Der deutsche Filmpionier und - industrielle Oskar Messter wurde am 22. November 1866 in Berlin geboren.

Messter stellte bereits 1896 Filmprojektoren her und betrieb im gleichen Jahr eine der ersten als Kino zu bezeichnenden Filmabspielstätten in Deutschland. Zudem produzierte er wenig später in einem eigenen Atelier Stummfilme. Ab 1903 vermarktete er sogenannte Tonbilder: Filmsequenzen, die zusammen mit einer eigens dafür aufgenommenen Schallplatte abgespielt wurden.

Messter förderte auch maßgeblich die Karriere der Schauspielerin Henny Porten, einem der großen Stars des deutschen Stummfilms (zum Beispiel Anna Boleyn von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1920).

Mit Beginn des ersten Weltkrieges veröffentlichte er dann die erste deutsche Wochenschau, die insbesondere das Kriegsgeschehen ausführlich abhandelte. Meester starb am 06. Dezember 1943 in Tegernsee. mehr

Die aktuell im Kino angelaufene Dokumentation "Im Namen der Tiere" (Regie: Sabine Kückelmann) schildert auf eindrückliche Weise das widersprüchliche Verhältnis von Menschen zu (sogenannten Nutz-)Tieren. Ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt und jede/n angeht.

Filme sind zumeist ein Spiegelbild für die ethischen und moralischen Vorstellungen in ihrer Entstehungszeit. So waren Tierschutz und Vegetarismus in den ersten Jahrzehnten des Kinos keine nennenswerte Themen. Eine der wenigen Stummfilmproduktionen, die sich diesem Themenbereich annahm, ist der bedeutende dänische Science-Fiction-Film Himmelskibet ("Flug zum Mars") von 1918. Hier werden Marsbewohner als Vegetarier und Pazifisten dargestellt und der Menschheit zum Vorbild empfohlen. Der Film liegt als DVD in einer von Danish Film Institute & Cinematheque sehr gut aufbereiteten Fassung vor.
DVD Himmelskibet
Dokumentation "Im Namen der Tiere"

metropolis ausstellungsplakat uni koeln 2016 250Filme der Stummfilmära waren meistens weder stumm noch schwarz-weiß: So wie Musiker bzw. Filmerzähler während der Aufführung für eine Vertonung der bewegten Bilder sorgten, so wurde mittels verschiedener Verfahren das Filmbild nach der Belichtung nachträglich eingefärbt. Zu den beliebtesten Colorierungsprozessen gehörte die Virage.

Am Dienstag, den 22. November 2016, wird in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln um 19.30 Uhr der Vortrag "Die Virage – ein frühes Farbfilmverfahren" gehalten. Referent Manfred Romboy vom Filmmuseum Romboy stellt sowohl die Technik als auch die Farbsymbolik der viragierten Filme vor. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung "Fritz Langs Metropolis" statt, die noch bis zum 20. Februar 2016 in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln zu sehen ist. mehr
Videotrailer zur Ausstellung

Bildnachweis: Walter Schulze-Mittendorff ©
Deutsche Kinemathek © Horst von Harbou
Mit freundlicher Genehmigung der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, Veranstalter

Der deutsche Schauspieler Gustl Gstettenbaur starb vor 20 Jahren, am 20. November 1996, in Bad Hindelang (Bayern).

In der Stummfilmzeit war er unter anderem in den Fritz-Lang-Filmen Spione (1928) und Frau im Mond (1929) zu sehen. Gstettenbaur konnte auch nach Umstellung auf den Tonfilm seine schauspielerische Karriere weiter ausbauen und spielte dann vornehmlich in Heimat- und Musikfilmen. 1985 erhielt er das Filmband in Gold. Er wurde als August Ludwig Gstettenbaur am 01. März 1914 in Straubing geboren. mehr

Das Kino "Black Box" im Filmmuseum Düsseldorf zeigt am Samstag, den 26. November 2016, den expressionistischen Film Der Golem, wie er in die Welt kam.

Der visuell beeindruckende Klassiker des Weimarer Kinos wurde am 29. Oktober 1920 im Berliner "Ufa-Palast am Zoo" uraufgeführt. Regie führten Paul Wegener, der auch die titelgebene Hauptrolle spielte, und Carl Boese. Live vertont wird der Stummfilmklassiker in der Black Box von Wilfried Kaets. mehr

Das Kino im Filmmuseum Potsdam zeigt im Rahmen seiner Sonderausstellung "Alles nur Kulisse?! Filmräume aus der Traumfabrik Babelsberg" am Sonntag, den 26. November 2016, um 18 Uhr den Science-Fiction-Klassiker "Frau im Mond" (1929).

Auf der Leinwand sind Gerda Maurus, Willy Fritsch, Gustav von Wagenheim, Fritz Rasp und - in einer Nebenrolle - die legendäre österreichische Schauspielerin Tilla Durieux zu sehen. Das Drehbuch zu Frau im Mond, dem letzten Stummfilm von Fritz Lang, stammt von Thea von Harbou. Marcus Becker wird in den mit Livemusik vertonten Film einführen.  mehr

Der österreichische Schauspieler Adolf Wohlbrück wurde vor 120 Jahren, am 19. November 1896, in Wien geboren.

Wohlbrück war vor seiner Karriere in der Tonfilmzeit schon in kleineren Rollen in der Stummfilmära zu sehen, etwa in "Martin Luther" (1923), "Mater dolorosa" (1924) und "Das Geheimnis auf Schloß Elmshöh" (1925). Aufgrund seiner Homosexualität und als sogenannter "Halbjude" emigrierte er 1936 aus Deutschland und nannte sich im englischen Exil Anton Walbrook. Er starb am 09. August 1967 im bayerischen Garatshausen. mehr

Der deutsche Schauspieler Georg John starb vor 75 Jahren, am 18. November 1941, im Ghetto Lodz. Er wurde am 23. Juli 1879 in Schmiegel bei Posen als Georg Jacobsohn geboren.

Er spielte unter anderem in den Fritz-Lang-Klassikern "Der müde Tod" (1921), "Dr. Mabuse, der Spieler" (1922), "Die Nibelungen" (1924), "Metropolis" (1927) und "Spione" (1928). Andere prominente Regisseure, mit denen Georg John zusammenarbeitete, waren Richard Oswald ("Unheimliche Geschichten", 1919), Joe May ("Das indische Grabmal", 1921), Friedrich Wilhelm Murnau ("Der letzte Mann", 1924), Paul Leni ("Das Wachsfigurenkabinett", 1924), E. A. Dupont ("Varieté", 1925) und Gerhard Lamprecht ("Die Verrufenen", 1925). 1933 wurde seine Filmkarriere von den Nationalsozialisten sofort beendet, da er Jude war. Er kam 1941 im Ghetto Lodz um. mehr

Am Donnerstag, den 17.11.2016, wird im Kunstraum Walcheturm (Kanonengasse 20, 8004 Zürich) ein Stummfilm-Programm zu den Themen künstliche Menschen, Roboter und Modernisierung gezeigt.

Die Livemusikbegleitung stammt von FELL, das sind toktek/Tom Verbruggen und Simon Berz (Bass, Schlagzeug, Live-Elektronik und DIY-Instrumente). Gezeigt werden die vier Filme "The Automatic Motorist" (UK 1911), "A Clever Dummy" (USA 1917), "L’uomo meccanico" (Italien 1921, Fragment) und "Mechanical Doll" (USA 1922). mehr

Im Rahmen des österreichischen Festivals Wachau in Echtzeit wird am Sonntag, den 20. November 2016, um 18:00 Uhr Alfred Hitchcocks The Lodger gezeigt.

Der 1927 in Großbritannien gedrehte Stummfilm gilt als erster "echter" Hitchcock-Suspensefilm. Im Kino des Kesselhaus Krems spielen Divine Musical Bureau live zum spannungsreichen Geschehen auf der Leinwand. mehr

Vor 110 Jahren, am 14. November 1906, wurde die amerikanische Filmschauspielerin Louise Brooks in Cherryvale (Kansas) geboren.

Brooks ist vor allem durch die Mitwirkung an den in Deutschland gedrehten Stummfilmklassikern Tagebuch einer Verlorenen und Die Büchse der Pandora noch heute ein Begriff (bei beiden 1929 enstandenen Filmen führte Georg Wilhelm Pabst Regie).

Fotos aus den 1920er-Jahren, auf welchen Brooks mit ihrer berühmten Bubikopf-Frisur abgebildet ist, stehen heute geradezu ikonisch für das Berlin der Weimarer Zeit und die Stummfilmära. Brooks starb am 08. August 1985 in Rochester (New York). mehr

Paul Lenis Das Wachsfigurenkabinett ist am Dienstag, den 15. November 2016, im Audimax der Uni Konstanz zu sehen.

Günter Buchwald (Klavier) und Frank Bockius (Schlagzeug) werden den deutschen Stummfilm aus dem Jahr 1924 musikalisch begleiten. Das beeindruckende, vom Expressionismus beeinflusste Szenenbild stammt von Leni und Fritz Maurischat, das Drehbuch verfasste Henrik Galeen. Auf der Leinwand sind Emil Jannings, Conrad Veidt, Werner Krauß und Wilhelm (William) Dieterle zu sehen. mehr

Übrigens: Lenis letzter Film, der verschollen geglaubte "The Last Warning" (USA 1929), wurde nun wiederentdeckt und aufwändig restauriert. mehr

stephan graf von bothmer 250 2 birgit meixnerAm Samstag, den 19. November 2016, ist im Filmmuseum Postdam der Abenteuerfilm Mister Radio zu sehen.

In der Hauptrolle des 1924 entstandenen Streifens ist Luciano Albertini zu sehen. Regie führte Nunzio Malasomma, das Szenenbild stammt von Willi A. Herrmann. Live vertont wird die Aufführung von Stephan Graf von Bothmer. Mehr Informationen hier
Foto: Birgit Meixner

lubitsch stern berlin 250Von November 2016 bis Juli 2017 widmet sich die Reihe "Lecture & Film" mit Filmvorführungen und Expertenvorträgen dem Regisseur Ernst Lubitsch (1892-1947) und seinen Filmen.

Die Reihe startet am Donnerstag, den 17.11.2016, mit dem Vortrag "Probleme der Überlieferung. Zur Restaurierung von Ernst Lubitschs Die Bergkatze" von Anke Wilkening (Murnau-Stiftung Wiesbaden) um 20:15 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt/Main. Der Eintritt ist frei; eine Kartenreservierungen wird unter 069 961 220-220 empfohlen (beschränkte Platzzahl).

"Lecture & Film" ist eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmmuseum im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA), mit finanzieller Unterstützung der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität Frankfurt am Main und des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main.

Mehr zur Veranstaltungsreihe

Ernst Lubitschs Œu­v­re, insgesamt über 70 Kinowerke, verbindet oftmals turbulent Komödiantisches mit einer genauen Beobachtung gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Befindlichkeiten. Nach einer intensiven und erfolgreichen Schaffensphase in Deutschland emigrierte Lubitsch 1922 in die USA und gehörte auch dort zu den profiliertesten Regisseuren seiner Zeit. Vor allem in seinen US-amerikanischen Produktionen kultivierte er seine Erzählweise und filmischen Ausdrucksmittel zum sogenannten "Lubitsch Touch". Kurz vor seinem Tod erhielt er einen Ehrenoscar für sein herausragendes Wirken in der Filmbranche. mehr
Das Bild zeigt den Stern für Ernst Lubitsch auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto
: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Am Freitag, den 18. November 2016, wird in Schwäbisch Hall der schwedische Stummfilmklassiker "Der Fuhrmann des Todes" gezeigt.

Victor Sjöström, der auch in einer der Hauptrollen zu sehen ist, inszenierte das Drama im Jahr 1921. Heute zählt der Film zu den bedeutensten Werken des schwedischen Kinos. Live vertont wird Der Fuhrmann des Todes in Schwäbisch Hall von SilentFilmDj D´Dread. mehr

Literaturtipp: Im 35 Millimeter-Verlag ist das Buch "Victor Sjöström - Film Can Be Art" von Jens Dehn erschienen. mehr

Berlin

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Mit einer Sonderausstellung bis 02. Mai 2022 würdigt die Deutsche Kinemathek das komplexe Handwerk der Filmrestaurierung. mehr

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