedrich Wilhelm Murnau, "Hamlet" mit Asta Nielsen, "Die Bergkatze" von Ernst Lubitsch und "Der müde Tod" von Fritz Lang.

Hier geht es zum Filmkanon für das Aufführungsjahr 1921

Stummfilm Magazin wünscht eine unterhaltsame und informative Reise in die Frühzeit des Kinos und freut sich über Ergänzungen und Anregungen. Eine Kontaktaufnahme ist hier möglich.
Bild: Stummfilm Magazin

klavier 1 250Wie der Dirigent und künstlerische Leiter des Metropolis Orchester Berlin, Burkhard Götze (Foto), auf seiner Facebookseite am 30. Dezember 2020 mitteilte, hat er "durch einen glücklichen Zufall" die verschollen geglaubte Originalmusik zum Stummfilmklassiker Sumurun (D 1920) entdeckt.

Für den opulenten Historienfilm von Ernst Lubitsch schuf seinerzeit der Komponist Victor Hollaender, Vater von Friedrich Hollaender, eine Auftragsmusik. Die aktuell im deutschen Handel erhältliche DVD-Version auf Grundlage einer Restaurierung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung ist mit einer Neukomposition von Javier Pérez de Azpeitia aus dem Jahr 2005 versehen. "Die Neuorchestrierung wird eine schöne und wichtige Arbeit für das kommende Jahr 2021 werden", so Götze auf Facebook.

Der Film nach einem pantomimischen Stück von Friedrich Freksa ist mit Paul Wegener, Pola Negri, Aud Egede-Nissen, Harry Liedtke, Margarete Kupfer und dem Regisseur selbst prominent besetzt. "Sumurun" wird im Rahmen der Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik von Autor Arndt Pawelczik vorgestellt: "Wenige deutsche Stummfilme machen so viel Spaß wie "Sumurun". (..) Großartige und gut aufgelegte Schauspieler bewegen sich in prächtigen Kostümen durch aufwändige und beeindruckende Kulissen, denen man nicht ansieht, dass sie auf märkischem und nicht orientalischem Sand ruhen." mehr
Foto: Daniel Wandtke

filmspule bunt 250 1Eines der bedeutensten Daten der Filmgeschichte: Am 28. Dezember 1895 führten Angestellte der Brüder Lumière erstmals eine Filmprojektion mit dem Cinématographen vor einem zahlenden Publikum vor.

Gezeigt wurden zehn Kurzfilme im indischen Salon des Grand Café am Boulevard des Capucine in Paris. Den Lumières gelang es weltweit als ersten, die Aufnahme, Vorführung und Kopierung von Filmen technisch marktreif zu entwickeln.

Die Patentierung ihres Systems erfolgte bereits am 13. Februar 1895. Wenige Jahre später veräußerten die Brüder Lumière das Patent an den französischer Unternehmer und Pionier der Filmindustrie Charles Pathé.
Bild: Stummfilm Magazin

filmspuele lila 250Der schwedische Theater- und Filmschauspieler Gösta Ekman wurde am 28. Dezember 1890 in Stockholm geboren.

Heute ist er vor allem durch seine Mitwirkung an Friedrich Wilhelm Murnaus optisch beeindruckenden Faust – eine deutsche Volkssage (D 1926) bekannt. Er spielte die titelgebende Hauptrolle an der Seite von Emila Jannings (Mephisto) und Camilla Horn (Gretchen). Ekmann starb am 12. Januar 1938 an seinem Geburtsort. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmrestaurierung 250 01Die Initiative "Filmerbe in Gefahr" hat seine alljährliche Übersicht über den Stand der Digitalisierung veröffentlich.

Autor Jeanpaul Goergen konstatiert in seiner ausführlichen Analyse nur geringe Fortschritte: Nur ein Bruchteil des deutschen Filmerbes ist derzeit digital erschlossen und liegt nur in seltenen Fällen in der für eine digitale Kinoaufführung optimalen Form (DCP) vor. Die aktuellen Fortschritte sind vor allem auf das seit Anfang 2019 angelaufene Förderprogramm Filmerbe, getragen von  der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Bundesländern und der Filmförderungsanstalt, zurückzuführen.

Die seit 2013 existierende Initiative "Filmerbe in Gefahr" will die akuten Probleme der deutschen Filmerbeeinrichtungen stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken und über die Debatte zum Erhalt des Filmerbes informieren, die bislang vornehmlich von Expert*innen geführt wird. mehr

dff 250Auf seiner Internetseite bietet das DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum Podcasts zu filmhistorischen Themen.

Für Freund*innen des frühen Films sind beispielsweise die Beiträge Filmgeschichte in Objekten: Die Publikumszeitschrift Filmwoche, Filmzensur in der Weimarer Republik und Lichtkünstler und Schattenspieler – Der Bergfilmer Dr. Arnold Fanck interessant.

Letzterer Beitrag wurde nun beim Deutschen Hörfilmpreis 2021 in der Kategorie Filmerbe neben zwei weiteren Filmen nominiert. Wann die Preisverleihung 2021 stattfinden wird, ist derzeit noch unklar. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) verleiht seit 2002 den Deutschen Hörfilmpreis und zeichnet damit herausragende Hörfilme aus sowie Projekte, die diese barrierefreien Filmerlebnisse voranbringen. Ein Hörfilm ist ein Kino- oder Fernsehfilm mit zusätzlichen Bildbeschreibungen. In den Dialogpausen vermitteln knappe Erläuterungen die visuellen Elemente einer Szene.
Textquelle: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum; Foto: Stummfilm Magazin

filmmuseum potsdam DA Traumfabrik 100 Jahre FMP 04 250Das Jahr 2020 war für das Filmmuseum Potsdam, wie für alle Kulturinstitutionen des Landes, durch besondere Herausforderungen geprägt.

Die Corona-Pandemie stellte einen in der fast vierzigjährigen Museumsgeschichte noch nie da gewesenen Einschnitt dar. Kino und Ausstellungen mussten insgesamt fünf Monate geschlossen bleiben. Insbesondere die Feierlichkeiten zum Jubiläum „125 Jahre Kino“ litten darunter, Veranstaltungen mit internationalen Gästen mussten verschoben werden, die Foyerausstellung „111 Jahre Kino in Potsdam“ konnte aber mit sechsmonatiger Verspätung am 11. September 2020 feierlich eröffnet werden.

Das Museum war mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen während der Öffnungsmonate erfreulicherweise sehr stark von Gästen aus der ganzen Welt frequentiert. Entsprechend der aktuell gültigen Hygienebestimmungen wurden Konzepte entwickelt und umgesetzt. Insgesamt kamen 2020 ca. 49.000 Besucher*innen ins Filmmuseum Potsdam. Im Vorjahr waren es 71.000. ganzen Rückblick 2020 und Ausblick 2021 als PDF lesen
Textquelle und Foto: Filmmuseum Potsdam

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Über die Verleihung des Deutschen Stummfilmpreises 2020, der von Stummfilm Magazin erstmals verliehen wurde, berichteten zahlreiche Online- und Print-Medien, beispielsweise ZDF, WDR, Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandradio, Berliner Morgenpost, Aachener Zeitung und Salzburger Nachrichten, zudem die Nachrichtenagenturen Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die Austria Presse Agentur (APA).

wiener-zeitung.at stellt Herbert Wilfingers Buch "Kino zum Mitnehmen" über österreichische Filmprogramme von 1896 bis 2020 vor.

film.at würdigt die erste öffentliche Filmvorführung der Brüder Lumieres am 28. Dezember 1895 in Paris und fragt: "125 Jahre Kino: Jubiläum mit düsteren Aussichten?"

♦ Der Mannheimer Morgen schreibt über das Stummfilmprojekt einer Siebten Klasse an der Mittelpunktschule Gadernheim. mehr

♦ Filmecho/Filmwoche berichtet über eine weitere Filmerbe-Förderung von 2,8 Millionen Euro. mehr

♦ Die Frankfurter Rundschau würdigt die Blu-ray/DVD-Veröffentlichung "Beethoven" (D 1927) von absolut Medien. mehr

♦ tageblatt.de stellt das Buch "Es darf gelacht werden" über die Slapstick-Serien im Vorabendprogramm vor, wie "Väter der Klamotte" und "Die kleinen Strolche" (Bezahlschranke). mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmstreifen 08 250 buntDie deutsche Schauspielerin Margarete Schön starb am 26. Dezember 1985 in Berlin. Sie wurde am 07. April 1895 in Magdeburg als Margarethe Schippang geboren.

Ihre Filmkarriere begann 1918. Zu den Höhepunkten ihres Wirkens in der Stummfilmzeit gehört die Rolle der Kriemhild in Fritz Langs monumentalen Zweiteiler Die Nibelungen, der 1924 in die Kinos kam. 1968 wurde Margarete Schön mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

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Der Deutsche Stummfilmpreis ehrt Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um die Stummfilmkultur verdient gemacht haben. Alle Infos zur Verleihung

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Das international bedeutende Stummfilmfestival "Le Giornate del Cinema Muto" wird jedes Jahr in Pordenone veranstaltet, in 2021 zum 40. Mal. mehr