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Fast 500 Besucher*innen strömten bereits am ersten Tag der 37. Internationalen Stummfilmtage in den Arkadenhof der Bonner Uni.

Trotz der pandemiebedingten Umstände stellte sich schnell die gewohnte und einzigartige Sommerabend-Atmosphäre ein, die die traditionsreichen Stummfilmtage so sehr ausmacht. Die Veranstalter freuen sich sehr darüber, dass auch das zweite Festival in Coronazeiten einen so erfolgreichen Start hinlegen konnte und wie immer Jung und Alt, Fans und Neulinge in den wunderschönen Open-Air-Kinosaal lockt.

Gleich am Eröffnungstag sorgte der schwedische Film "Mädchen im Frack" für ausgelassenes Gelächter und Stephen Horne (Flügel) und Elizabeth-Jane Baldry (Harfe) verzauberten die Besucher*innen mit ihrer Musik zur Cross-Dressing-Komödie. Die Harfe hatte auch am nächsten Tag einen großen Auftritt: Erstmals trat Elizabeth-Jane Baldry gemeinsam mit Mykyta Sierov an der Oboe auf. Die beiden begleiteten "Das Wachsfigurenkabinett", der passend zu Freitag, den 13., eine schaurig-gruselige Atmosphäre heraufbeschwor.

Am Samstag hielt der Sensationsfilm "Die Jagd nach der Million" das Publikum mit seinen kühnen Stunt-Einlagen in Atem und sorgte am Ende für begeisterte Standing Ovations. Während der Film im Hof von Stephen Horne begleitet wurde, war im Stream die historische Tonspur aus dem Jahr 1930 zu hören. Insgesamt erfreut sich die Streaming-Variante des Festivals bisher großer Beliebtheit, insbesondere bei den internationalen Fans, die von überall auf der Welt auf die Streams zugreifen können. Nach der Vorführung im Arkadenhof sind alle Filme jeweils ab dem Folgetag um 12 Uhr für 48 Stunden online abrufbar.

Alle, die gerade erst aus den Ferien zurückgekommen sind, haben noch bis Sonntag, den 22.08.2021, jeden Abend die Chance, ein abwechslungsreiches Filmprogramm und fantastische Live-Musik internationaler Stummfilmmusiker*innen zu erleben. So erwartet die Besucher*innen zum Beispiel am Mittwoch mit "Die verlorene Adresse" und "Die Entführung des Bankiers Flux" ein unterhaltsames Dandy- und Detektiv-Doppelprogramm. Hier wird erstmals DJ Angie Taylor für die musikalische Begleitung sorgen. Fans starker Frauenrollen sollten "Frauen die nicht heiraten sollten / Seine gelehrte Frau" mit Stummfilmdiva Esther Carena, deren erfolgreiche Karriere als Wissenschaftlerin in Konflikt mit ihrer Ehe gerät, und "Blume des Bösen, ein italienisches Melodrama mit Lyda Borelli, nicht verpassen. Beide Filme werden am Freitag im Arkadenhof gezeigt und von Sabine Zimmer am Flügel bzw. dem Cellisten-Duo Cellophon begleitet – ebenfalls eine Premiere bei den Stummfilmtagen. Den krönenden Abschluss des Festivals bildet am Sonntag Clarence Browns "Das rote Signal" um den Bahnwärter David Taylor, der seinen zwielichtigen Arbeitskollegen bei sich aufnimmt und dadurch seine Familienidylle bedroht.

Zusätzlich lockt am kommenden Sonntag auch das LVR-LandesMuseum wieder mit einem attraktiven Rahmenprogramm. Um 11:00 Uhr findet erstmals ein ganz besonderes Familienfilmkonzert mit Kurzfilmen von Walt Disney statt. Gezeigt werden verschiedene Filme aus der Reihe der "Alice Comedies", vermittelt und vertont wird das Programm von den Stummfilmmusiker*innen Sabrina Zimmermann und Mark Pogolski. Um 14:00 Uhr wird der – nur knapp zur Hälfte erhaltene – Film "Das große Licht" vorgeführt, der in und um den Berliner Dom gedreht wurde, und der von Restauratorin Anke Mebold eingeführt wird.

Am Sonntag um 16:30 Uhr findet außerdem ein Online-Podiumsgespräch in englischer Sprache über Zoom statt. Spezialist*innen aus internationalen Filmerbe-Institutionen werden über den Zugang zu und die Vermittlung des (Stumm-)Filmerbes sprechen. Anmeldungen können bis zum 20.08.2021 per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erfolgen. mehr
Textquelle: Förderverein Filmkultur Bonn e.V.; Foto: Archiv Stummfilm Magazin

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