Vom 11. bis 21. August 2016 veranstaltet der Förderverein Filmkultur Bonn e.V. zum 32. Mal die Internationalen Bonner Stummfilmtage. Open Air werden im Arkadenhof der Universität Bonn restaurierte Stummfilme aus Filmarchiven in der ganzen Welt mit live-musikalischer Begleitung gezeigt.

Das von Stefan Drößler, Gründungsmitglied des Festivals und langjähriger Leiter des Münchner Filmmuseums, kuratierte Programm bietet dem Publikum über die beliebten Stummfilmklassiker hinaus wieder vielschichtige Einblicke in das filmische Erbe. So gilt es, im August in Bonn eine ganze Reihe wenig bekannter Filme zu entdecken oder aber einen neuen Blick auf frisch restaurierte Werke zu werfen, die erstmals wieder in ihren Originalfassungen zu erleben sind.

Die amerikanische Komödie aus dem Jahr 1919, mit der am 11. August die Stummfilmtage eröffnet werden, trägt nach ihrem Hauptdarsteller Douglas Fairbanks den deutschen Titel FAIRBANKS IST VERRÜCKT und erzählt mit originellen Trickszenen und schrägen Kniffen, die zur Entstehungszeit auch die Surrealisten beeindruckten, von einem Psychiater, der einen psychisch stabilen Mann in den Wahnsinn zu treiben sucht.

Zu den weiteren Höhepunkten in der Filmauswahl zählen unter anderem der erste Spielfilm Jean Grémillons MALDONE über einen gleichnamigen Wanderarbeiter, der sich in eine junge Zigeunerin verliebt und zwischen seiner bürgerlichen Existenz und der tiefen Sehnsucht nach Freiheit zerrissen ist, oder der frühe britische Trickfilm DER LUFTKRIEG DER ZUKUNFT, der hellsichtig den Ersten Weltkrieg vorwegnimmt und von der Angst vor Angriffen mit Luftschiffen handelt. Ein komisches Highlight verspricht Charles Bowers’ Kurzfilm CHARLY TUT WAS ER KANN über die Erfindung eines vollautomatischen Restaurants zu werden, in dem Austern, Erbsen und Karotten tragende Rolle spielen. Als klassische Meisterwerke gelten DAS SCHLAFENDE PARIS von René Clair, der bei den Stummfilmtagen allerdings in der frisch restaurierten, um viele schöne Details reicheren Urfassung präsentiert wird, und Carl Junghans’ Film SO IST DAS LEBEN, in den im Restaurationsprozess einige von der Zensur geschnittene Szenen mit der berühmten Tänzerin Valeska Gert wieder eingefügt wurden. Die neue Fassung wird nach der Uraufführung beim Festival in Karlsbad in Bonn zum zweiten Mal gezeigt.

An den Sonntagnachmittagen finden im LVR-LandesMuseum Bonn wieder praxisnahe Vorträge und Vorführungen statt, die in diesem Jahr besonders stark mit dem Abendprogramm verzahnt sind. Der erste Nachmittag widmet sich neben Murnaus Frühwerk DER GANG IN DIE NACHT, das mit einer Audiodeskription für Blinde gezeigt wird, den Raubtierfilmen von John Hagenbeck, von denen einer – DIE WEISSE WÜSTE – auch im Arkadenhof zu erleben ist. Der zweite Teil des Rahmenprogramms befasst sich mit dem legendären Experimentalfilm FILM, den Alan Schneider 1965 nach einem Drehbuch von Samuel Beckett mit Buster Keaton als Hauptdarsteller realisierte, sowie dem dokumentarischen NOTFILM, in dem Filmemacher und Restaurator Ross Lipman dem Entstehungsprozess von FILM nachspürt. NOTFILM wurde im vergangenen Jahr auf internationalen Filmfestivals bejubelt, wird aber in Bonn Deutschlandpremiere feiern.

Wie in den Vorjahren ist der Eintritt zu allen abendlichen Filmvorführungen frei, Spenden sind allerdings erbeten, da sie unmittelbar zur Finanzierung des Festivals beitragen. Auch mit dem Kauf von Getränken aus dem vielfältigen Angebot im Arkadenhof können die Zuschauer den Fortbestand der Stummfilmtage unterstützen.

Die 32. Internationalen Bonner Stummfilmtage werden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum München, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Bonner Kinemathek und dem LVR-LandesMuseum Bonn, mit Unterstützung der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. (Textquelle: Förderverein Filmkultur Bonn e.V.) mehr

Die als Freda Josephine McDonald geborene amerikanisch-französische Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin Josephine Baker wurde vor 110 Jahren, am 03. Juni 1906, in St. Louis (USA) geboren.

Baker ist eine Ikone der Populärkultur. Legendär sind ihre Showauftritte, Fotos und Filmmitschnitte mit einem Bananenrock. In der Stummfilmzeit war sie an mehreren Kinoproduktionen beteiligt, unter anderem an "Die Frauen von Folies Bergères" (1927), "La revue des revues" (1927), "La sirène des tropiques" (1927) und "Le pompier des Folies Bergère" (1928). Sie starb am 12. April 1975 in Paris. mehr

Vom 04. Juni bis 06. November 2016 zeigt das Kölnische Stadtmuseum die Ausstellung "Grosses Kino!"

Anlass für die Ausstellung: Am 20. April 1896 wurde in Deutschland erstmals eine Vorführung mit Lumières Cinematograph durch die "Deutsche Automaten Gesellschaft Stollwerck & Co." in Köln durchgeführt. Mit dem Cinematographen lösten die Brüder Lumière auf praktikable und kommerziell gut auswertbare Weise das Problem der Filmvorführung und -projektion, an dem in den 1890er-Jahren viele Erfinder mehr oder weniger erfolgreich tüfftelten. mehr

Mit „Grosses Kino!“ blicken das Kölnische Stadtmuseum und der Verein "Köln im Film" auf 120 Jahre Kölner Kinogeschichte zurück. Über 150 teils noch nie gezeigte Originalobjekte, Fotografien und historische Filme präsentieren die wechselvolle Geschichte der Kinos in der Dommetropole. mehr

Am Samstag, den 27. August 2016, und Sonntag, den 28. August 2016, begleiten die Niederrheinischen Sinfoniker den Stummfilmklassiker Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) im "SWK Open-Air-Kino" auf der Krefelder Rennbahn.

Das 60 Musiker/innen umfassende Orchester spielt zum ersten expressionistischen Film der Kinogeschichte eine Komposition von Stéphane Fromageotaus dem Jahr 2011. Tickets zum Preis von 39 Euro sind erhältlich unter anderem auf www.swk-openairkino.de. Veranstaltungbeginn ist gegen 21.00 Uhr (Einlass ab ca. 19 Uhr). mehr

Am 28. Mai 2016 findet während dem Münchner "Rockavaria Festival" die offizielle Premiere von "Gutterdämmerung", dem „lautesten Stummfilm aller Zeiten" (Werbeslogan), statt.

Es ist die derzeit einzige angekündigte Vorstellung im deutschsprachigen Raum. Eine Vorpremiere fand vor Kurzem in Berlin statt (Kritik). Regie führte der belgische Künstler Björn Tagemos. Als Darsteller sind unter anderem Iggy Pop, Grace Jones, Lemmy Kilmister, Tom Araya, Henry Rollins und Jesse Hughes auf der Leinwand zu sehen. mehr

Am 20. Mai 1891, vor 125 Jahren, präsentierte Thomas Alva Edison im "National Federation of Women’s Club" den Kinetographen.

William K. L. Dickson, Chefingenieur bei Edison, kontruierte die Kamera in den Jahren 1890/91. Am 9. Mai 1893 fand die erste öffentliche Vorführung des Gerätes im Brooklyn Institute of Arts and Sciences statt. 1894 wurde es in den USA patentiert. Die mit dem Kinetograpen gedrehten Filme wurden mit einem Kinetoskop wiedergegeben. mehr

Der deutsche Zeichentrick- und Werbefilmproduzent Hans Fischerkoesen wurde vor 120 Jahren, am 18. Mai 1896, als Hans Fischer in Bad Kösen geboren.

Schon in der Stummfilmzeit produzierte er ästhetisch ansprechende Trickfilme, zumeist für Werbezwecke. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die in der NS-Zeit entstandenen Ton-Zeichentrickfilme "Die verwitterte Melodie" (1942) und "Der Schneemann" (1943). Er war der Erfinder von "Onkel Otto", dem Maskottchen des Hessischen Rundfunks. Er starb 23. April 1973 in Mehlem/Bonn. mehr mehr mehr

Ottomar Anschütz, ein Pionier der Foto- und Filmtechnik, wurde vor 170 Jahren, am 16. Mai 1846, in Lissa (Polen) geboren.

Zu seinen Betätigungsfeldern gehörte insbesondere die Serienfotografie. Mit einem von ihm Elektrotachyscop genannten Projektionsgerät gelang ihm 1894 die Vorführung von bewegten Fotografien. Er starb am 30. Mai 1907 in Berlin. mehr

Vom 14. Mai 2016 bis zum 30. April 2017 zeigt das Filmmuseum Düsseldorf die Ausstellung "Animation und Avantgarde – Lotte Reiniger und der absolute Film".

Die Ausstellung stellt das filmische Schaffen Reinigers der deutschen Filmavantgarde gegenüber. Ergänzend wird in der "Black Box", dem Kino des Düsseldorfer Filmmuseums, eine Filmretrospektive gezeigt. mehr

Die deutsche Animationsfilmerin Lotte Reiniger starb vor 35 Jahren, am 19. Juni 1981, in Dettenhausen. Ihr bekanntestes Werk ist der Scherenschnittfilm Die Abenteuer des Prinzen Achmed aus dem Jahr 1926. Der visuell beeindruckende Märchenfilm wurde nach Motiven von Erzählungen aus Tausendundeine Nacht inszeniert und ist der älteste noch erhaltene Animationsfilm der Kinogeschichte. Lotte Reiniger wurde am 02. Juni 1899 in Berlin als Charlotte Reiniger geboren. mehr

Der deutsche Schauspieler Hans Stüwe starb vor 40 Jahren, am 13. Mai 1976, in Berlin.

In der Stummfilmzeit spielte er unter anderem die titelgebenden Hauptrollen in Prinz Louis Ferdinand (1927), "Schinderhannes" (1928) und Cagliostro (1929), in "Die Jugendgeliebte" (1929) war er als Johann Wolfgang Goethe zu sehen. Seine Filmpartner waren etwa Alfred Abel, Fritz Kortner und Kurt Gerron. In Tonfilmen drehte er zusammen mit Zarah Leander, Theo Lingen und Marianne Hold. Stüwe, der auch als Opernregisseur tätig war, wurde am 14. Mai 1901 in Halle (Saale) geboren. mehr

filmklappe blau 250 orange ohne soundDie Theater- und Filmschauspielerin Elisabeth Bergner starb vor 30 Jahren, am 12. Mai 1986, in London.

In der Stummfilmzeit spielte sie unter anderem in Nju (1924), Der Geiger von Florenz (1926), Liebe (1926), Doña Juana (1927) und Fräulein Else (1929). Zu ihren Leinwandpartner/innen gehörten Conrad Veidt, Emil Jannings, Albert Bassermann und Adele Sandrock. Ihr Ehemann, der Regiseur Paul Czinner, inszenierte viele ihrer Filme. Bergner wurde am 22. August 1897 in Drohobycz (damals Österreich-Ungarn, heute Ukraine) als Elisabeth Ettel geboren. mehr 
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Der Filmproduzent Erich Pommer starb vor 50 Jahren, am 8. Mai 1966, in Los Angeles. Pommer war einer bedeutender Produzent in der Stumm- als auch Tonfilmzeit.

Zu seinen Produktionen zählen Meilensteine der Filmgeschichte wie Metropolis (1926), Faust - eine deutsche Volkssage (1926) und Das Cabinet des Dr. Caligari (1919). Auch in der Tonfilmzeit konnte er zum Beispiel mit Der blaue Engel (1930) und Der Kongreß tanzt (1931) große Erfolge feiern. Pommer wurde am 20. Juli 1889 in Hildesheim geboren. mehr

Die deutsche Schauspielerin Käte Haack starb vor 30 Jahren, am 05. Mai 1986, in Berlin.

In der Stummfilmzeit spielte sie unter anderem in Algol (Regie: Hans Werckmeister, 1920), Lebende Buddhas (Regie: Paul Wegner, 1922) und Unter der Laterne (Regie: Gerhard Lamprecht, 1928). Leinwandpartner/innen von ihr waren unter anderem Emil Jannings, Erna Morena, Conradt Veidt und Otto Gebühr. Sie wurde am 11. August 1897 in Berlin geboren. mehr

Der Scherenschnitt-Animationsfilm "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" wurde vor neunzig Jahren, am 02. Mai 1926, in der Berliner Volksbühne uraufgeführt.

Filmemacherin Lotte Reiniger entwickelte aus Motiven der Tausendundeine Nacht-Erzählungen einen Märchenfilm voller visueller Poesie. An der Produktion waren unter anderem Walter Ruttmann und Reinigers Ehemann Carl Koch beteiligt. Die eigens für den Stummfilm komponierte Musik stammt von Wolfgang Zeller. "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" ist der weltweit älteste noch erhaltene Animations-Langfilm. mehr

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Der amerikanische Filmregisseur und -pionier Edwin Stanton Porter starb am 30. April 1941 in New York.

Mit Der große Eisenbahnraub aus dem Jahr 1903 schuf er einen Meilenstein der Kinogeschichte und vermutlich auch den ersten Filmwestern. Der ca. 12 Minuten lange Film aus der Produktion der Edison Studios ist eines der frühesten Beispiele für das Erzählen einer Geschichte mit filmspezifischen Mitteln, wie beispielsweise der Parallelmontage. Porter wurde am 21. April 1870 in Connellsville (US-Bundestaat Pennsylvania) geboren. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

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Mit einer Sonderausstellung bis 02. Mai 2022 würdigt die Deutsche Kinemathek das komplexe Handwerk der Filmrestaurierung. mehr

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