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filmstreifen 06 250Im Kino des Filmmuseums Potsdam wird am 17. Mai 2019 – dem Internationalen Tag gegen Homo-, Trans- und Biphobie – um 20.30 Uhr Anders als die Andern (D 1919) gezeigt.

Vor 30 Jahren wurde Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Krankheiten gestrichen (Transsexualität hingegen wurde dort noch bis 2018 als psychische Störung eingestuft). Seit 2005 findet an diesem Tag der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie statt. Das Filmmuseum zeigt aus diesem Anlass Filme aus einer Zeit, in der die Liebe zwischen Männern noch als krankhaft angesehen wurde und durch den Strafrecht-Paragraphen 175 verboten war.

Mit der Aufführung von Richard Oswalds "Anders als die Andern" aus dem Jahr 1919 werden außerdem 100 Jahre der Darstellung von Homosexualität im Film gewürdigt. Der sozialhygienische Film, in dem der Star Conrad Veidt die Hauptrolle spielt, behandelte das Thema Homosexualität erstmalig offen. Er entstand unter der Fachberatung und Mitwirkung des Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld. Durch Zensureingriffe ist er bis heute nur fragmentarisch überliefert.

Der Musiker Paul Körner wird aufgrund seiner Homosexualität erpresst und wegen Verstoßes gegen § 175 angezeigt. Vor Gericht hält Magnus Hirschfeld – Arzt, Sexualwissenschaftler und Mitbegründer der ersten Homosexuellen Bewegung –, der hier sich selbst spielt, eine flammende Rede für die Akzeptanz gegenüber Homosexuellen. Als Körner wegen Vergehens gegen den § 175 verurteilt wird, ist sein Ruf ruiniert. Körner zerbricht daran und begeht Selbstmord. 1920 von der Zensur verboten, ist "Anders als die Andern" nur fragmentarisch überliefert. Durch die Ergänzung um Standbilder und Textdokumente nähert sich die 2004 vom Filmmuseum München bearbeitete Fassung dem Original an. Eine Einführung in Oswalds Film hält Uwe Fröhlich. Die Vorführung findet in Zusammenarbeit mit Katte e.V. statt. mehr
Textquelle: Filmmuseum Potsdam; Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

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