Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwendet das Stummfilm Magazin Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

filmstreifen 08 250 buntEin Highlight des Filmfestivals "Remake. Frankfurter Frauen Film Tage", das vom 26. November bis 01. Dezember 2019 stattfindet, ist ein festliches CineConcert mit der Welturaufführung einer Filmmusik zu Hindle Wakes.

Im Auftrag der Kinothek Asta Nielsen e.V. hat die renommierte niederländische Komponistin und Pianistin Maud Nelissen eine neue Musik für den Film, eine der bemerkenswertesten britischen Produktionen der 1920er-Jahre, geschrieben.

Beim Filmkonzert am Donnerstag, den 28. November 2019, im Großen Saal des Schauspiels Frankfurt sind unter der Leitung von Maud Nelissen die international bekannten Musiker*innen Daphne Balvers, Franceso Ferrarini, Lucio Degani und Rombout Stoffers zu hören. Es wird eine 35mm-Kopie des British Film Institute gezeigt.

"Hindle Wakes" (GB 1927) von Maurice Elvey ist inhaltlich und formal außergewöhnlich. Die junge Fanny Hawthorn arbeitet in einer Baumwollspinnerei im englischen Hindle, Lancashire. Beim jährlichen Ferienausflug der Firma in den Vergnügungsort Blackpool on Sea vergnügt sie sich in einer Affäre mit dem Sohn des Fabrikbesitzers. Aus Familiensicht bleibt nur die Hochzeit, um die Ehre zur retten. Doch Fanny gibt ihre Freiheit nicht ihrer "little fancy" wegen auf: Sexuelle Selbstbestimmung ist – ganz im Sinne der feministischen Theoretikerin Emma Goldman – Teil des Arbeiterinnenstolzes.

Mit der in seiner Zeit Aufsehen erregenden Emanzipationsgeschichte vergegenwärtigt der Film zugleich einen Blick in die erste global-kapitalistische Wirtschaft, die Baumwollindustrie. Er zeigt eine Spinnerei in Lancashire, die Arbeit dort steht in direkter Verbindung mit der Sklavenarbeit auf den Baumwollplantagen der US-amerikanischen Südstaaten. Diese sehen wir zwar nicht, aber der Film ist gleichwohl in doppelter Hinsicht ein Dokument: einmal der Frauenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zum anderen eben der Arbeitssituation in der englischen Baumwollindustrie.

"Remake. Frankfurter Frauen Film Tage" hat in 2019 das Thema Geschichte als Schwerpunkt: „Geschichtsanschauung, HerStory im Kino“, – Geschichte der Frauen, Geschichtsschreibung aus der Perspektive von Frauen, Geschichte vor allem, wie das Kino sie "schreibt". Am Kino der ersten Jahrzehnte des Films, dem Stummfilmkino, hatten Frauen einen aus heutiger Sicht ungewöhnlich starken Anteil. Diese Erkenntnis ist Ergebnis einer seit Jahren wachsenden internationalen Forschung. Der Stummfilm nimmt in Remake 2019 einen bedeutenden Platz ein. Neben der außergewöhnlichen Aufführung von "Hindle Wakes", zeigt die Kinothek Asta Nielsen e.V. weitere Filme aus den 1920er-Jahren: "Thora van Deken" (Regie: John W. Brunius, mit Pauline Brunius, Schweden 1920) und "The Child Thou Gaves Me" (Regie: John M. Stahl, USA 1921). Stahl wurde als ein bemerkenswerter Regisseur, dessen Filme in ungewöhnlicher Weise Frauengeschichte in den Mittelpunkt stellen, von den Festivals "Le Giornate del Cinema Muto" und "Il Cinema Ritrovato" 2018 wiederentdeckt. "Thora van Deken" und "The Child Thou Gavest Me" werden von Maud Nelissen am Flügel begleitet.

"Remake. Frankfurter Frauen Film Tage" wird gefördert von der HessenFilm und Medien GmbH, dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Mariann-Steegmann-Foundation. Unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Das Gesamtprogramm und Informationen findet man unter www.remake-festival.de.
Textquelle. Kinothek Asta Nielsen e.V.; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

Homemovie-Zeit

bauhaus film pic 250

Jubiläum

100 jahre caligari

Im Februar 1920 fand in Berlin die Premiere des expressionistischen Meisterwerks "Das Cabinet des Dr. Caligari" statt. Das Werk gilt als eines der bedeutensten der Kinogeschichte und als ein Schlüsselwerk des deutschen FIlms. mehr und Caligari-Quiz

Jubiläum

zwischentitel september 2019

In 2020 wird der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gewürdigt. Bereits während der Stummfilmzeit beschäftigten sich Filmemacher mit dem Ausnahmemusiker. mehr