arte logo 250Am Montag, den 28. November 2022, wird um 23.40 Uhr auf ARTE "Jüdisches Glück" (Deutschland/Sowjetunion 1925) ausgestrahlt. In der ARTE-Mediathek ist der Stummfilm vom 27. November 2022 bis 25. Februar 2023 abrufbar.

Der Film ist ein einmaliges Dokument der jüdisch-ukrainischen Kulturgeschichte, gedreht an Originalschauplätzen und damaligen Zentren des jüdischen Lebens wie Berdytschiw, Odessa, Letytschiw. Legendär ist die lange, im Hafen von Odessa gedrehte Traumszene, in der sich Menachem als versierter Heiratsvermittler ausgibt. Die Schauspieler kamen vorwiegend vom Jüdischen Theater Moskau. Einige Mitglieder der Filmcrew wurden später Opfer der Stalin’schen Säuberungsaktionen, wie der Autor des Drehbuchs, Isaak Babel, oder der Hauptdarsteller Solomon Michoels, der 1948 ums Leben kam.

Die neue Musik stammt von der ukrainischen Komponistin Masha Khotimski, geboren 1980. Sie hat in ihre Musik authentische jüdische Gesangsaufnahmen aus den 1910er Jahren einbezogen, die im Gebiet der heutigen Ukraine bei einer Expedition der Gesellschaft für jüdische Geschichte und Ethnographie unter Leitung des jüdischen Schriftstellers Sholem An-Ski aufgezeichnet wurden. Er unternahm mit Ethnologen von 1912 bis 1914 eine systematische Quellensammlung in den damaligen jüdischen Siedlungsgebieten des zaristischen Russlands und nahm auf Phonographen liturgische Lieder, Geschichten und Volksmusik auf. Ein Teil der Tonaufnahmen ist in der Wernadski-Nationalbibliothek von Kiew erhalten. Die Gesangsaufnahmen sind teils Lieder, teils chassidische Nigun-Gesänge, die gerade in den ukrainisch-jüdischen Gemeinden gepflegt wurden. Masha Khotimski bearbeitete die historischen Aufnahmen, kombinierte sie mit neuer Musik für kleines Ensemble und reicherte sie mit Geräuschen zu einem großen Klangraum an.

Alexej Granowski wurde 1890 in Moskau geboren und starb 1937 in Paris. Granowski stammte aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie. Nach einer Theaterausbildung in Sankt Petersburg und München arbeitete er als Theaterregisseur in Riga, anschließend studierte er Filmregie in Schweden. 1919 gründete er im damaligen Petrograd das jüdische Theaterstudio, ab 1920 war diese Institution, in der vorwiegend Stücke in jiddischer Sprache aufgeführt wurden, in Moskau. 1929 blieb Granowski nach einem Gastspiel in Deutschland, arbeitete für Max Reinhardt. Er drehte sechs Filme, von denen "Jüdisches Glück" der bedeutendste ist. mehr
Textquelle und Bild: ARTE G.E.I.E.

Sammlung Werner Nekes

Bis 16. April 2023 wird im Filmmuseum Potsdam die Präsentation "Ich sehe was, was Du nicht siehst – Aus der Sammlung Werner Nekes" gezeigt. Ergänzend findet eine Vermittlungswerkstatt statt. mehr

Spendenaktion

filmspule 250 4

Das bedeutende ukrainische Filmarchiv Dovzhenko Centre in Kiew ist in seiner Existenz bedroht. Spenden zur Unterstützung sind möglich unter https://gofund.me/a6d1f28d

Bonn 2023

stummfilmtage bonn 250a

Die nächsten Internationalen Stummfilmtage in Bonn werden vom 10. bis 20. August 2023 wie gehabt im Arkadenhof der Universität Bonn veranstaltet. mehr

Termine über Termine

zwischentitel september 2019

Kinotipps, Filmreihen, Ausstellungen und mehr ... unseren Stummfilm-Kalender finden Sie hier