Camera Obscura aussen HD dff 250 1Zum Beginn der Sommerferiensaison 2022 gibt es eine neue begehbare Attraktion im zweiten Obergeschoss des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum: eine Camera Obscura, in der die Besucher*innen des DFF das – auf dem Kopf stehende Mainufer und die Skyline von Frankfurt am Main in Echtzeit und Farbe betrachten können.

Lange haben die Besucher*innen des DFF diese ungewöhnliche Sicht auf Frankfurts Innenstadt und Bankenviertel nicht erleben können, die schon vor der grundlegenden Überarbeitung der Daueraustellung im Jahr 2010/11 per Camera Obscura zu beobachten war. Jetzt ist sie wieder da und das DFF ist um eine Attraktion reicher.

Wie die Camera Obscura den Weg zur späteren Erfindung des Films bereitete, erfahren Besucher*innen dann im Anschluss beim Besuch der Dauerausstellung. Fallen Lichtstrahlen durch ein kleines Loch in einen dunklen Raum, so erzeugen sie auf der dem Loch gegenüberliegenden Fläche ein farbgetreues, seitenverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Bild des Außenraumes vor dem Loch. Das Phänomen war schon im China des fünften vorchristlichen Jahrhunderts bekannt. Den Nutzen einer Camera Obscura für die schmerzlose, das Auge schonende Betrachtung von Sonnen- und Mondfinsternissen oder Sonnenflecken beschreibt im Jahr 1038 der arabische Gelehrte Ibn Al Haitam. In der italienischen Renaissance findet sich dann in den Aufzeichnungen Leonardo da Vincis eine klare Beschreibung der Funktionsweise der Camera Obscura. Eine Sammellinse, um das Bild schärfer zu machen, benutzt um 1568 erstmals der Venezianer Daniele Barbaro und bemerkt dabei, dass sich das flüchtige Bild auf Papier werfen, abmalen und dadurch festhalten lässt. Auch insofern ist die Camera Obscura ein Vorläufer der fotografischen Kamera.
Textquelle und Bild: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

wanderkino bildnachweis tilo baumgaertelVom 06. bis 10. Juli 2022 finden auf der "Großen Warze" (nähe Sachsenbrücke) im Leipziger Clara-Zetkin-Park wieder die Stummfilmtage mit dem WANDERKINO "Laster der Nacht" statt.

Zu sehen ist ein abwechslungsreiches Programm, das von Charlie-Chaplin-Kurzfilmen wie "Easy Street" (USA 1917) bis zum französischen Avantgardefilm "Ménilmontant" (1925) von Dimitri Kirsanoff reicht. Beginn der Vorstellungen ist um 21.30 Uhr. Live musikalisch begleitet werden die Filme von unterschiedlichen Musiker*innen: Tobias Rank, Sebastian Pank, Alma Gröning, Richard Siedhoff, Lutz Eitel und Anja Kleinmichel. Ticketreservierungen sind möglich unter Telefon: 0179-5441287 und E-Mail: rank (at) wanderkino.de. Der Eintrittspreis beträgt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Interview mit Tobias Rank vom WANDERKINO

Das WANDERKINO ist ein mobiles Kino. Die Projektion erfolgt mit historischer 16mm-Filmtechnik. Ein Oldtimer-Feuerwehrfahrzeug (Magirus Deutz, Baujahr 1969) integriert die gesamte Kino-, Ton- und Lichttechnik, transportiert Bestuhlung und Instrumentarium. Die Filmaufführungen finden in einem nostalgisch inszenierten Rahmen statt – es wird eine Atmosphäre geschaffen, die an die Pionierzeiten des Kinos erinnert. Der "Laster der Nacht" ist seit 1999 unterwegs. Neben alljährlichen Reisen durch ganz Deutschland folgte das WANDERKINO bereits Einladungen nach Frankreich, Slowenien, Polen, Litauen, Weißrussland, Tschechien, Serbien, Rumänien, Moldawien, Spanien, Portugal, Senegal, Schweden, Dänemark, Italien, Österreich, in die Slowakei und in die Schweiz. Mehr Infos unter www.wanderkino.de
Bild: Wanderkino/Tilo Baumgärtel

gruener vorhang 250Vom 07. bis 24. Juli 2022 finden die "Internationalen Stummfilmtage München 2022" statt. Es ist die zweite Ausgabe des Open-Air-Kinos.

Angekündigt sind neben Klassikern wie "Sherlock jr." (USA 1924), "Greed" (USA 1924) und "Der Mann mit der Kamera" (UdSSR 1929) auch eher selten auf der großen Kinoleinwand zu sehende Stummfilmperlen und herausragende Restaurierungen des Filmmuseum München aus den letzten Jahren, wie "Nathan der Weise" (D 1922) und "Wunder der Schöpfung" (D 1925). Die Auswahl der Musiker*innen, darunter Neil Brand, Günter A. Buchwald, Sabrina Zimmermann, Mark Pogolski und Richard Siedhoff, verspricht auch auf akustischer Ebene ein großartiges Kinoerlebnis. mehr

filmrestaurierung 250 04Mit einer Sonderausstellung, die noch bis 04. Juli 2022 zu sehen ist, würdigt die Deutsche Kinemathek das komplexe Handwerk der Filmrestaurierung und beleuchtet die Bemühungen zur Bewahrung des kollektiven Bildgedächtnisses.

Raumgreifende Projektionen vor Werkstattkulissen und interaktive Installationen mit Lupe und Leuchttisch laden die Besucher*innen dazu ein, sich in die investigative Welt der Restaurierungsarbeit zu begeben.

Filmbericht über das Ausstellungsthema in der Arte-Mediathek

Die Ausstellung eröffnet mit der Projektion fast völlig zerstörter Bilder aus dem Stummfilm "Das alte Gesetz" von E. A. Dupont aus dem Jahr 1923. Er erzählt die Geschichte eines jungen jüdischen Mannes, der mit seiner strenggläubigen Familie bricht, um Schauspieler zu werden – und ist ein wichtiges Dokument jüdischen Lebens zwischen Tradition und Assimilation. Der Bereich "Überlieferung" dokumentiert anschließend die durch Vernachlässigung oder Verlust entstandenen Lücken in den Archiven und zeigt, wie aufwendig Restaurator*innen weltweit recherchieren müssen, um noch vorhandenes Filmmaterial aufzufinden. Als prominentestes Beispiel dient hier Fritz Langs Stummfilmklassiker "Metropolis".

anders als die andern edition filmmuseum 250Vor 5 Jahren, am 30. Juni 2017, beschloss der Deutsche Bundestag fraktionsübergreifend und mit deutlicher Mehrheit, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.

Vor etwas über 100 Jahren hätten es sich der österreichische Regisseur Richard Oswald und sein Berater, der deutsche Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld, bei der gemeinsamen Produktion des Aufklärungsfilms Anders als die Andern (D 1919) nicht mal im Traum einfallen lassen, dass Schwule und Lesben einmal gleichberechtigt mit heterosexuellen Menschen Einlass in die Standesämter bekommen könnten. Ein drängenderes, oft existenzbedrohendes Problem stand zu jener Zeit im Vordergrund: die rechtliche Kriminalisierung von Homosexuellen aufgrund des Paragrafen 175.

"Anders als die Andern", das weltweit erste Kinowerk gegen die Diskriminierung von Schwulen, erzählt von einem Erpressungdelikt im Zusammenhang mit dem § 175. In Hauptrollen sind Conrad Veidt, Fritz Schulz und Reinhold Schünzel zu sehen, in einer Nebenrolle die legendäre Anita Berber. Magnus Hirschfeld persönlich mimte einen Experten und forderte die Abschaffung des Paragrafen. Die Veröffentlichung des umstrittenen, in den Medien kontrovers diskutierten Stummfilms war einer der Auslöser, die erst 18 Monate zuvor in der Weimarer Republik abgeschaffte Filmzensur wieder einzuführen.

Von der filmhistorisch bedeutenden Produktion ist nur noch ein Fragment erhalten. Dieses bildete die Grundlage für eine vom Filmmuseum München um 2000 durchgeführte, aufwändige Rekonstruktion des Films, die 2005 als DVD in der Edition Filmmuseum veröffentlicht wurde. Im Frühjahr 2022 wurde eine überarbeitete Neuauflage der DVD als erweiterte Doppel-DVD veröffentlicht. Neben dem durch aktuelle Funde ergänzten Aufklärungsfilm sind darauf nun auch "Gesetze der Liebe" (D 1927) und "Geschlecht in Fesseln" (D 1928) in neuen Restaurierungen zu finden.

Der im Film thematisierte § 175 wurde erst im Juni 1994, 75 Jahre nach der Veröffentlichung von "Anders als die Andern" abgeschafft. Und 105 Jahre später ist mit der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben nun auch eine der wirkungsmächtigsten rechtlichen Diskriminierungen von gleichgeschlechtlich Liebenden gefallen.

Der Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) erklärte nach der Beschlussfassung von "Ehe für Alle": "Das ist ein historischer Tag! Nicht nur für Lesben und Schwule, sondern auch für eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft. Ob man in Deutschland heiraten darf oder nicht entscheidet, zukünftig nicht mehr das Geschlecht, sondern Liebe, Zusammenhalt und das Versprechen, in guten wie in schlechten Zeiten füreinander da zu sein." Dieser Einschätzung hätte Magnus Hirschfeld, der 1935 nach seiner Flucht aus Nazideutschland im Exil in Frankreich starb, bestimmt mit großer Begeisterung beigepflichtet.

Literaturtipp: „Anders als die Andern. Ein Film und seine Geschichte" von James Steakley, Männerschwarm-Verlag, Hamburg 2007
Foto: Edition Filmmuseum

dff 250Beim Festival "Il Cinema Ritrovato" in Bologna, das vom 25. Juni bis 03. Juli 2022 stattfindet, werden auch vier Filme gezeigt, die vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum im Zuge des Förderprogramm Filmerbe digitalisiert wurden.

Darunter befinden sich die Silhouetten-Animationsfilme "Aschenputtel" (D 1922/23) und "Dornrösschen" (D 1923) von Lotte Reiniger. Ebenfalls zur Aufführung kommen "Der arme Sünder" (D 1931) von Fritz Kortner und "Der Verlorene" (D 1951) von Peter Lorre.

Das Filmarchiv des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum hat rund 30.000 Filmkopien in seinem Bestand, davon liegen nur wenige Hundert bereits digital vor. Die analogen Filmkopien, die unter konservatorisch sinnvollen Bedingungen lagern, können noch Hunderte von Jahren erhalten werden. Allerdings sind sie in der digitalen Welt nicht sichtbar und damit für eine breite Öffentlichkeit nicht zugänglich. Um das deutsche Filmerbe wieder verfügbar zu machen, müssen daher analoge Filmmaterialien retrospektiv digitalisiert werden.

Seit 2012 förderten die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Filmförderungsanstalt (FFA) in jeweils eigenen Förderlinien die Digitalisierung des analogen deutschen Filmerbes. Seit 2019 folgte ein gemeinsames Förderprogramm von Bund, Ländern und FFA, das „Förderprogramm Filmerbe“, das mit bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr für eine Laufzeit von zunächst zehn Jahren ausgestattet ist. Das DFF hat seit 2013 mehr als 350 Lang- und Kurzfilme hochauflösend digitalisiert und scannt seit 2019 mit Mitteln aus dem Förderprogramm Filmerbe pro Jahr mehr als 40 Titel. Alle vom DFF digitalisierten Filme können über den DFF-Verleih bezogen werden. Das jährliche Kostenvolumen der Digitalisierung beträgt rund 1,5 Millionen Euro.
Textquelle: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum; Foto: Stummfilm Magazin

roter vorhang 10 250Am 02. Juli 2017 nahm das Tonfilm-Theater Münsingen wieder seinen Betrieb auf, nachdem es 50 Jahre geschlossen war.

Das Programmkino zeigt seitdem – neben berühmten Filmklassikern und TV-Kultserien – immer wieder Stummfilme mit live Musikbegleitung, so auch bei seinem Jubiläumsfest am Samstag, den 02. Juli 2022: Um 18:00 Uhr sind die zwei Kurzfilme "Am Rande der Kreissäge" und "Das unfertige Fertighaus" mit Stan Laurel und Oliver Hardy auf der Leinwand zu sehen. Dazu spielt am Klavier der Musiker Manfred Aeugle. Mehr Infos zum Jubiläumsprogramm findet man hier.

Übrigens: Die Macher*innen des Tonfilm-Theater Münsingen wurden 2021 vom Land Baden-Württemberg und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH für ihr Jahresprogramm 2020 ausgezeichnet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmklappe blau 250 orange ohne soundDer amerikanische Schauspieler Elmo Lincoln starb am 27. Juni 1952 in Los Angeles.

Berühmtheit erlangte er als erster Filmdarsteller von Edgar Rice Burroughs Romanfigur Tarzan, die er in der Stummfilmära in drei amerikanischen Produktionen spielte: Tarzan of the Apes (1918), Romance of Tarzan (1918) und Adventure of Tarzan (1921). An diesen Erfolg konnte er in seiner weiteren Schauspielkarriere nicht mehr anschließen. Vor seinem Einsatz als Dschungelheld war er schon in verschiedenen Filmen von D. W. Griffith in Nebenrollen zu sehen. Er wurde als Otto Elmo Linkenhelt am 06. Februar 1889 in Rochester (US-Bundesstaat Indiana) geboren. mehr
Foto: Stummfilm Magazin/Frank Hoyer

filmstreifen 08 250 buntAm Dienstag, den 28. Juni 2022, ist um 20:00 Uhr im Berliner Arsenal Kino "Zuflucht" mit live Musikbegleitung zu sehen.

Carl Froelichs an vielen Originalschauplätzen von Berlin gedrehtes Melodram kam 1928 in die Kinos. In den Hauptrollen sind Henny Porten, eine der beliebtesten Darsteller*innen der Stummfilmzeit in Deutschland, und Franz Lederer in seinem ersten Film zu sehen. Am Flügel spielt Eunice Martins. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

dff 250Wie kamen die Bilder schon vor der Erfindung des Kinos in Bewegung?

Thomas Worschech, Leiter des Filmarchivs beim DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, wirft in einem Podcast einen Blick in die Dauerausstellung des Deutschen Filmmuseums und stellt die Laterna Magica vor: die Zauberlaterne, mit der Rezitator*innen seit dem 17. Jahrhundert Geschichten erzählten. In einem weiteren Podcast wird dann erläutert, wie sich engagierte Erfinder im 19. Jahrhundert über neuartige Apparaturen wie das Kinetoskop oder den Anschütz-Schnellseher an das Kino heranpirschten, das mit der ersten Vorführung der Brüder Lumière am 28. Dezember 1895 in Paris seinen öffentlichen Urknall erlebte. mehr
Textquelle: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum; Foto: Stummfilm Magazin

filmmuseum klagenfurt 250 2022Seit 2007 besteht am Lendkanal in Klagenfurt ein Kinomuseum, das sich der Geschichte des Films und des Kinos verschrieben hat. Einen Fokus wird dabei auf die Entwicklung des Mediums in Kärnten, insbesondere in Klagenfurt, gerichtet. Die erste Kinovorstellung in Klagenfurt fand 1896 statt.

In mehr als 125 Jahren Kinogeschichte hat sich viel verändert. In zahlreichen Sonderausstellungen haben die Museumsmacher*innen an besondere Ereignisse erinnert: die Anfänge der Kinematographie, das erste ständige Kino in Klagenfurt, die Geschichte des Amateurfilms und vieles mehr. Das Museum hat sich in den vergangenen 15 Jahren weiterentwickelt und viele Exponate, vom 400 Kilo schweren Kinoprojektor bis zur kleinen Super-8-Kamera, geschenkt bekommen.

Die Jubiläumsausstellung "15 Jahre Kinomuseum" lässt nochmals die Geschichte des Museums Revue passieren. Zu den Höhepunkten gehören die Kassa von Prechtls Wanderkino aus dem frühen 20. Jahrhundert und der älteste jemals in Klagenfurt gedrehte Film aus dem Jahre 1911 mit Kaiser Karl I. Die Entstehungsgeschichte aller Klagenfurter Kinos wird genauso gezeigt, wie ein Blick auf die internationalen Filmproduktionen, die hier entstanden sind. Dem Amateurfilm ist ein eigener Raum gewidmet, der die Geschichte des Schmalfilms bis in die 1920er Jahre zurückverfolgt. Eine Ernemann VIIIb, ein funktionstüchtiger Kinoprojektor aus den 1950er Jahren, erinnert an die vielen Kinos, die es einst in Kärnten gab.

Zum Jubiläum wurde die Ausstellung um weitere Großexponate erweitert: Die Geschichte der Kinoprojektoren beginnt nun mit dem „Ernemann Imperator“ aus den 1910er Jahren, zeigt einen ersten Tonfilmprojektor aus den 1930er Jahren und geht bis in die frühen 2010er Jahre, wo eine "Ernemann 15" aus dem "Volkskino" zu sehen ist, einer der letzten analogen Projektoren. Das Kinomuseum am Lendkanal in der Wilsonstraße 37 ist vom 02.Juli bis 28.August 2022 jeweils samstags und sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Internetseite Facebook
Textquelle und Bild: Kinomuseum Klagenfurt

filmmuseum duesseldorf 250 1In der Black Box, dem Kino des Filmmuseum Düsseldorf, sind am Samstag, den 25. Juni 2022, "Straight Shooting" (USA 1917) und "Hell Bent" (USA 1918) mit Livemusik zu erleben.

Die ersten Langfilme John Fords galten lange Zeit als verschollen, bis Kopien dieser beiden Filme im tschechischen Filmarchiv aufgefunden wurden. Damit sind sie heute zwei der wenigen noch erhaltenen Stummfilme des Regisseurs.

Wie Fords Arbeiten zuvor, sollte auch "Straight Shooting" eigentlich ein Kurzfilm werden, ließ sich jedoch mithilfe einer Lüge um angeblich zerstörtes und neu zu drehendes Filmmaterial auf Spielfilmlänge erweitern. Gleichzeitig führt der Film eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem frühen Western-Held Harry Carey fort, mit dem Ford noch 21 weitere Filme drehen sollte. Carey ist in der Rolle des Outlaw Cheyenne Harry zu sehen, der von Ranchern dazu angeheuert wird, eine ansässige Farmersfamilie zu vertreiben. Das Abdrehen der Wasserzufuhr ist dabei noch eine relativ harmlose Strategie und als Harry Zeuge eines Mordes wird, schlägt er sich auf die andere Seite.

der mann der lacht wicked vision cover e 250"Der Mann, der lacht" (1928), eine amerikanische Produktion des deutschen Regisseurs und Ausstatters Paul Leni, zählt zu den beeindruckensten expressionistischen Melodramen der Stummfilmzeit und hinterlässt bis heute Spuren im Horrorfilm-Genre und in der Popkultur.

Mit einer Collector’s Edition legt das Label Wicked Vision nun eine rekonstruierte deutsche Bildfassung des Stummfilms vor. Veröffentlichungstermin ist der 27. Juni 2022. Bereits am Samstag, den 25. Juni 2022, um 12:00 Uhr gibt es eine Vorführung dieser Version im Schauburg Filmpalast Gelsenkirchen. Vor Ort mit dabei ist der Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger.

Da alle Kopien der deutschen Kinoversion in der NS-Zeit vernichtet wurden, gab es bisher keine Möglichkeit, die aufwändige Universal-Produktion mit deutschen Texttafeln zu zeigen. Die Collector’s Edition (2 Blu-rays und 2 DVDs) schafft hier Abhilfe und lässt dabei keine Wünsche offen: Die 4K-Restaurierung der ungekürzten Originalfassung lässt das Bild in brillianter Qualität erstrahlen. Die Version mit den deutschen Texttafeln wirkt beeindruckend homogen und ahmt die englischen Originalelemente stilecht nach. Als Musikbegleitung ist eine Komposition und Aufnahme des Berklee Silent Film Orchestra von 2018 in unkomprimiertem Stereoton zu hören. Zudem sind ein 24-seitiges Booklet mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach, die Dokumentation "Die Geburt der Universal Monster aus dem Geiste des Melodrams" mit Prof. Stiglegger und einige Extras mehr enthalten. zum Wicked-Onlineshop 
Textmaterial und Bilder: Wicked Vision Distribution GmbH

Edson Cordeiro 250Am 24. Juni 2022 ist im Kolosseum Lübeck "Anders als die Andern" (D 1919) mit Livemusik und Liederprogramm zu erleben.

Das Orchester spielt unter der Leitung von Maximilian Busch. Im Anschluss an den Film wird der bekannte Countertenor Edson Cordeiro Lieder der 1920er-Jahre singen. Cordeiro blickt auf eine über 25-jährige internationale Karriere zurück. In seiner Heimat Brasilien ist er einer der beliebtesten Interpreten. Er tritt in renommierten Konzertsälen Europas auf und hat bereits mehrere goldene CDs erhalten.

Programmauszug bei YouTube

Der berühmte Sitten- und Aufklärungsfilm "Anders als die Andern", das weltweit erste Kinowerk gegen die Diskriminierung von Schwulen, erzählt von einem Erpressungdelikt im Zusammenhang mit dem § 175. In Hauptrollen sind Conrad Veidt, Fritz Schulz und Reinhold Schünzel zu sehen, in einer Nebenrolle die legendäre Anita Berber. Der seinerzeit international renommierte Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld mimte einen Experten und forderte die Abschaffung des Paragrafen. Die Veröffentlichung des an den Kinokassen erfolgreichen, aber umstrittenen Films war einer der Auslöser, die erst 18 Monate zuvor abgeschaffte Filmzensur in der Weimarer Republik wieder einzuführen. Der im Film thematisierte § 175 wurde erst im Juni 1994 abgeschafft, 75 Jahre nach der Veröffentlichung des Skandalfilms. mehr
Foto: Veranstalter

nos 100 2 250Friedrich Wilhelm Murnaus Vampirklassiker "Nosferatu – eine Symphonie des Grauens" wurde 1922 uraufgehührt und begeht nun sein hundertjähriges Leinwanddebüt. Und: Bram Stokers Vampirfigur Dracula hat in 2022 seinen 125. Geburtstag.

In Konstanz wird es im Sommer 2022 damit schaurig. Das Theater Konstanz zeigt vom 18. Juni bis 23. Juli 2022 mit dem Stück "Nosferatu" beim Münsterplatz Open Air eine Schauermär für lebendes Ensemble und Blaskapelle in vierzehn, teilweise schrecklichen Bildern von Stephan Teuwissen.

Flankiert wird das Stück von interaktiven Grusel-Rallyes durch Konstanz zu vierzehn Themen rund um die spannende Welt des Vampirismus, die in Kooperation mit der Universität Konstanz von Studierenden konzipiert und produziert wurden. Zum Spielen der Ralleys wird die App "Action Bound" benötigt. Es ist keine Registrierung erforderlich und die App kann im Anschluss wieder gelöscht werden. mehr

"Nosferatu" zählt zu den großen Klassikern des Weimarer Kinos und gehört heute zu den meistgezeigten Stummfilmen. Die Darstellung von Max Schreck als grotesk-dämonischer Vampir ist eine Ikone des Horrorfilms und vielzitiert in der Populärkultur. Ein ausführliches Special zum "Nosferatu"-Jubliläum findet man hier.
Textquelle: Theater Konstanz; Bild: Stummfilm Magazin

Berlin

der mann der lacht wicked vision cover a 250

24. bis 26. August 2022: Die UFA Filmnächte finden in diesem Jahr zum 12. Mal statt. mehr

Potsdam

asta nielsen stern 250

Vor 50 Jahren starb Asta Nielsen. Aus diesem Anlass führt das Filmmuseum Potsdam im Herbst 2022 eine Retrospektive durch. mehr

Spendenaktion

filmspule 250 4

Das bedeutende ukrainische Filmarchiv Dovzhenko Centre in Kiew ist in seiner Existenz bedroht. Spenden zur Unterstützung sind möglich unter https://gofund.me/a6d1f28d

Jubiläum

deutscher stummfilmpreis auszeichnung 1 250

Ein "unsterblicher" Horrorfilm ist 100. mehr