stummfilmtage bonn 250aDie 36. Internationalen Stummfilmtage in Bonn finden vom 06. bis 16. August 2020 statt. Schauplatz des größten Stummfilmfestivals in Deutschland ist wieder der Arkadenhof der Bonner Universität.

Das Filmprogramm wurde nun bekanntgegeben. Elf Abende lang werden open-air und bei freiem Eintritt herausragende Produktionen aus der Frühzeit des Kinos mit live-musikalischer Begleitung zu erleben sein.

Zu den angekündigten Werken gehören Looping The Loop - Die Todesschleife (D 1928) von Arthur Robison, Mädchen am Kreuz (D 1929) von Luise und Jakob Fleck, Das Phantom des Moulin-Rouge (F 1925) von René Clair und Wolf Lowry (USA 1917) von William S. Hart. Für die musikalische Begleitung sorgen unter anderem Neil Brand, Günter A. Buchwald, Richard Siedhoff, Stephen Horne, Sabrina Hausmann und Mark Pogolski.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Platzangebot in 2020 auf 500 Personen beschränkt und Hygieneregeln müssen befolgt werden. Und erstmals in der Geschichte des Festivals werden alle Filme nach der Projektion im Arkadenhof über die Internetseite des Festivals www.internationale-stummfilmtage.de gestreamt und jeweils 48 Stunden lang online verfügbar sein. mehr
Textquelle: Internationale Stummfilmtage Bonner Sommerkino; Foto Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" sind hier zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Die B.Z. stellt den Berliner Stadtteil Steglitz vor und erinnert dabei an die Produktion von Ernst Lubitschs Monumentalfim "Das Weib des Pharao" (D 1922). mehr Der Skandalfilm "Die Beichte – Bekenntnisse eines Lebemanns" ist dann Objekt der Berichterstattung im Portrait über Schöneberg. mehr

♦ NGZ online berichtet über ein Stummfilm-Projekt für Kinder. mehr

♦ Einen Ausblick auf die Stummfilm-Retrospektive „Überreizung der Phantasie“, die im Herbst 2020 in Weimar stattfindet, gibt die Thüringer Zeitung. mehr
Foto
: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250 buntFür kurze Zeit ist Lupu Picks expressionistisches Kammerspiel Scherben (D 1921) auf dem vimeo-channel des Münchner Filmmuseums online gestellt.

Auf der Leinwand sind Werner Krauß, Hermine Straßmann-Witt, Edith Posca, Paul Otto und der Regisseur in einer Nebenrolle zu sehen. Das Drehbuch stammt von Carl Mayer, der sich zuvor schon als Co-Autor von "Das Cabinet des Dr. Caligari" (D 1920) einen Namen gemacht hatte. Der Film erzählt seine Geschichte ohne Zwischentitel, lediglich am Schluss wurde eine Texttafel verwendet.

Der Film ist zusammen mit F. W. Murnaus "Der Gang in die Nacht" (D 1921) als DVD-Veröffentlichung in der Edition Filmmuseum mit einem ausführlichen Booklet erhältlich. Zum Stream geht es unter https://vimeo.com/filmmuseummuenchen. Den Trailer zur Stummfilmreihe kann man hier anschauen.
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 2Am Freitag, den 17. Juli 2020, ist im Berliner Arsenal Kino Within Our Gates (USA 1919) mit Livemusikbegleitung zu sehen.

Das Werk ist einer der frühesten afroamerikanischen Filme der Kinogeschichte. Er wird von Filmhistoriker*innen häufig als Antwort auf die Glorifizierung weißer Vorherrschaft in D. W. Griffiths Monumentalwerk Die Geburt einer Nation (1915) gesehen. Oscar Micheauxs Film porträtiert den Rassismus im Alltag, den viele Weiße nicht wahrhaben wollten – oder ignorierten.

„Within Our Gates“ galt lange Zeit als verschollen. Erst in den 1990er-Jahren konnte der Film auf Grundlage einer in Spanien aufgefundenen Nitrokopie rekonstruiert werden. Die Pianistin Eunice Martins spielt am Klavier. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" sind hier zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Sabine Weber hat sich in einem Audiobeitrag für SWR2 die DVD-Edition "Die Stadt ohne Juden" angeschaut und legt bei ihrer Besprechung den Schwerpunkt auf die Begleitmusik der Komponistin Olga Neuwirth. mehr Auch Klassikfavori hat sich dem Thema angenommen. mehr

www.boingboing.net berichtet über die Restaurierung und Colorierung von Filmaufnahmen aus Tokyo aus den Jahren 1913 bis 1915.

♦ fnweb schreibt über den Leinwand-Lyriker Ralph Turnheim und sein Programm „Zorro“. mehr

♦  Volker Gerling ist seit zwanzig Jahren "Daumenkinograph". Der Tagesspiegel stellt ihn vor.
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Am 13. Juli 1945 verstarb die US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin Alla Nazimova in Los Angeles.

Nazimova, wie sie in der Stummfilmzeit verkürzt genannt wurde, war russischer Herkunft und wurde am 22. Mai in Jalta (Krim) geboren. Sie spielte unter anderem mit Rudolph Ventino und Anna May Wong. Legendär ist der von ihr 1922/23 nach dem Theaterstück von Oscar Wilde produzierte Film Salome, der durch seine artifizielle Ausstattung auch heute noch beeindruckt. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

die stadt ohne juden dvd absolut medien 250Es war einer der bemerkenswertesten Filmfunde der letzten Jahre: Als das Filmarchiv Austria 2016 die Wiederentdeckung verschollen geglaubter Szenen des österreichischen Stummfilms Die Stadt ohne Juden (1924) vermelden konnte, löste dies eine weltweite mediale Resonanz aus.

Mit einer vielbeachteten Crowdfunding-Initiative konnte die Restaurierung des vom Verfall bedrohten Materials finanziert werden, eine umfangreiche Bearbeitung lässt den Klassiker nun in neuem Glanz erstrahlen.

"Die Stadt ohne Juden" betitelte Hugo Bettauer 1922 seinen Roman, der die damals noch utopische Vorstellung einer Vertreibung der Juden aus Wien beschrieb.

filmspule bunt 250 1Vom 09. bis 19. Juli 2020 finden auf der "Großen Warze" (Nähe Sachsenbrücke) im Leipziger Clara-Zetkin-Park die Stummfimtage mit dem Wanderkino "Laster der Nacht" statt.

Zu sehen ist ein abwechslungsreiches Programm, das von Charlie-Chaplin-Kurzfilmen bis zum Dokumentarfilm "Nanuk, der Eskimo" (USA 1922) reicht. Beginn der Vorstellungen ist um 21.30 Uhr. Live musikalisch begleitet werden die Filme von Tobias Rank (Piano) und Sebastian Pank (Bassklarinette, Saxophon). Mehr Informationen und Kartenreservierung unter www.wanderkino.de
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250 buntDas Münchner Filmmuseum hat für kurze Zeit "Helena. Der Untergang Trojas" (D 1924) auf der Videoplattform vimeo online gestellt.

Der zweiteilige Monumentalfim mit Edy Darclea, Wladimir Gaidarow, Hanna Ralph, Carlo Aldini, Albert Bassermann, Carl de Vogt, Albert Steinrück und Adele Sandrock wurde von Manfred Noa nach einem Drehbuch von Hans Kyser gedreht. Die literarische Vorlage geht auf Homers "Ilias" zurück.

Der Film ist als DVD-Veröffentlichung in der Edition Filmmuseum mit einem ausführlichen Booklet erhältlich. Zum Stream geht es unter https://vimeo.com/filmmuseummuenchen. Den Trailer zur Stummfilmreihe kann man hier anschauen.
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 2Der Bühnenbildner, Szenenbildner und Regisseur Paul Leni wurde am 08. Juli 1885 in Stuttgart geboren Er schuf mit einigen seiner Werke Meilensteine des expressionistischen Films.

Leni arbeitete in Deutschland als Szenenbildner für Ernst Lubitsch und führte unter anderem bei dem prominent besetzten Episodenfilm Das Wachsfigurenkabinett (1923), der aller Wahrscheinlickeit nach Douglas Fairbanks sen. zu seinem expressionistisch angehauchten Der Dieb von Bagdad aus dem Jahr 1924 inspirierte, Regie.

Nach Hollywood übergesiedelt verbuchte er mit den kommerziell und künstlerisch erfolgreichen Filmen Spuk im Schloß (The Cat and the Canary, 1927), Der Chinesenpapagei (The Chinese Parrot, 1927) und The Man Who Laughs (1928) große Erfolge. Paul Leni starb am 02. September 1929 in Hollywood. mehr
Foto
: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 02 250Am Donnerstag, den 09. Juli 2020, wird um 18:00 Uhr im Zürcher Filmpodium ein Kurzfilmprogramm der Regisseurin Alice Guy-Blaché gezeigt. 

Guy-Blaché, geboren am 01. Juli 1873 in Saint-Mandé (Frankreich) und gestorben am 24. März 1968 in Mahwah (US-Bundesstaat New Jersey), ist die erste Regisseurin der Kinogeschichte. 1896 drehte sie ihren ersten Film, den märchenhaften La Fée aux Choux, einen der frühesten Kinostreifen mit inszenierter Handlung. In den darauffolgenden 25 Jahren war sie für ca. 700 Filme als Regisseurin und/oder Produzentin verantwortlich.

André Desponds vertont die Kurzfilme, die von 1902 bis 1913 enstanden sind, am Piano. Das Programm dauert ca. 70 Minuten. Ticketinformationen und mehr gibt es hier.
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

richard siedhoff 2 250Am 05. Juli 2020 wird im Lichthaus Kino Weimar der Lubitsch-Film Anna Boleyn (D 1920) mit einer live Musikbegleitung des Stummfilmmusikers Richard Siedhoff gezeigt.

Die Aufführung ist ein Vorbote für die im September 2020 anstehende Weimarer Stummfilmretrospektive "Überreizung der Phantasie". Stummfilm Magazin sprach mit dem Komponisten.

"Anna Boleyn" wurde vor hundert Jahren in Weimar uraufgeführt. Wie kam es dazu?

Die Gründe lassen sich schwer nachvollziehen. Tatsächlich waren Uraufführungen nicht nur den großen Städten vorbehalten. Aber bei einem Berliner Regisseur wie Ernst Lubitsch ist die Wahl Weimar schon ungewöhnlich – aber es belegen mehrer Quellen diesen Umstand. Sehr wahrscheinlich ist es, dass Weimar als kurzzeitiges politisches Zentrum für diesen – nicht ganz unpolitischen – Film einen willkommenen Start bot.

Zudem ist der Weimarer Hofphotograph Louis Held, der auch die Reform-Lichtspiele (Uraufführungsort von "Anna Boleyn", Anm. der Red.) leitete, für seinen Kino-Enthusiasmus bekannt gewesen. Er war stets darum bemüht, die großen, wichtigen Filme zu bekommen und machte selbst Wochenschau-Aufnahmen. 1926 wurde in dessem relativ kleinen Kino sogar Edmund Meisels Originalmusik zu "Panzerkreuzer Potemkin" (UdSSR 1925) "mit einem bedeutend verstärktem Orchester" aufgeführt. Ob Lubitsch zur "Anna Boleyn" aber persönlich anwesend war, dafür ließ sich noch kein Beleg finden – ist aber nicht unbedingt unwahrscheinich.

filmstreifen 08 250 buntDas Münchner Filmmuseum hat für kurze Zeit "Vom Reiche der sechs Punkte" (D 1927) auf der Videoplattform vimeo online gestellt.

Der mit Spielszenen angereicherte Dokumentar- und Lehrfilm wurde am 13. Dezember 1927 in Düren uraufgeführt, wo auch Aufnahmen für den Film gemacht wurden. Als Begleitung zur Restaurierung des Filmmuseums München ist eine Musik von Joachim Bärenz aus dem Jahr 2008 zu hören.

Der Film ist als DVD-Veröffentlichung in der Edition Filmmuseum mit einem ausführlichen Booklet und einer Audiodeskription für Blinde erhältlich. Zum Stream geht es unter https://vimeo.com/filmmuseummuenchen. Den Trailer zur Stummfilmreihe kann man hier anschauen.
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

murnau stern berlin 250Wie der Veranstalter jetzt mitteilt, wird das für Oktober und November 2020 geplante Film+MusikFest der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft ausfallen.

Als Grund wird der spezifische Live-Charakter der Veranstaltung angegeben, der unter den aktuellen Corona-Bedingungen nicht hergestellt werden könnte: Unverzichtbar und digital nicht einzuholen wären das Gemeinschaftserlebnis mit den Musiker*innen und dem Publikum. Das für 2020 geplante Programm wird im kommenden Jahr durchgeführt. mehr
Quelle: Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer (Das Foto zeigt den Stern für den Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau auf dem Potsdamer Platz in Berlin)

filmstreifen 06 250Der deutsche Filmpionier und Kameramann Guido Seeber starb am 2. Juli 1940 in Berlin. Er wurde am 22. Juni 1879 in Chemnitz geboren.

Neben seinem Interesse an der technischen Weiterentwicklung des Mediums Film, war er als tricktechnisch versierter Kameramann an bedeutenden Stummfilmen beteiligt, wie etwa an "Der Student von Prag" (D 1913), "Die freudlose Gasse" (D 1925) und "Geheimnisse einer Seele" (D 1926). mehr 
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Zürich

Das 11. "IOIC-Stummfilm-Festival" findet vom 20. bis 23. August 2020 unter dem Motto "Black Films Matter" statt. mehr

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Im Februar 1920 fand in Berlin die Premiere des expressionistischen Meisterwerks "Das Cabinet des Dr. Caligari" statt. Der Film gilt als einer der bedeutensten der Kinogeschichte und als ein Schlüsselwerk des deutschen Films. mehr und Caligari-Quiz

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In 2020 wird der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gewürdigt. Bereits während der Stummfilmzeit beschäftigten sich Filmemacher mit dem Ausnahmemusiker. mehr