tv geraet 250In der ARTE-Mediathek sind aktuell wieder einige Perlen für Freund*innen des frühen Filmerbes zu entdecken, hier eine Auswahl an Spielfilmen und Dokumentationen:

• Buster Keatons Comedyklassiker "Sieben Chancen" (USA 1925) ist bis 09. Juni 2023 in der ARTE-Mediathek verfügbar. Gespickt mit zahlreichen visuellen Gags und Stunts erzählt der Film davon, dass es nie den richtigen Moment gibt, um jemandem ein Liebesgeständnis zu machen. Es geht aber auch um die Macht des Geldes und die verfluchte Seite eines unerwarteten Geldsegens: atemberaubend inszeniert mit einer Horde von Hunderten heiratswütigen Goldgräber-Bräuten, die Jimmie verfolgen. Stummfilmgenie Buster Keaton brilliert in der Rolle des unsicheren jungen Mannes, der sich mit den überraschendsten Stunts und absoluter Körperbeherrschung immer wieder vor der Meute rettet, die ihn heiraten möchte. Nicht zuletzt, weil er eigentlich Mary will. mehr

• Bis 21. Februar 2023 ist “Das Geheimnis Georges Méliès“, die die erste umfassende Dokumentation über Leben, Werk und Wiederentdeckung des Filmpioniers Georges Méliès, abrufbar. Méliès, geboren 1861 in Paris, drehte mit seiner Produktionsgesellschaft Star Film über 500 Filme, die durch aufwendige Szenografien und innovative Spezialeffekte die Zuschauer begeisterten. Dieses einzigartige Werk galt jedoch als in großem Maße zerstört, nachdem Méliès 1923 nach dem Konkurs seiner Firma alle Negative verbrannt hatte. Das Auffinden von Negativen in der Library of Congress im Jahr 2006 lädt dazu ein, das Werk von Méliès neu zu entdecken. mehr

• Bis 03. Dezember 2027 ist in der Reihe "Geniale Frauen" die Kurzdokumentation "Alice Guy" (F 2021) online. Jeder kennt die Brüder Lumière oder Georges Méliès. Doch es gab auch weibliche Filmpioniere wie Alice Guy (1873-1968), erste Filmregisseurin der Welt und Produktionsleiterin bei Gaumont. Guy gründete in den USA ihre eigene Produktionsfirma, mit der sie den ersten Sandalenfilm der Kinogeschichte auf den Weg brachte. Und doch ist ihr Name für lange Zeit in Vergessenheit geraten. mehr

• "Jüdisches Glück" (Deutschland/Sowjetunion 1925) ist in der ARTE-Mediathek bis 25. Februar 2023 abrufbar. Der Film ist ein einmaliges Dokument der jüdisch-ukrainischen Kulturgeschichte, gedreht an Originalschauplätzen und damaligen Zentren des jüdischen Lebens wie Berdytschiw, Odessa, Letytschiw. Legendär ist die lange, im Hafen von Odessa gedrehte Traumszene, in der sich Menachem als versierter Heiratsvermittler ausgibt. Die Schauspieler kamen vorwiegend vom Jüdischen Theater Moskau. Einige Mitglieder der Filmcrew wurden später Opfer der Stalin’schen Säuberungsaktionen, wie der Autor des Drehbuchs, Isaak Babel, oder der Hauptdarsteller Solomon Michoels, der 1948 ums Leben kam. Die neue Musik stammt von der ukrainischen Komponistin Masha Khotimski. Sie hat in ihren Soundtrack authentische jüdische Gesangsaufnahmen aus den 1910er Jahren einbezogen, die im Gebiet der heutigen Ukraine bei einer Expedition der Gesellschaft für jüdische Geschichte und Ethnographie unter Leitung des jüdischen Schriftstellers Sholem An-Ski aufgezeichnet wurden. mehr

• Alexander Dowshenkos "Erde" (Ukraine 1930) erzählt von einem ukrainischen Dorf, dessen Kooperative einen Traktor angeschafft hat. Der junge Traktorist Wassil überquert mit dem Pflug die Grenze eines Feldes, das seit Generationen in Besitz von Kulaken ist, das heißt landbesitzenden Bauern, die im Zuge der Kollektivierung der Landwirtschaft ihr Land aufgeben mussten. Der Klassenkampf wird auf persönlicher Ebene ausgetragen: Der junge Kulak Choma erschießt Wassil. Der Film ist bis 03. März 2023 verfügbar. mehr
Textquelle: ARTE G.E.I.E.; Foto: Stummfilm Magazin

Rubrikenübersicht