remake festival logo 250"Remake. Frankfurter Frauen Film Tage" findet vom 23. bis 28. November 2021 in der "Pupille", dem Universitätskino der Stadt Frankurt am Main, statt.

"Das Beschaffen von analogen Vorführkopien wird von Jahr zu Jahr schwieriger", sagte Festivalleiterin Gaby Babić am 18. November 2021 auf einer Pressekonferenz anlässlich des anstehenden Starts des Festivals. "Es ist ein Irrglaube, davon auszugehen, dass Filmgeschichte, zumal die von Frauen, `on demand´ digital verfügbar wäre. Viele der Filme, die wir dem Publikum zugänglich machen wollen, liegen entweder nicht in neuen, digitalen Formaten vor oder die analogen Kopien sind aus den Archiven kaum noch zu bekommen".

Es ist den Remake-Kuratorinnen ein Anliegen, jeden Film möglichst im Original-Vorführformat zu zeigen und der ihm eigenen Materialität. "Ein Filmstreifen, durch den Licht fällt, bringt eine ganz andere Tiefe und Transparenz auf die Leinwand als ein digitaler Film. Die Sinneswahrnehmung ist eine andere", so Heide Schlüpmann. Zu Stummfilmen gehöre zudem die musikalische Begleitung.

Die Kinothek Asta Nielsen vertritt mit "Remake. Frankfurter Frauen Film Tage 2021" auch in der aktuell schwierigen Situation bewusst eine Kinopraxis: "Wir sind in dem Punkt kategorisch, wir bestehen auf die gemeinschaftliche Filmwahrnehmung im Kino. Es stand für uns außer Frage, dass wir im Falle eines pandemisch bedingten Veranstaltungsverbots Remake auf einen neuen Termin verlegen. Nun werden wir das Festival unter allen gebotenen Vorsichtsmaßnahmen veranstalten können.", so Babić weiter. Dazu auch Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats der Stadt Frankfurt: "Die Corona-Pandemie hat uns alle und auch die Kulturschaffenden viel Kraft gekostet. Es ist deutlich geworden, wie zentral Kunst, Kultur und Kino für unseren Alltag sind. Es sind Orte gesellschaftlicher Debatte und persönlicher Begegnung, sie schaffen Raum für Information, Inspiration und ermöglichen Perspektivenwechsel. Der kulturelle Beitrag von Frauen* ist ein wesentlicher Baustein für Kultur und Demokratie. Feministische Kulturarbeit leistet einen zentralen und emanzipatorischen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und Teilhabe."

Die Welturaufführung einer Filmmusik der renommierten Komponistin und Pianistin Maud Nelissen zu Lois Webers Stummfilm "Shoes" (USA 1916) ist am 25. November 2021 im Schauspiel Frankfurt glanzvoller Höhepunkt des Festivals. "Maud Nelissen nimmt nur einen Kompositionsauftrag im Jahr an – wir sind glücklich darüber, dass sie sich für `Shoes´ und die Kinothek Asta Nielsen entschieden hat", sagt Karola Gramann, "`Shoes´ wurde im Zuge der feministischen Filmarbeit wiederentdeckt. Die restaurierte Fassung, die wir zeigen, feiert inzwischen weltweit Erfolge."

"Es ist ein Glücksfall für das Filmland Hessen, dass wir mit `Remake. Frankfurter Frauen Film Tage´ und mit der Kinothek Asta Nielsen gleich zwei Institutionen haben, die sich für wichtige Themen einsetzen.", sagt Patrick Schaaf, Pressesprecher der Hessenfilm und Medien GmbH. "Zum einen für die Erhaltung und das Aufführen von Filmen, denn dafür sind sie gemacht – nicht um im Archiv zu liegen. Und natürlich für das Thema `Frauen und Film´, mit allen Facetten, die dazu gehören, wie auch Arbeitsbedingungen und Machtverhältnisse innerhalb der Filmbranche." Am Festivalsonntag (28.11.2021) findet um 14:00 Uhr in Kooperation mit HessenFilm zu diesem Thema auch eine Podiumsdiskussion statt: "Working on It: Sexismus, Klassismus, Rassismus und Arbeit im Film" mit den Filmemacherinnen Farah Bouamar und Nabila Bushra (LOST FILM), Angelika Levi und Zara Zandieh, moderiert von Atlanta Ina Beyer.

Über das Festival

"Remake. Frankfurter Frauen Film Tage" wird von der Kinothek Asta Nielsen e.V. veranstaltet und findet vom 23. bis 28.11.2021 zum dritten Mal statt. "` …weil nur zählt, was Geld einbringt´ – Frauen, Arbeit und Film" ist das Schwerpunktthema der dritten Festivalausgabe. Die Würdigung der Geschichte von Frauenfilmfestivals wird bei Remake mit einem Rückblick auf die Feminale (Köln) und femme totale (Dortmund) fortgesetzt. Die Personale "Ungenierte Unterhaltung – Frieda Grafe. Filmkritikerin" erinnert an die bedeutende Autorin der bundesdeutschen Kino- und internationalen Filmgeschichte. "Remake On Location" erweitert das Festival um Vorführungen vor und nach den Festivaltagen an verschiedenen Orten.

"Remake" verschreibt sich der Wiederentdeckung und Neuaufführung von Filmen aus der Geschichte im Kontext aktueller Filme. Ausgehend von Themenschwerpunkten entfaltet sich Remake in einer Mischung aus Festival und Symposium. Unterschiedliche Epochen und Genres verflechten sich im Programm. Im Fokus: Frauen, Geschlechterverhältnisse, Emanzipation, Aspekte des queer cinema und ein anderer Blick auf die Gesellschaft, auf die Realität von Migration, Kolonialismus, Rassismus. Digitalisierungen/Restaurierungen und eine Begleitpublikation dienen der Nachhaltigkeit von Remake. Frankfurter Frauen Film Tage.

"Remake. Frankfurter Frauen Film Tage" wird gefördert von der HessenFilm und Medien GmbH, dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main und der Bareva Foundation. Unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Das Gesamtprogramm und Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und Filmen von "Remake" sind auf www.remake-festival.de zu finden.
Textquelle und Bild: Kinothek Asta Nielsen e.V.

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