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metropolis ausstellungsplakat uni koeln 2016 250"METROPOLIS: die Stadt der Zukunft, gigantisch, von unerhörten Ausmaßen, himmelanstrebend. Maschinen: phantastische Zukunftsträume Wirklichkeit geworden. Herzmaschine, Molochmaschine – riesenhaft, von erdrückender Wucht. Menschen des Lichts: glücklich, göttergleich. Menschen der Nacht: sklavisch unterjocht. Maschinenmensch: Lichtkreise schwingen, Funken sprühen, stählerne Glieder wandeln sich in menschliche Formen. Wasserkatastrophe in der Arbeiterstadt! Aufruhr! Die Herzmaschine rast sich zu Tode, Urbild tödlichster Gefährlichkeit – die unterirdische Stadt ersäuft."

So wurde der teuerste Stummfilm Deutschlands im Jahr 1927 in Köln angekündigt.

Fast 90 Jahre nach der Uraufführung von METROPOLIS am 10. Januar 1927 präsentiert die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB) eine Ausstellung über den Filmklassiker, der 2001 in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen wurde, mit einem großen Rahmenprogramm.

METROPOLIS wurde ein Teil der Filmkultur sowie der Filmkunst der Weimarer Republik, weil der Film die erste nachhaltige filmische Umsetzung einer architektonischen Zukunftsvision war. Er vereint archaische Gegensätze, allegorische Motive mit Details aus Mittelalter, Gegenwart und visionärer Zukunft. Sein Einfluss auf Komposition, Bildsprache und vor allem Spezialeffekte ist bis heute lebendig. Seine scheinbar zeitlose Ästhetik hat bis in die Gegenwart Einfluss auf die Medienkultur. Filme wie „Das fünfte Element“, „Star Wars“ oder „Blade Runner“ und Musikvideos von Beyoncé, Kylie Minogue bis Madonna verwenden architektonische und stilistische Zitate aus Fritz Langs Monumentalepos.

Internetseite zur Ausstellung
Videotrailer zur Kölner Ausstellung auf YouTube
Infos zum Film bei Wikipedia
Videotrailer zur DVD-Veröffentlichung 2011 auf YouTube

In der Ausstellung erwarten die Besucher Filmvorführungen, Kostüme, Filmkameras, Filmsequenzen, Fotografien von den Filmaufnahmen, Entwurfszeichnungen des Filmarchitekten, Musikvorträge, Drehbuchseiten, Filmplakate, nachgebaute Filmrequisiten, Lesungen und Vorträge über den Film und seiner Entstehung. Die Ausstellung wird am 27. Oktober 2016 in der Aula der Universität zu Köln öffentlich eröffnet. Sie befindet sich im Foyer der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln. Der Eintritt ist frei.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung. Der Veranstalter bittet bis spätestens eine Woche vor Beginn der Ausstellungseröffnung bzw. der Vorträge um eine Anmeldung unter 0221 470 4659 und 0221 470 2214 oder unter metropolis (at) ub.uni-koeln.de.

Rahmenprogramm

Dienstag, 08.11.2016, 19.30 Uhr in der USB
Dr. Marc Bonner, Universität zu Köln, Institut für Medienkultur und Theater
„METROPOLIS als archetypische Stadtvision der Science-Fiction – Inspirationen und Vermächtnis der Megalopolis“
Eintritt frei

Dienstag, 15.11.2016, 19.30 Uhr in der USB
Schauspielerin Bettina Storm und Schauspieler Julian Horeyseck
„The Making of METROPOLIS“: Lesung aus „Der Schatten des Architekten“ von Erich Kettelhut, „Waren das Zeiten“ von Gustav Fröhlich und Literatur weiterer Zeitzeugen der Filmentstehung.
Eintritt frei

Dienstag, 22.11.2016, 19.30 Uhr in der USB
Manfred Romboy, Filmmuseum Romboy
„Die Virage – ein frühes Farbfilmverfahren“
Eintritt frei

Montag, 09.01.2017, 19.30 Uhr in der USB
Prof. Martin Koerber, Deutsche Kinemathek
„Die Restaurierung von Fritz Langs METROPOLIS, ein Bericht aus der Praxis “
Eintritt frei

Dienstag, 10.01.2017, 19.30 Uhr in der Aula der Universität
METROPOLIS-Filmvorführung
Einleitung: Dr. Gerald Köhler, Universität zu Köln, Institut für Medienkultur und Theater
Auftakt: Kammerorchester der Universität zu Köln, Leitung: Michael Ostrzyga
Eintritt frei

Dienstag, 17.01.2017, 19.30 Uhr in der USB
Dr. Peter Scheinpflug, Universität zu Köln, Institut für Medienkultur und Theater
„Film- und kulturhistorische Betrachtungen zu METROPOLIS“
Eintritt frei

Dienstag, 24.01.2017, 19.30 Uhr in der USB
Irene Schoor, Köln im Film e.V. und Dr. Sabine Steidle
„Filmpaläste und Kinokultur in den zwanziger Jahren: Berlin und Köln“
Eintritt frei

Dienstag, 07.02.2017, 19.30 Uhr in der USB
Prof. Dr. Frank Hentschel, Universität zu Köln, Musikwissenschaftliches Institut
„Die Musik in Fritz Langs METROPOLIS“
Eintritt frei

Mittwoch, 08.02.2017, 20.00 Uhr in der Aula der Universität
Sinfonieorchester der Universität zu Köln: Semesterabschlusskonzert
Gespielt werden u. a. Auszüge der Filmmusik zu Fritz Langs METROPOLIS von Georg Huppertz
Leitung: Michael Ostrzyga
Einleitung: Nina Goslar (Filmredakteurin bei ZDF/ARTE)
Eintritt frei

Mittwoch, 15.02. 2017, 19.30 Uhr in der USB
Dr. Stephanie Tilly, Universität zu Köln, Seminar für Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte
„Zur Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte der UFA in den 1920er Jahren“
Eintritt frei

Sonntag, 19.02.2017, 15.00 Uhr im Filmforum im Museum Ludwig (Bischofsgartenstraße 1, 50667 Köln)
Prof. Dr. Lisa Gotto, IFS Internationale Filmschule Köln, Filmgeschichte/Filmanalyse
„Zukunftsforschung. Fritz Langs METROPOLIS als Antizipation digitaler Special Effects-Welten“
Im Anschluss daran folgt die zweite Filmvorführung. Eintritt 8 Euro (ermäßigt 6 Euro)

Textquelle: Presseinformationen der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln; alle Angaben ohne Gewähr

Bildnachweis: Walter Schulze-Mittendorff ©
Deutsche Kinemathek © Horst von Harbou
Mit freundlicher Genehmigung der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, Veranstalter