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Stummfilm Magazin hat bei Freunden des Genré nachgefragt, warum sie sich für den Stummfilm begeistern oder wie ihre Leidenschaft für den frühen Film enstanden ist. Lesen Sie hier einige persönliche Stimmen zum Stummfilm.

kuespert werner 250 avon Werner Küspert

Zum Stummfilm bin ich per Zufall gekommen: Mein erster Kontakt zu diesem Genre kam durch eine Auftragskomposition für eine Live-Aufführung bei einem Filmfestival. Bis dato kannte ich Stummfilme, wie viele meiner Altersgenossen, nur aus der freitäglichen ZDF-Sendung "Väter der Klamotte": Hanns Dieter Hüsch präsentierte mit launigen Kommentaren Versatzstücke aus diversen Filmen, wobei die Bilder viel zu schnell abgespielt gezeigt wurden.

"The Lodger" (GB 1927) von Alfred Hitchcock veränderte Ende der 1980er-Jahre auf einen Schlag meine Vorstellung von der künstlerischen Qualität und Bedeutung des Stummfilms. Hitchcocks erster "richtiger" Thriller gab es zu dieser Zeit noch nicht in einer digitalisierten Fassung, die 35mm-Filmkopie musste damals per Spedition vom Londoner Filmarchiv zum Spielort nach Deutschland transportiert werden (natürlich hochversichert, denn es gab nur noch wenige Kopien). Damit ich mit dieser Kopie arbeiten und die Komposition entwickeln konnte, wurde extra ein Kino angemietet. Umwerfend, welche Spannung der Meisterregisseur schon damals mit vergleichsweise einfachen technischen Mitteln erzeugte – und dann auch noch ohne die Möglichkeiten des Tons!

Eine ähnliche Faszination übten wenig später zwei Klassiker des deutschen Stummfilms auf mich aus: "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" (D 1922) und "Das Cabinet des Dr. Caligari" (D 1920); nach deren Restaurierung und Digitalisierung in den letzten Jahren kommt deren Kraft und Tiefe erst (wieder) richtig zur Geltung. Mit meinem Ensemble habe ich beide Filme inzwischen mehr als dreißig Mal begleiten dürfen – und immer noch bin ich bei jeder weiteren Aufführung von diesen Filmen hingerissen.

Glücklicherweise werden immer mehr Stummfilme durch die Digitalisierung wieder zugänglich, und so gibt es noch schier unendlich viele Werke zu entdecken. Mich freut es dabei ganz besonders, dass in den letzten Jahren immer mehr junge Zuschauer den Weg zu Stummfilm-Aufführungen finden und sich auf ein besonderes cineastisches Erlebnis einlassen.

Werner Küspert ist Bandleader und Gitarrist des Jazz-Ensembles "Küspert & Kollegen", an dem auch Till Martin (Saxophone und Klarinetten), Dietmar Fuhr (Kontrabass) und Bastian Jütte (Schlagzeug) beteiligt sind. "Unsere Musik klingt nicht wie traditionelle Stummfilm-Musik, sondern zeitgenössisch und unvorhersehbar", so Küspert. Er schreibt für das Ensemble zeitgemäß-jazzige Stummfilm-Musik – teilweise auf punktgenauen Einsatz komponiert, während andere Passagen viel Raum für Improvisation lassen. Die international renommierten und kino-erfahrenen Musiker verbinden hohe Kunstfertigkeit mit viel Gefühl für die Filmsituationen. Mehr über "Küspert & Kollegen" hier
Bild: Küspert & Kollegen

kopf im quadrat blau 250Von Arndt Pawelzcik

Meine Leidenschaft für Stummfilme erwachte mit „Die Passion der Jungfrau von Orleans“. Lange war der im Jahr 1928 gedrehte Film verschollen, dann tauchte überraschend eine Kopie in einer schwedischen Nervenheilanstalt wieder auf. Regisseur Carl Theodor Dreyers gelang es in seinem Stummfilm-Meisterwerk auf geniale Weise, Form und Inhalt deckungsgleich zu bekommen. Die klare Filmsprache und die intensive Erzählweise in vielen Großaufnahmen schlugen mich schnell in ihren Bann. Und nach der "Jungfrau" ich wollte mehr von der stummen Faszination haben …

Zu meinem „all-time-favourite“ hat sich dann über die Jahre und nach vielen Stunden Stummfilmgenuss Fritz Langs Zweiteiler „Die Nibelungen“ (D 1924) entwickelt. Nicht nur wegen der auch heute noch bemerkenswerten, präzise gefilmten Schauwerte – beispielhaft genannt sei hier nur der weltberühmte Kampf mit dem feuerspeienden Drachen –, sondern auch aufgrund der detailreichen Ausstattung von Otto Hunte, Karl Vollbrecht und Erich Kettelhut. Wie hier mit Oberflächentexturen, mit sorgfältig komponierten Strukturen und Ornamenten, mit Licht und Schatten gearbeitet wurde, erstaunt auch heute noch.

Musste ich in den 1970er-Jahren noch gezielt am Sonntagvormittag die ZDF-Matinee einschalten, um zumindest den einen oder anderen Stummfilm, von dem ich gelesen oder gehört hatte, überhaupt einmal zu Gesicht zu bekommen, so ist heute die Auswahl an DVDs durchaus erfreulich. Die Erfahrung, dass dabei die Qualität von Veröffentlichung zu Veröffentlichung in punkto Bildrestaurierung, Authentizität,, Musikbegleitung und Bonusmaterial großen Schwankungen unterliegt, hat sicher jede/r Stummfilm-Sammler/in schon gemacht. Und ein Wermutstropfen ist auch heute noch, dass wenn man den Trampelpfad der großen Klassiker oder bedeutenden Regisseure verlässt, das Stummfilmangebot schnell dünn wird. Hier wäre von den Rechteinhabern mehr Mut bei der Veröffentlichung von Raritäten aus der Frühzeit des Kinos zu wünschen. Aber zum Glück gibt es ja auch die kleinen und großen Stummfilmfestivals, genannt seien hier nur die Bonner Stummfilmtage im grandiosen Arkadenhof, die immer wieder cineastische Schätze auf die Leinwand zaubern.

Arndt Pawelzcik ist Lehrer für Geschichte und Englisch, Autor und ein profunder Kenner der Stummfilmgeschichte
Bild: Stummfilm Magazin

robert baur portrait 250Von Dr. Robert Baur

Zugegeben: Vor meiner Erleuchtung weilte ich im Tal der Ahnungslosen. Zum Thema Stummfilm fiel mir nur Dick und Doof ein. Und Chaplin natürlich. Und die Straßenkämpfer, die sich im Geschichtsunterricht Ende der Weimarer Republik die Köpfe einschlugen. Immer flimmernd und so hektisch, dass wir Schüler dachten, die Jungs hätten Amphetamine konsumiert.

Dann kam Metropolis. Arte zeigte gnädigerweise die restaurierte Fassung. Da war es um mich geschehen. Ich staunte über die Qualität des Werks, das Zusammenspiel von Licht und Schatten, die Bauten und die Kameratechnik. Noch wusste ich nichts über den genialen Filmarchitekten Erich Kettelhut, ein Tüftler und Erfinder. Noch wusste ich nicht, wie der perfektionistisch unerbittliche Regisseur Fritz Lang seine Schauspieler gequält hatte. Vor allem die blutjunge Debütantin Brigitte Helm hatte er durch die Katakomben gejagt und sie in eine Rüstung gezwängt, dass ihr die Luft wegblieb. Atemlos bin ich ihr gefolgt, durch das futuristische Metropolis, jener Stadt der Zukunft, mit ihren Wolkenkratzern, Straßenschluchten und Bildtelefonen. Aus Brigitte Helm wurde ein Star, doch mit Lang hat sie nie mehr gedreht.

Erst später wurde mir klar, dass die Entstehung des frühen Science-Fictions noch spannender war als der Film selbst. Im Kreis der Investoren hätte ich Mäuschen spielen wollen, hätte ihre empörten Gesichter sehen wollen, als der Produzent eine Million Reichsmark nach der anderen forderte. Dabei war die finanzielle Situation der UFA desaströs. Doch was hätte man tun sollen? Längst hatte die Marketing-Abteilung die Berliner heiß gemacht. Woche für Woche wurden Celebrities nach Babelsberg geschleppt und die Magazine überboten sich mit Superlativen. Und schließlich wollte man es den Amerikanern zeigen: Auch wir können Ben Hur, auch wir können mit anspruchsvollen Blockbustern Geld verdienen!

Später hatte man Fritz Lang für die Pleite der UFA verantwortlich gemacht. Der rechtsnationale Alfred Hugenberg hatte sich die Firma unter den Nagel gerissen. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich jedenfalls hatte Blut geleckt und war bereit, weitere Schätze des Stummfilms zu entdecken.

Dr. Robert Baur schreibt Krimis aus dem Berlin der 1920er-Jahre. Sein Debütroman „Mord in Metropolis“ (2014) spielt mit der Entstehungsgeschichte des gleichnamigen Films. Exkommissar Grenfeld ermittelt an den Drehorten in Babelsberg. 2016 folgte „Engelsflug“ und 2018 „Blutmai“. Alle Romane sind im Gmeiner-Verlag erschienen. mehr
Foto: privat

kopf im quadrat rot 250Von André Stratmann

Ein kleines Plakat in der Bochumer Innenstadt hatte mich auf ein Stummfilmfest aufmerksam gemacht. Das war 1997 und es bewarb die Stummfilmtage in Bonn. Seither bin ich dort Jahr für Jahr zu Besuch. Das ist schon etwas Besonderes und es hat Eventcharakter in Gesellschaft so vieler Leute alte Filme mit Livemusik unter freiem Himmel zu sehen. Eine Nummer größer ist das Stummfilmfestival im italienischen Pordenone, auf dem ich gemeinsam mit Freunden gewesen bin. Tagelang Stummfilme von morgens bis Mitternacht zu sichten, das ist schon sportlich! Inzwischen hat sich unser Filmkreis ständig erweitert und man trifft sich dann und wann übers Jahr in lockerer Runde. So hat eine vielleicht nicht ganz alltägliche Faszination, die Leidenschaft für den Stummfilm, Menschen zusammengeführt. Die Lust auf den stummen Film nahm bei mir in jungen Jahren ihren Anfang.

Für ein Kind war es in den 1970er-Jahren ein Leichtes, mit Stummfilmen in Berührung zu kommen. Erste Erfahrungen machte ich regelmäßig freitags am frühen Abend. Da wurden im Fernsehen die von Hanns Dieter Hüsch eingedeutschten Stummfilmabenteuer von "Pat und Patachon" und "Dick und Doof" gezeigt, während ich, mit dem Abendbrotteller auf der Wohnzimmercouch sitzend, wie gebannt zuschaute und dabei vergaß, ins Butterbrot zu beißen. Ich denke, als Sechs- oder Siebenjähriger habe ich noch nicht besonders unterschieden, ob mich nun montags „Orzowei“ unterhielt, dienstags „Kimba“ oder eben freitags diese lustigen Filme in schwarz-weiß. Jede Kindheit hat ihre Helden. Dabei war es unerheblich, dass es sich bei den kurzen Komödien, wie ich erst später verstand, um nachträglich bearbeitete und mithin umgeschnittene und verfälschte Filme handelte. Sie waren jedenfalls ein Türöffner, und mein Interesse war geweckt.

Meine Aufmerksamkeit wurde größer, als dann das ZDF in der Sendereihe "Matinee" am Sonntagvormittag Stummfilmklassiker ausstrahlte. Aus dieser Zeit waren mir Jahre danach noch viele Szenen erinnerlich, wie z.B. der große Kerzensaal in "Der müde Tod", die blutige Treppenszene aus "Panzerkreuzer Potemkin" und die komischen Häuser in "Das Cabinet des Dr. Caligari". Bilder von einer visuellen Kraft, die sich mir eingebrannt hatten. Als Halbwüchsiger verließ mich das Interesse am stummen Film.

Erst zu Beginn der 1990er-Jahre erwachte es dank einer Greta-Garbo-Retrospektive in der ARD wieder. Inzwischen hatte ich gelernt, dass die Häuser in „Caligari“ nicht komisch sind, sondern absichtlich so aussehen, und man als Expressionismus bezeichnet. Ich schaute nun Stummfilme bewusster und beschäftigte mich mit dem Thema anhand von Literatur. Das heute noch bei vielen Stummfilmbegeisterten bekannte Buch „Klassiker des deutschen Stummfilms“ von Ilona Brennicke und Joe Hembus war eine Art Bibel für mich. Rasch entwickelte sich ein Faible für die eher düsteren Stoffe à la "Fuhrmann des Todes" von Victor Sjöström, Lon Chaney als "Das Phantom der Oper" oder Paul Wegener in der Rolle des "Golem".

Bevor es das Internet gab, in der Zeit der Videokassetten, war es nicht so einfach mit Gleichgesinnten, die dieses "seltsame" Hobby teilten, in Kontakt zu kommen. Was war ich kribblig, endlich jemanden gefunden zu haben, der einen Mitschnitt von „Nosferatu“ mit der Begleitmusik von Hans Posegga besaß! Bei meiner eigenen Aufnahme hatte es nämlich Bandsalat gegeben. Wollte man Filmgeschichte entdecken und sammelte Stummfilme, dann war es erst einmal nebensächlich, ob eine ergatterte Filmkopie filmhistorisch korrekt war oder nicht. Giorgio Moroders "Metropolis" Fassung in Longplay gegen "Das Wachsfigurenkabinett" mit englischen Zwischentiteln und ohne Musikbegleitung? Klar, nur her damit! Eigentlich eine Sünde. Denn der Stummfilm war natürlich niemals stumm. Heute ist Stummfilmmusik in meinen Augen (und Ohren) etwas elementar Wichtiges. Sie trägt viel zur Stimmigkeit bei. Die Musik sollte jedoch den Film unterstützen und sich nicht in den Vordergrund spielen. Gerade bei solchen Stummfilmen, denen es mit nur wenigen Zwischentiteln allein gelingt, kraft einer durchdachten Bildsprache die Geschichte voranzutreiben. F.W. Murnaus "Der letzte Mann" hat mich daher schon immer besonders beeindruckt.

Hat man einen gewissen Kanon von Stummfilmen geschaut, dann wird im Vergleich mit unserer gegenwärtigen Zeit erkennbar, wenn auch unter anderen Vorzeichen, dass doch irgendwie alles schon einmal dagewesen ist: Bereits in den 1920er-Jahren wurden in Filmdramen wie "Die freudlose Gasse" oder "Mutter Krausens Fahrt ins Glück" soziale Missstände der Zeit aufgegriffen. Wie heute gab es auch damals in die Zukunft weisende Utopien und Science-Fiction, beispielsweise in "Aelita" und "Metropolis". "Der Student von Prag" sorgte für Grusel. Gelacht wurde über Späße von Chaplin, Keaton und Harold Lloyd, die noch heute funktionieren. All das und mehr sind Emotionen und Sujets, die Menschen immer schon berührt haben. Der Stummfilm war bunt. Und in diese Vielfalt gelegentlich einzutauchen, kann eine schöne Zeitreise sein.

André Stratmann ist ein ausgezeichneter Kenner der Stummfilmgeschichte. Seine legendäre Webseite "Stummfilm-Fan" vernetzte über viele Jahre Freund/innen des frühen Films.
Bild: Stummfilm Magazin

kopf im quadrat gruen 250Ein Lumiere-Einakter um 1900: Eine mehr oder weniger gelungene Spielhandlung wird vor der Kamera von Darstellern an einer Häuserecke zum besten gegeben. Und plötzlich läuft ein Hund ins Bild und erleichert sich – ohne auch nur die Menschen eines Blickes zu würdigen – an der Hauswand. Es bedarf keiner weiteren Erklärung, dass sich die Aufmerksamkeit des Filmbetrachters sofort auf den herumstreunender Vierbeiner fokusiert. Aus dem Spielfilm ist an dieser Stelle ein Dokumentarfilm mit humvorvoller Note geworden.

Gerade am frühen Film hat mich schon immer begeistert, wenn in die filmische Inszenierung die reale Aufnahmesituation hereinbricht oder deutlich zutage tritt. Etwa, wenn Passanten im Hintergrund bei Filmaufnahmen neugierig zuschauen, weil die Filmemacher ihre Szenen an echten Schaupläten ohne Absperrung und bezahlte Komparserie gedrehten. Solche Momente in inszenierten Szenen sind wie ein Zeitsprung, der einem einen kurzen Einblick in vergangene Zeiten gewährt und das Gefühl gibt, ganu unmittelbar am dem Geschehen auf der Leinwand teilzuhaben.

Faruk Hansoy ist Redakteur bei www.stummfilm-magazin.de.
Bild: Stummfilm Magazin

hoyer 250Von Frank Hoyer

Kennen Sie noch das Super-8-Heimfilmformat? Es wurde in den 1960er-Jahren von der Firma Kodak aus dem damals durchaus auch schon populären 8mm-Format entwickelt. Der schmale Filmstreifen ermöglichte einem Heer von Hobbyfilmern, günstig und einfach bewegte Aufnahmen in wunderbaren Farben von privaten und öffentlichen Ereignissen zur Vorführung in den eigenen vier Wänden zu bringen.

Warum ich Ihnen das erzähle? Auch wenn der Stummfilm in den deutschen Kinos Anfang der 1930er-Jahre sein Ende fand, war er im Heimkino über weite Strecken des 20. Jahrhunderts noch eher die Regel, denn die Ausnahme. Tonfilm-Equipment für den Hobbyfilmer wurde, vor allem aus technischen, praktischen und Kosten-Gründen, nie ganz so populär wie die stummen Geräte. Auf der heimischen Leinwand (wahlweise Perl- oder Silberoberfläche, gelegentlich auch ein weißes Bettlaken) wurde also die Lippen bewegt, ohne das etwas zu hören war, und Autos fuhren vorbei ohne Lärm zu machen. Dafür war vor der Leinwand das begeisterte Kommentieren des Gezeigten und das Lob für den Hobbyregisseur („Du hättest zum Film gehen sollen!“) oftmals um so lauter.

Noch nicht einmal zehn Jahre alt, in der ersten Hälfte der1970er-Jahre, entdeckte ich den verstaubten Projektor und die Schmalfilme meines Vaters. Darunter auch einige sogenannte Kauffilme; das waren in der Regel Ausschnittsfassungen aus kommerziellen Spiel- und Kurzfilmen. In meinem Fall Streifen mit „Dick und Doof“ und Charlie Chaplin. Meiner Schwester war die Idee zu verdanken, dazu mit ihrem Plattenspieler (das tragbare Philips-Modell Typ 423 in blau, heute ein Kultobjekt) „richtig coole“ Musik laufen zu lassen. Philadelphia-Sound und so. Und ja, die Soundkulisse passte recht passabel zum Geschehen, auch wenn mitunter in besonders dramatischen Stellen besonders langsame Musikstellen zu hören waren.

Kennen Sie C3-PO? Schon als Teenager fiel mir die Ähnlichkeit zu Fritz Langs „Maschinenweib“ in seinem fulminanten „Metropolis“ (D 1927), von dem es in Büchern und Zeitschriften immer mal wieder beeindruckende Fotos gab, auf. Wie gerne hätte ich diesen alten Film, der offensichtlich auch noch 50 Jahre nach seiner Entstehung als Inspirationsquelle für einen Kassenmagneten wie „Krieg der Sterne“ diente, gesehen, Als Kauffilm in Super-8 gab es eine Kurzfassung des Streifens, aber das war aus dem Taschengeld nicht so schnell zu finanzieren.

Kennen Sie noch Beta? Es war das Konkurrenz-Videoformat von VHS-Video (das Sie in Zeiten von Bluray und Netflix vielleicht überhaupt mehr kennen möchten). Im Fernsehen lief um 1980 die vom Filmarchiv der DDR rekonstruierte Fassung von „Metropolis“. Und unser Beta-Rekorder schnurrte dabei fleißig vor sich hin. Endlich konnte ich mir den großen Klassiker anschauen, wann immer ich es wollte. Meine Liebe zum Stummfilm war erwacht.

Frank Hoyer ist Herausgeber von www.stummfilm-magazin.de.

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