richard siedhoff 1 250Im Rahmen des Kunstfestes Weimar und der Stummfilmretrospektive "Überreizung der Phantasie" findet am 03. September 2020 im großen Saal des Deutschen Nationaltheaters Weimar die Weltpremiere der rekonstruierten Originalmusik von Paul Wegeners Stummfilmklassiker Der Golem, wie er in die Welt kam statt.

Die Rekonstruktion und Bearbeitung von Hans Landsbergers Orginalmusik wurde von dem Stummfilmmusiker Richard Siedhoff (Foto) durchgeführt. Es spielt die Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Burkhard Götze. Zu sehen ist der Film in der vom Filmmuseum München digital restaurierte Langfassung, die alle originalen, expressionistisch gestalteten Zwischentitel enthält. Der Film wird am 03.09.2020 zwei Mal gezeigt, um 18:00 Uhr und um 21:00 Uhr.

Ergänzend hält Sfefan Drößler, Leiter des Filmmuseums München, am 04. September 2020 um 18:00 Uhr im Weimarer Lichthaus Kino den Vortrag "Auf der Suche nach dem Golem". Darin gibt Drößler einen Enblick in die Entstehung von Paul Wegeners drei Golem-Filmen und die Filmrekonstruktion. Richard Siedhoff spricht zudem über die Arbeit an der wiederentdeckten Originalmusik von Hans Landsberger. mehr und mehr

Lesetipp: Autor Arndt Pawelczik stellt den Film im Rahmen der Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik vor. Zur Filmbesprechung
Foto: privat

filmstreifen 04 250Vom 11. September bis 21. Oktober 2020 wird in Wien die Retrospektive "Wien wie noch nie – Teil II" gezeigt.

Auch bei der Fortsetzung des Sommerkinos sind einge Stummfilmperlen berücksichtigt. Begleitend zu den Vorstellungen im Metro Kinokulturhaus werden im digitalen Heimkino kostenlos weitere ausgewählte Programme gezeigt. Kuratiert ist die Schau von Florian Widegger. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Anfang September 1920 wurden die Stummfilmklassiker "Sumurun", "Genuine" und "Algol" in Berlin uraufgeführt.

So unterschiedlich die drei Produktionen auf den ersten Blick erscheinen – der Historienfilm "Sumurun" (Regie: Ernst Lubitsch) spielt im Orient, der artifizielle "Genuine" (Regie: Robert Wiene) ist dem expressionistischen Gruselfilm verpflichtet und der sozialkritisch angehauchte "Algol" (Regie: Hans Werckmeister) bedient das fantastische Genré –, bestechen alle durch ihre aufregende visuelle Gestaltung, ein bemerkenswertes Schauspieler*innen-Ensemble und den offensichtlichen Willen ihrer Regisseure, ihrem Publikum etwas Außergewöhnliches, nicht Alltägliches auf der Leinwand zu bieten.

Autor Arndt Pawelczik stellt für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik die drei Werke vor. Hier geht es zu den Filmbesprechungen.

LieblingDerGoetter5 Quelle Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung 250Von dem Tonfilm "Liebling der Götter", der auf dem "Il Cinema Ritrovato Festival" in einer von Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung frisch digitalisierten Fassung zu sehen ist, existiert auch eine stumme Fassung mit Ton- und Musikbegleitung auf separatem Träger.

Im Rahmen der FFE Digitalisierungsoffensive wird diese Version derzeit digitalisiert. In dem Künstlermelodram "Liebling der Götter" von Hanns Schwarz spielen Emil Jannings und Renate Müller die Hauptrollen.

Jannings hatte schon vor seiner Amerikareise in der Rolle des Kammersängers in Hans Müllers Stück „Tokayer“, der Vorlage des Films, auf der Bühne gestanden. Nun wurde er, nach seinen Hollywood-Erfolgen und seinem beeindruckenden Professor Unrat in "Der blaue Engel" (D 1930) mit der Titelrolle in "Liebling der Götter" betraut. Jannings wollte zeigen, dass auch "der Humor ein echtes Kind seiner Seele" war. Der Film wandte sich vor allem an die Anhänger der Oper und an die Verehrer von Emil Jannings, dem der Wiener Volksschauspieler Hans Moser in einigen Szenen zur Seite stand.

Das Festival  Il Cinema Ritrovato findet vom 25. bis 31. August 2020 statt und ist eine der wichtigsten Plattformen für das internationale Filmerbe sowie die Filmrestaurierung. Zwei weitere Filme aus dem Bestand der Murnau-Stiftung sind dort ebenfalls zu sehen, die Lubitsch-Stummfilme "Anna Boleyn" (D 1920) und "Kohlhiesels Töchter" (D 1920).
Textquelle und Foto: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

filmklappe blau 250 orange ohne soundDer US-amerikanische Schauspieler Lon Chaney senior starbam 26. August 1930 in Los Angeles. Der am 1. April 1883 in Colorado Springs geborene Filmdarsteller ging als der "Mann mit den 1.000 Gesichtern“ in die Kinogeschichte ein.

Bekannt wurde Lon Chaney durch die Rolle des Quasimodo in "Der Glöckner von Notre Dame" (1923) unter der Regie von Wallace Worsley. Der aufwändige Film wurde auch durch die schauspielerischer Leistung und die geniale Maske seines Hauptdarstellers ein Kassenschlager.

"Das Phantom der Oper" von 1925, ein Film, der teilweise im Zwei-Farben-Technicolor-Verfahren gedreht wurde, markierte einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere, die einen Schwerpunkt im Horrorgerne hatte. Lon Chaney drehte insgesamt zehn Filme mit dem legendären Regisseur Tod Browning. mehr
Bild: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmklappe blau 250 neuDer amerikanische Schauspieler und Komiker Mack Swain starb am 25. August 1935 im Alter von 59 Jahren in Tacoma (USA). Er wurde am 16. Februar 1876 in Salt Lake City (USA) geboren.

In vielen Filmen von Charlie Chaplin war der schwergewichtige und hochgewachsene Schauspieler der grobschlächtige Sidekick. In Chaplins Goldrausch (1925) hatte er den wohl prominentesten Auftritte seiner Karriere, die insgesamt rund 160 Filme umfasst. Swain war unter anderem auch an der Seite von Mabel Normand und Roscoe Arbuckle auf der Leinwand zu sehen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

papst stern berlin 250Der österreichische Filmregisseur Georg Wilhelm Pabst, kurz G. W. Pabst genannt, wurde am 25. August 1885 in Raudnitz (Böhmen) geboren. Er drehte einige der bedeutensten deutschen Stummfilme.

Eines seiner bekanntesten Werke ist der oft zensierte Film Die freudlose Gasse aus dem Jahr 1925 mit Greta Garbo und Asta Nielsen (der einzige Film, in dem beide Stars zusammen zu sehen sind). Mit der amerikanischen Schauspielerin Louise Brooks drehte er Die Büchse der Pandora und Tagebuch einer Verlorenen (beide 1929), zwei meisterhaft inszenierte Melodramen, die auch heute noch durch das erfrischende Spiel der Hauptdarstellerin begeistern. G. W. Pabst starb am 29. Mai 1967 in Wien. mehr
Das Bild zeigt den Stern für G. W. Pabst auf dem Potsdamer Platz in Berlin. Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 02 250Die Technischen Sammlungen Dresden laden bis zum 03. September 2020 zur Veranstaltungsreihe "Sommer im Museumshof" ein.

Im Hof des Ernemannbaus gastieren unter anderem die Dresdner Stummfilmtage und zeigen anlässlich des 100. Jahrestag der Uraufführung von "Das Cabinet des Dr. Caligari" den großen expressionistischen Klassiker am 28. August 2020 (Vertonung von Richard Siedhoff am Klavier) und 29. August 2020 (Vertonung von Matthias Hirth mit elektronischer Musik).

Die Produktion der Decla-Film-Gesellschaft Berlin unter Leitung der Produzenten Rudolf Meinert und Erich Pommer erzählt die Geschichte eines unheimlichen Wanderausstellers, der mithilfe seines schlafwandlerischen Gehilfen Angst und Schrecken in einem Städtchen verbreitet und dabei nicht vor Mord zurückschreckt. Ergänzt wird die Szenerie durch eine Rahmenhandlung, die die Protagonisten des Geschehens als Insassen einer Nervenheilanstalt verortet.

filmstreifen 08 250 buntIm Rahmen des Filmfestivals "Neue Heimat" auf Burg Klempenow ist am Samstag, den 22. August 2020, der Stummfilm "Menschen am Sonntag" (D 1930) mit live Musikbegleitung zu sehen.

Robert Siodmak und Edgar Georg Ulmer führten gemeinsam die Regie bei diesem überaus populären Klassiker des deutschen Stummfilms, der wie kaum ein anderer das Lebensgefühl von jungen Menschen in der Weimarer Republik eingefangen hat. Das Drehbuch schrieb Billie "Billy" Wilder.

Am Klavier spielt der Musiker Jürgen Kurz. Die Burg Klempenow ist zwischen Altentreptow und Jarmen gelegen. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 06 250Mit dem Film "Verflucht sei der Krieg!" des belgischen Kinopioniers Alfred Machin ging das digitale Programmangebot der 36. Internationalen Stummfilmtage coronakompatibel, wetter- und ortsunabhängig am 18. August 2020 zu Ende.

Zwei Tage zuvor beendete das schablonenkolorierte Drama bereits das Live-Festival im Arkadenhof der Universität Bonn. Dank der fulminanten Musik, die die Münchner Violinistin Sabrina Zimmermann für ihren Kollegen Mark Pogolski (Flügel) und sich selbst komponiert hatte, genoss das Publikum den Film trotz des regnerischen Wetters.

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" gibt es hier zu entdecken. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Die taz erinnert an das Schicksal des jüdischen "Neuköllner Postkartenkönigs" Heinrich Ross, der Portraits vieler Stars der Stummfilmära auf Fotopostkarten veröffentlichte und in den 1930er-Jahren vor den Nazis fliehen musste. mehr

♦ Die Nordwest Zeitung gibt einen Einblick in die Gründung der Warner Bros. Studios in Hollywood. mehr

♦ Das Westfalen Blatt stellt die Ufa Filmnächte 2020 vor, die dieses Mal ausschließlich online stattfinden. mehr

♦ Das Wanderkino "Laster der Nacht" ist beim Kultursommer am Schloss Landestrost in Neustadt live zu erleben. Die Hannoversche Allgemeine berichtet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

2020 UFA Filmnaechte digital key visual 250Erstmals finden die UFA Filmnächte aus gegebenem Anlass ausschließlich im Netz und nicht mit tausenden Gästen auf der Berliner Museumsinsel statt. Sie stehen damit im zehnten Jahr ihres Bestehens nicht nur den Berliner*innen, sondern Stummfilmfans in aller Welt offen.

Vom 20. bis zum 22. August 2020 präsentieren Bertelsmann und UFA im Rahmen der digitalen Culture@Bertelsmann-Reihe die Jubiläumsausgabe der UFA Filmnächte mit drei frühen Meisterwerken der Kinogeschichte, jeweils exklusiv musikalisch untermalt. Zu sehen sind die Filme per Livestream auf der Website sowie auf dem YouTube- und Facebook-Kanal von Bertelsmann.

filmstreifen bunt15 250Der französischer Künstler und Filmregisseur Fernand Léger starb am 17. August 1955 in Gif-sur-Yvette (Frankreich).

Im Jahr 1924 war er maßgeblich an der Produktion von "Le ballet mécanique", einem Meilenstein des Experimentalfilms, beteiligt. Der Kurzfilm ist inspiriert von "Ballet Mécanique" des amerikanischen Komponisten George Antheil, einem der einflussreichsten Musikstücke des frühen 20. Jahrhunderts. Legér wurde am 04. Februar 1881 in Argentan (Frankreich) geboren.
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250 buntAm Donnerstag, den 20. August 2020, ist in Villach die Uraufführung der Kirchen-Filmoper "Jeanne d‘Arc" nach Carl Theodor Dreyer und von Johannes Kalitzke zu sehen und zu hören.

Dreyers Stummfilm "Die Passion der Jungfrau von Orléans" (F 1928) wird mit Orchester, Chor und Solist*innen zu einem ungewöhnlichen Seh- und Hörerlebnis verküpft. Der Film gilt als ein Meilenstein der Kinogeschichte. In ergreifenden Bildern schildert er die letzten Stunden im Leben der Jungfrau von Orléans. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmspule bunt 250 1Auch in 2020 veranstaltet das Lichthaus Kino Weimar in Kooperation mit dem Kunstfest Weimar, der Bauhaus-Universität Weimar und dem Stadtarchiv Weimar die Ausgabe der jährlichen Stummfilm-Retrospektive "Überreizung der Phantasie – Filme der Weimarer Republik in den Weimarer Kinos".

In seiner zweiten Ausgabe blickt die Filmschau einhundert Jahre zurück, in das Jahr 1920. Vom 02. bis 10. September 2020 laufen im Lichthaus Kino Weimar die Kassenschlager, die die Spielpläne des Jahres 1920 dominierten, aber heute eher selten im Stummfilm-Kanon auftauchen: Sensationsfilme, Kriminalfilme, Historienfilme, exotische Abenteuer und dänischer Science Fiction.

Stummfilm Magazin ist Medienpartner der Stummfilm-Retrospektive "Überreizung der Phantasie".

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Das international bedeutende Stummfilmfestival "Le Giornate del Cinema Muto" wird jedes Jahr in Pordenone veranstaltet, in 2021 zum 40. Mal. mehr