stummfilmtage bonn 250aAm Sonntag, den 22. August, schlossen die Internationalen Stummfilmtage in Bonn mit dem amerikanischen Unterhaltungsfilm "Das rote Signal" von Clarence Brown für 2021 ihre Pforten.

Der packende Film und die begeisternde Musikbegleitung von Günter A. Buchwald am Klavier und Frank Bockius am Schlagzeug boten einen emotionsstarken Abschluss für die insgesamt elf gelungenen Festivaltage.

Vom 12. bis 22. August war der Arkadenhof mehrmals bis auf den letzten Platz gefüllt. Am 20. August musste der Einlass sogar vorzeitig gestoppt werden, da der Andrang an Besucher*innen größer war als die Kapazitäten: Das Divenfilm-Doppelprogramm begeisterte mit den ausdrucksstarken Schauspielerinnen Esther Carena und Lyda Borelli, und die Musiker*innen Sabine Zimmer (Klavier) und Paul Rittel und Tobias Stutz (Cello) konnten ihr Debüt bei den Stummfilmtagen gebührend umjubelt und vor vollen Reihen begehen.

Insgesamt konnten die Internationalen Stummfilmtage in 2021 rund 6.000 Besucher*innen vor Ort begrüßen. Sie erlebten eine Programmgestaltung mit vielen frischen Akzenten des neuen Kurator*innen-Teams Eva Hielscher und Oliver Hanley: Das Festival ermöglichte auch dieses Jahr wieder eine Reise in fremde Länder und Zeiten und demonstrierte eindrücklich die Faszination und Relevanz des frühen Films.

Neue Welten eröffneten sich nicht nur den Besucher*innen vor Ort im Arkadenhof, sondern auch Zuschauer*innen weit über die Grenzen von Bonn hinaus: Es gab knapp 30.000 Zugriffe auf das zusätzliche digitale Filmangebot. Stummfilm-Fans aus aller Welt, unter anderem aus den USA, Brasilien, Dänemark, Italien und Korea, streamten die Filme.

Eine weitere Neuerung in diesem Jahr war die Kooperation mit dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, die sich als große Bereicherung sowohl für die Internationalen Stummfilmtage in Bonn als auch für den Partner in Frankfurt herausstellte. Bei den Stummfilmtagen konnten drei neue Restaurierungen des DFF exklusiv gezeigt werden – unter anderem Carl Froelichs "Zuflucht" und Hannah Hennings "Das große Licht". Ein Teil des Bonner Programms wird noch bis Ende August in Frankfurt zu sehen sein. Ellen Harrington, Direktorin des DFF, brachte ihre Freude über die Kooperation in einer Ansprache bei den Stummfilmtagen mit einem Casablanca-Zitat auf den Punkt, dem sich Sigrid Limprecht, Leiterin der Stummfilmtage, nur anschließen kann: "Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft."

Nicht nur die Vorstellungen im Arkadenhof und im Online-Stream begeisterten, sondern auch die Rahmenveranstaltungen wurden gut angenommen. Das Familienfilmkonzert im LVR-LandesMuseum am 22. August war komplett ausverkauft, Groß und Klein wurden von den lustigen Kurzfilmen um die kuriosen Abenteuer des Mädchens Alice mitgerissen. Die Einführung von Sabrina Zimmermann machte dazu auf anschauliche Weise den Entstehungsprozess von musikalischer Stummfilmbegleitung erlebbar, indem musikalische Motive vorgestellt und erklärt wurden. Dieses erfolgreiche neue Konzept soll im nächsten Jahr wiederholt werden. Ebenfalls am 22. August fand erstmals ein Online-Gespräch über die Vermittlung von Filmerbe in englischer Sprache statt, bei dem sich zahlreiche Teilnehmer*innen, die in der Archiv- und Vermittlungsszene Rang und Namen haben, über Zoom zuschalteten.

Die Veranstalter freuen sich besonders darüber, dass das Online-Angebot – das Podiumsgespräch wie auch der Stream – so gut angenommen wurde und dazu beitragen konnte, die internationale Reichweite der Stummfilmtage noch zu vergrößern. Auch in den kommenden Jahren wird die internationale Ausrichtung ein zentraler Fokus des Festivals bleiben.

Die 38. Internationalen Stummfilmtage werden in 2022 vom 11. bis zum 21. August stattfinden werden. Außerdem steht schon fest, dass das Festival aufgrund der positiven Resonanz wieder hybrid stattfinden wird.

Nach wie vor sind alle Fans der Stummfilmtage dazu aufgerufen, das Festival mit einer Spende zu unterstützen. Diese Spenden tragen dazu bei, dass die Stummfilmtage auch weiterhin eintrittfrei einem lokalen und internationalen Publikum zugänglich gemacht werden können und helfen dabei, das Filmerbe zu bewahren und zu verbreiten. Spenden sind über die Festival-Website www.internationale-stummfilmtage.de möglich.
Textquelle: Förderverein Filmkultur Bonn e.V.; Foto: Archiv Stummfilm Magazin

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