tv geraet 250Noch bis 11. Januar 2022 ist in der ARTE-Mediathek "Blind Husbands" (USA 1919) abrufbar.

In seinem Debütfilm liefert Erich von Stroheim gleich alles, was ihn später als "man you love to hate" legendär machte: eine spannende Geschichte um einen Hochstapler (gespielt vom Regisseur selbst), der die Treue einer frustrierten Ehefrau auf die Probe stellt und dabei auch andere Frauen unglücklich macht.

Die Armstrongs, ein amerikanisches Ehepaar, machen Urlaub in den Dolomiten und wollen sich ein wenig von ihrem öden Ehealltag erholen. Womit sie nicht gerechnet haben, ist Offizier Erich von Steuben, gespielt von Erich von Stroheim, ein gleichermaßen nobler wie aufdringlicher Kavalier. Von Steuben setzt alles in Bewegung, um die charmante Arztgattin zu erobern. Der Einzige, der Steuben Paroli bietet, ist ein Bergführer, der den dekadenten Offizier durchschaut; dieser behauptet auch, ein guter Bergsteiger zu sein. So vereinbaren Armstrong und von Steuben eine gemeinsame Bergtour. Am Gipfel angekommen, entdeckt Armstrong einen Brief seiner Frau, in dem sie sich eigentlich von ihrem übergriffigen Verehrer distanziert. Aber ihr Mann glaubt, in dem Brief den Beweis einer Affäre zwischen seiner Frau und dem Offizier zu haben, und zerschneidet das Seil zwischen ihm und von Steuben. Ihm selbst gelingt der Abstieg, von Steuben stürzt ab.

"Blinde Ehemänner" war bereits zu seiner Zeit ein großer Kinoerfolg. Die längste erhaltene Fassung des Films liegt im Österreichischen Filmmuseum, es handelt sich um die deutschsprachige Verleihfassung von 1921. Diese Kopie wurde anhand des überlieferten Continuity-Scripts mit Material aus dem New Yorker Museum of Modern Art ergänzt. Die Premierenfassung hatte eine Länge von 2.350 Meter Zelluloid, nachdem gegen den Willen von Stroheims starke Kürzungen vorgenommen worden waren. Die neue Fassung ist mit 2.110 Meter die längste verfügbare Fassung des Films, es fehlen 9 Minuten zur Originalfassung. Die neue Musik von Andreas Eduardo Frank wurde vom ensemble recherche im Konzerthaus Wien uraufgeführt.

Erich von Stroheim (1885-1957) gehörte in den 1920er Jahren mit Filmen wie "Greed", "The Merry Widow" und "Wedding March" zu den führenden Regisseuren Hollywoods. Seine notorische Missachtung von Etatvorgaben und Zensurbestimmungen führte dazu, dass seine Filme fast alle gekürzt wurden oder dass ihm die Regie entzogen wurde. Nach 1933 wurde er nicht mehr als Regisseur beschäftigt und arbeitete wieder als Schauspieler. In Filmen wie "La grande illusion" (Jean Renoir, 1937) oder "Sunset Boulevard" (Billy Wilder, 1950) hatte er als Darsteller großen Erfolg, trat aber auch in zahlreichen B-Movies auf. mehr
Textquelle: Arte Presse; Bild: Stummfilm Magazin

 

 

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