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filmstreifen 01 250Die Ausstellung "Rembrandts Orient" im Museum Barberini in Potsdam untersucht, wie die Maler des niederländischen Goldenen Zeitalters auf Einflüsse des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens reagierten.

Die Kunstwerke Rembrandts und seiner Zeitgenoss*innen sind Zeugnisse der ersten Globalisierung, die in der Malerei zu neuartigen Historienszenen, Portraits und Stillleben inspiriert hat. Die west-östliche Begegnung fand nicht auf Augenhöhe statt, zu einem auf Gleichwertigkeit beruhenden Austausch kam es nicht. Das Fremde war vor allem reizvoller Kontrast zum Eigenen. Turban und Teppich, Säbel und Seidenrock: Die stereotypisierende Motivik der Kunstgeschichte lebt im 20. Jahrhundert u.a. im Hollywood-Film fort und prägt teilweise bis heute die Wahrnehmung östlicher Kultur. Eine Auswahl von Spiel- und Dokumentarfilmen im virtuellen Kino des Filmmuseums Potsdam – so wie die Ausstellung im Museum Barberini – lädt dazu ein, den heute weiterhin andauernden Eurozentrismus zu hinterfragen.

So ist vom 01. bis 30. April 2021 der Stummfilm "Sohn des Scheichs" ("The Son of the Sheik", Regie George Fitzmaurice, USA 1926, englische Zwischentitel) zu sehen. Konventionell, aber nicht ohne ironischen Unterton erzählt, wartet das abenteuerliche Drama mit spannenden Intrigen, einer guten Portion Romantik, furiosen Kampfszenen und Verfolgungsjagden durch die Wüste auf. Mithilfe der Split-Screen-Technik konnte Rudolph Valentino den Scheich und dessen Sohn spielen – seine letzten Rollen. Denn bevor die schließlich kommerziell erfolgreiche Produktion in die Kinos kam, starb Valentino 31-jährig während einer Promotiontour. Zum Streamingangebot "Kino2online" 
Textquelle: Filmmuseum Potsdam; Bild: Stummfilm Magazin