Camera Obscura aussen HD dff 250 1Zum Beginn der Sommerferiensaison 2022 gibt es eine neue begehbare Attraktion im zweiten Obergeschoss des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum: eine Camera Obscura, in der die Besucher*innen des DFF das – auf dem Kopf stehende Mainufer und die Skyline von Frankfurt am Main in Echtzeit und Farbe betrachten können.

Lange haben die Besucher*innen des DFF diese ungewöhnliche Sicht auf Frankfurts Innenstadt und Bankenviertel nicht erleben können, die schon vor der grundlegenden Überarbeitung der Daueraustellung im Jahr 2010/11 per Camera Obscura zu beobachten war. Jetzt ist sie wieder da und das DFF ist um eine Attraktion reicher.

Wie die Camera Obscura den Weg zur späteren Erfindung des Films bereitete, erfahren Besucher*innen dann im Anschluss beim Besuch der Dauerausstellung. Fallen Lichtstrahlen durch ein kleines Loch in einen dunklen Raum, so erzeugen sie auf der dem Loch gegenüberliegenden Fläche ein farbgetreues, seitenverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Bild des Außenraumes vor dem Loch. Das Phänomen war schon im China des fünften vorchristlichen Jahrhunderts bekannt. Den Nutzen einer Camera Obscura für die schmerzlose, das Auge schonende Betrachtung von Sonnen- und Mondfinsternissen oder Sonnenflecken beschreibt im Jahr 1038 der arabische Gelehrte Ibn Al Haitam. In der italienischen Renaissance findet sich dann in den Aufzeichnungen Leonardo da Vincis eine klare Beschreibung der Funktionsweise der Camera Obscura. Eine Sammellinse, um das Bild schärfer zu machen, benutzt um 1568 erstmals der Venezianer Daniele Barbaro und bemerkt dabei, dass sich das flüchtige Bild auf Papier werfen, abmalen und dadurch festhalten lässt. Auch insofern ist die Camera Obscura ein Vorläufer der fotografischen Kamera.
Textquelle und Bild: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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