filmspule bunt 250 2Das älteste Stummfilmfestival Deutschlands, die Regensburger Stummfilmwoche, findet in 2020 vom 11. bis 16. August statt.

Der Veranstalter, der Arbeitskreis Film Regensburg e.V., hat sich entschieden, die Tradition des mittlerweile achtunddreißig Ausgaben zählenden, jährlichen Festivals durch die Corona-Pandemie nicht abreißen zu lassen und das Event in einer den aktuellen Umständen angepassten Form durchzuführen. Dabei bleibt der "Markenkern" aus hochkarätiger Livemusik und einer Mischung aus Klassikern und unbekannten Perlen der Filmgeschichte gewahrt.

Beim Spielort wird auf Nummer sicher gegangen: Das bedeutet, dass in 2020 kein großes Open-Air vor den eleganten Arkaden des Thon-Dittmer-Palais veranstaltet wird, sondern die Stummfilmwoche die Intimität der FilmGalerie im Leeren Beutel vorzieht, in der die Hygieneregeln einfacher umgesetzt werden können.

Das Programm in 2020 ist eingebettet in das städtische Jahresthema "Provinz – Stadt – Metropole", das anregt, Werke neu in Beziehung zu setzen: Zwei „Schwesterfilme“, die selten im Zusammenhang gezeigt werden. Beides sind Werke eines der bekanntesten Regisseure des frühen Kinos, F. W. Murnau, der sich vor allem mit "Nosferatu" (D 1922) und "Faust" (D 1926) in die internationale Filmgeschichte eingeschrieben hat. Nach seiner Emigration in die USA hat er "Sunrise" (USA 1927) und "City Girl" (USA 1930) geschaffen.

Die amerikanischen Werke zeigen den Gegensatz zwischen dem hektischen Leben in der Metropole und dem ver­­meintlich ruhigen in der Provinz. In beiden treffen Städterinnen auf Bauern, und doch sind ihre Geschichten verschieden. Ihre Frauenfiguren sind gegensätzliche Archetypen, ebenso sind die männlichen Hauptrollen unterschiedlich angelegt. Es werden Stadt-Land-Vorurteile durch­dekliniert und damit sichtbar gemacht. Ist die Metropole wirklich der Sündenpfuhl und die Provinz die Idylle? Wo ist Melancholie verortet und wo Romantik? Was macht die Faszination der Provinz für Städterinnen aus und was die Anziehung der Metropolen für Männer vom Land? Ist das Leben in der Stadt wirklich komplizierter als das in der Provinz? Flankierend dazu gibt es eine rasante Komödie um einen Insektenpulver­fabrikanten aus Essig-an-der-Gurk, der in den verrückten Strudel des Berliner Nachtlebens gerät und "Eine tolle Nacht" (D 1927) erlebt.

Neben den Stammmusiker*innen Aljoscha-Zimmermann-Ensemble und Vsevolod Pozdejev ist der Pianist Martin Rohrmeier mit an Bord. Sie schenken den Zuschauer*innen mit ihrer Musik, frisch komponiert für genau diese Filmkonzerte, einmalige Erlebnisse.

Die Regensburger Stummfilmwoche findet mit Unterstützung des Kulturreferats der Stadt Regensburg statt. Der Kartenvorverkauf ist unter www.stummfilmwoche.de möglich, wenige Restkarten können an der Abendkasse erworben werden. mehr

Textquelle: Arbeitskreis Film Regensburg e.V.; Foto: Regensburger Stummfilmwoche/DFF

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