filmstreifen 06 250Mit dem Film "Verflucht sei der Krieg!" des belgischen Kinopioniers Alfred Machin ging das digitale Programmangebot der 36. Internationalen Stummfilmtage coronakompatibel, wetter- und ortsunabhängig am 18. August 2020 zu Ende.

Zwei Tage zuvor beendete das schablonenkolorierte Drama bereits das Live-Festival im Arkadenhof der Universität Bonn. Dank der fulminanten Musik, die die Münchner Violinistin Sabrina Zimmermann für ihren Kollegen Mark Pogolski (Flügel) und sich selbst komponiert hatte, genoss das Publikum den Film trotz des regnerischen Wetters.

Wie entscheidend das Spiel der Musiker*innen für das Stummfilmerlebnis ist, hatte zuvor schon die Vorführung von Pudowskins Revolutionsklassiker "Sturm über Asien" gezeigt: Die facettenreiche Begleitung von Stephen Horne an Flügel, Akkordeon und Flöte und Elizabeth-Jane Baldry an der Harfe trug die Zuschauer*innen leichtfüßig durch die lange, wechselhafte Geschichte des Films, rührte das Publikum und erzeugte immer wieder Momente großer Spannung.

Auch das größte deutsche Stummfilmfestival fand in 2020 unter den besonderen Vorzeichen der Corona-Pandemie statt. Umso größer ist die Freude des Veranstalters, dem Förderverein Filmkultur Bonn e.V., über die durchweg positive Resonanz, mit der Programm und Format der Stummfilmtage 2020 aufgenommen wurden. Zahlreiche Besucher*innen äußerten, dass sie sich im Arkadenhof bestens aufgehoben fühlten und ihre Teilnahme vor Ort nicht als Risiko betrachteten. Dabei waren es im Durchschnitt jeweils gut 300 Zuschauer*innen, die die zehn Filmabende – eine Vorführung musste aufgrund einer Unwetterwarnung entfallen – miterlebten. Neben diesen 3.000 Gästen im Arkadenhof nahmen erfreulich viele weitere Filmfreund*innen das Streamingangebot der Stummfilmtage wahr. So verzeichnete der Vimeo-Kanal des Festivals knapp 120.000 Seitenaufrufe, während die im neuen Corporate Design pünktlich zum Festivalstart gelaunchte Webpräsenz www.internationale-stummfilmtage.de über 500.000 Mal besucht wurde.

„Wir sind begeistert, wie positiv sowohl unser Stammpublikum als auch neue Zuschauer*innen auf das Hybridfestival reagiert haben. Auch für unsere Musiker*innen und die Kolleg*innen aus den Filmarchiven und Kinematheken war es großartig, dass die Stummfilmtage stattfinden konnten“, so die Festivalleiterin Sigrid Limprecht.

Übrigens wird auch die für den August geplante, künstlerische Auseinandersetzung mit „Beethoven und seiner Zeit im Stummfilm“ – gefördert von BTHVN2020 – nicht entfallen, sondern lediglich verschoben: Das Publikum darf gespannt sein auf eine kleine Reihe von Stummfilmen mit eigens komponierter Live-Musik, die voraussichtlich im Januar 2021 präsentiert wird.

Um den Fortbestand der Internationalen Stummfilmtage auch für die Zukunft mit abzusichern, sind Liebhaber*innen des Festivals nach wie vor aufgerufen zu spenden. Dies ist über die Webpräsenz www.internationale-stummfilmtage.de und die Facebook-Seite der Stummfilmtage jederzeit möglich.

Die 36. Internationalen Stummfilmtage wurden veranstaltet vom Förderverein Filmkultur Bonn e.V. in Kooperation mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Bonner Kinemathek und unterstützt von der Bundesstadt Bonn, der Film- und Medienstiftung NRW und der Bundesbeauftragen für Kultur und Medien (BKM).
Textquelle: Förderverein Filmkultur Bonn e.V.; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

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