filmstreifen bunt15 250Der Werbefilmer und Filmproduzent Julius Pinschewer starb am 16. April 1961 in Bern. Er wurde am 15. September 1883 in Hohensalza/Inowroclaw (Polen) geboren.

Pinschewer gilt als Pionier des deutschen Werbefilms. Er dominierte zur Stummfilmzeit nicht nur die Produktion, sondern auch die Vorführung von Werbefilmen in den deutschen Kinos. Viele seiner Produktionen sind Klassiker der filmischen Werbung und bestechen auch heute noch durch aufwändige Tricktechnik und unterhaltsame Dramaturgie. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

arte logo 250Am 19. April 2021 wird um 23:35 Uhr auf Arte der Dokumentarfilm "Chicago – Weltstadt in Flegeljahren" (1931) in einer aktuell restaurierten Fassung und mit neuer Musikbegleitung von Andy Miles gezeigt. Ergänzend ist das Werk für kurze Zeit als Stream abrufbar.

Der Film steht in der Tradition von Städtefilme wie Alberto Cavalcantis Paris-Film "Rien que les heures" (1926), Walter Ruttmanns "Berlin, die Sinfonie der Großstadt" (1927) oder Michail Kaufmans "Moskau" (1927). Im Spannungsfeld zwischen Avantgarde und Kulturfilm behauptet sich Heinrich Hausers filmisches Porträt von Chicago als eigenständiges Werk; es ist keine impressionistische Studie, kein experimentelles Städtepoem, weder touristischer Werbefilm noch dozierender Kulturfilm, sondern vielmehr eine persönliche, sachliche und nüchterne Beschreibung der zweitgrößten amerikanischen Stadt.

"Chicago" auf Arte: Interview mit Franziska Schonger und Dr. Rolf Giesen

chicago bluray absolut medien cover 250Der Deutsche Heinrich Hauser, 1901 laut Geburtsschein in Preußen geboren, drehte in Chicago lange, bevor es Hollywood tat. Sein Film kommt ohne Stars aus: keine impressionistische Studie, kein experimentelles Städtepoem, kein touristischer Reisefilm, keine gestellten Aufnahmen, schon gar nicht einer der gängigen Kulturfilme. Die Stadt selbst und die Menschen, die sie bevölkern, stehen im Zentrum.

Hauser war der Neuen Sachlichkeit verpflichtet – und sich selbst. Zu keiner Zeit versucht er in seinem Film das städtische Geschehen seinen eigenen Prinzipien unterzuordnen. Eher lässt er sich mitnehmen von dem, was ihm ins Auge fällt. So entstand ein bedeutendes, zu Unrecht in Vergessenheit geratenes und erst nach vielen Jahrzehnten wiederentdecktes Filmwerk.

Seit Herbst 2020 ist "Chicago – Weltstadt in Flegeljahren" bei absolut Medien als Blu-ray und DVD mit der neuen Musikfassung von Andy Miles, eingespielt vom WDR Funkhausorchester, erhältlich. Als zweiter Soundrack findet sich eine von Wilfried Reichardt und Hans-Ulrich Werner eingerichtete Tonfassung mit Passagen aus Hausers Chicago-Buch mit nachempfundener Soundkulisse. mehr
Textquelle: absolut Medien GmbH; Bilder: Arte TV, absolut Medien GmbH (Blu-ray-Cover)

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 12. April 1921 wurde "Die Bergkatze" im Berliner Ufa-Palast am Zoo uraufgeführt.

"Wenn man "Die Bergkatze" heute sieht, hat man den Eindruck, dass Ernst Lubitsch nach dem großen nationalen und internationalen Erfolg seiner Filme wie "Carmen" und "Madame Dubarry" völlige gestalterische Freiheit hatte. "Die Bergkatze" bricht fröhlich mit allen Konventionen des Erzählfilms und nutzt stattdessen Elemente der Operette und des Bühnenkabaretts, vor allem die hemmungslose Überzeichnung", so Autor Arndt Pawelczik in seinem Beitrag für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik. Hier geht es zur ganzen Filmbesprechung.

100 jahre stummfilm klassiker logo 250Am 07. April 1921 wurde "Schloß Vogelöd" im Mamorhaus in Berlin uraufgeführt.

In den letzten Jahren sind viele bekannte deutsche Stummfilme neu restauriert worden und liegen heute in Versionen vor, die der Uraufführungskopie in Vollständigkeit und Bildqualität zumindest nahe kommen. Das trifft auch auf "Schloss Vogelöd" zu. Jahrzehntelang war Friedrich Wilhelm Murnaus zehnter Film nur in verwaschenen, kontrastarmen Kopien zu sehen gewesen, was eine kritische Einordnung erschwerte. In der restaurierten Fassung kommen die Qualitäten des Films endlich besser zur Geltung.

Autor Arndt Pawelczik stellt für die Stummfilm Magazin-Initiative 100 Jahre Stummfilm-Klassiker der Weimarer Republik den Film vor. Hier geht es zur Filmbesprechung.

filmspule 250 3Von April bis Juni 2021 bietet das nationale tschechische Filmarchiv (Národní filmový archiv – NFA) im Rahmen der von der Association des Cinémathèques Européennes (ACE) durchgeführten Aktion A Season of Classic Films kostenlosen Online-Zugang zu sieben Stummfilmen.

Gezeigt werden unter anderem einige der ersten Filme aus tschechischer Produktion. Nach mehreren Streams sind Live-Diskussionen vorgesehen. Präsentiert werden die Filme mit zeitgenössichen Musikbegleitungen.

Die Reihe startet am Donnerstag, den 8. April 2021, um 17:00 Uhr mit Karel Lamačs "Bílý ráj" ("White Paradise", 1924), begleitet von einem Soundtrack des Musikers Tomáš Vtípil. Das ganze Programm findet man auf der Seite der Association des Cinémathèques Européennes.
Foto: Stummfilm Magazin

kamera zeichnung 4 250Das Label Wicked Vision Distribution hat eine deutsche Blu-ray-Veröffentlichung von Paul Lenis "The Man Who Laughs" (USA 1928) für Sommer 2021 angekündigt (Trailer auf YouTube).

Stummfilm Magazin hat sich mit dem Mainzer Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger über den Stummfilm und dessen anstehende Blu-ray-Veröffentlichung unterhalten:

"Leni baute oft auf Gothic-Atmosphäre (...). Und da Chaney ausfiel, besann sich Laemmle auf den deutschen Schauspieler Conard Veidt, der nach Hollywood strebte. Veidt fügte sich der Qual einer täglichen Maske und schuf eine ikonische Darstellung. Der Film wurde eher limitiert in Großstädten gestartet, erst in den USA, dann weltweit. Er verzeichnete zunächst eine mittelmäßige Rezeption und wurde erst bei seiner Wiederentdeckung Ende der 1960er Jahre positiver wahrgenommen. Als er 2003 endlich restauriert auf DVD erschien, galt er endgültig als ein vergessener Klassiker." zum ganzen Interview
Foto: Sebastian Kiener

dff 250

"Erste Fachzeitschrift für die gesamte Lichtbild-Kunst", wie Der Kinematograph im Untertitel hieß, erschien von 1907 bis 1935 und richtete sich an alle in der Kino- und Filmbranche Tätigen.

Debora Classen vom Zeitschriften- und Textarchiv des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum nimmt im Gespräch mit Naima Wagner (DFF) die erste Ausgabe des Kinematograph unter die Lupe: Worüber wurde geschrieben, welche Anzeigen waren darin zu finden? Sie spricht über den großen Filmzeitschriftenmarkt in dieser Zeit und erläutert, was historische Filmzeitschriften uns heute über die damalige Kino- und Filmkultur erzählen können. zum Podcast
Textquelle: DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum; Foto: Stummfilm Magazin

ulrich und hubert schonger fotonachweis schongerfilm 250Am 19. April 2021 ist um 23:35 Uhr bei ARTE TV Heinrich Hausers "Chicago"-Film in einer frisch restaurierten Fassung und mit einer neuen Musikbegleitung des Musikers Andy Miles als Erstausstrahlung zu erleben.

Stummfilm Magazin sprach mit Franziska Schonger, Enkelin von Hubert Schonger und Geschäftsführerin von Schongerfilm, und dem Filmhistoriker und -publizisten Dr. Rolf Giesen über "Chicago" und die Freundschaft zwischen Heinrich Hauser und Hubert Schonger.

Zum Interview

"Städte als Stars – das war die Idee der avantgardistischen Filmemacher der 1920er Jahre. Erinnert sei an "Berlin – Die Sinfonie der Großstadt", in gewisser Weise auch an "Menschen am Sonntag". Das Porträt der Stadt Chicago, das Hauser gezeichnet hat, steht in der Tradition dieser Filme und ist doch ein ganz eigenständiges Werk: keine impressionistische Studie, kein experimentelles Städtepoem, kein touristischer Reisefilm, keine gestellten Aufnahmen, schon gar nicht einer der gängigen Kulturfilme.", so Dr. Rolf Giesen im Gespräch.
Das Bild zeigt
Hubert Schonger (rechts) mit seinem Sohn Ulrich; Bildnachweis: privat

heimkino 250Die verschobene Wiederöffnung von Kinos und Filmmuseen nimmt das Label absolut Medien zum Anlass, in der Osterzeit 2021 täglich wechselnde Stummfilm-Klassiker als kostenlosen Stream zu präsentieren.

Das Angebot umfasst einen bunten Strauß unterschiedlicher Genrés, vom amerikanischen Spielfilmdrama "True Heart Susie" (USA 1919) über Lotte Reinigers unnachahmlichen Silhouettenfilm "Die Abenteuer des Prinzen Achmed" (D 1926) bis zur russischen Avantgarde-Dokumentation "Der Mann mit der Kamera" (UdSSR 1929). Das Programm in der Übersicht:

Sonntag 28.03.2021: Die Abenteuer des Prinzen Achmed (D 1926)
Montag, 29.03.2021: Der komische Kintopp (D ca. 1920)
Dienstag, 30.03.2021: Die Stadt der Millionen (D 1925)
Mittwoch, 31.03.2021: Der Mann mit der Kamera (UdSSR 1929)
Donnerstag, 01.04.2021: Das Blumenwunder (D 1926)
Freitag, 02.04.2021: True Heart Susie (USA 1919)
Samstag, 03.04.2021: Das alte Gesetz (D 1923)
Sonntag, 04.04.2021: Nanuk, der Eskimo (USA 1922)
Montag, 05.04.2021: Das Wachsfigurenkabinett (D 1924)

Streaming-Plattform für das Angebot ist Vimeo. Die Mehrzahl der Filme wird in digitalisierter Fassung und mit neu eingespielter und/oder erstellter Musik online zur Verfügung gestellt und ist vor und nach dem Gratisangebot auch gegen Gebühr abrufbar. mehr
Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen 08 250 buntVom 25. bis 28. März 2021 ist auf dem Vimeo-Channel des Filmmuseums München der deutsche Stummfilm Die elf Teufel aus dem Jahr 1927 zu sehen.

Der erste deutsche "Fußballfilm" wartet mit einer Riege renommierter Darsteller*innen auf, darunter Gustav Fröhlich, Evelyn Holt und Willy Forst. Regie führte Zoltán Korda. Gezeigt wird eine Restaurierung des Filmmuseums München mit einer eingespielten Klaviermusik von Joachim Bärenz. Hier geht es zum Vimeo-Channel: https://vimeo.com/filmmuseummuenchen
Bild: Stummfilm Magazin

filmspule bunt 250 1Aktuelle und interessante Veröffentlichungen rund um das Thema "Früher Film" gibt es im Netz zu entdecken. Hier eine frische Auswahl. Viel Spaß beim Lesen!

♦ Über die Entstehung des deutschen Monumentalfilms "Helena" (1923) berichtet Filmhistoriker Friedemann Beyer für den Radiosender Bayern 2 in einem ausführlichen Audiofeature. Auch BR 24 stellt den Film vor.

♦ 125 Jahre Kino in Österreich: Die Wiener Zeitung würdigt das Jubiläum. mehr

♦ zentralpus schreibt über das 100-jährige Jubiläum des ältesten Lichtspielhauses der Stadt Luzern, dem Kino "Moderne". mehr

♦ Die Internetseite njuuz erinnert an die Erfindung des Lichttonverfahrens vor hundert Jahren. mehr

♦ Das Museum der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles soll im September 2021 eröffnet werden. Die Frankfurter Rundschau berichtet. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

filmspuele lila 250Am 20. März 1896 fand in der Wiener Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie und Reproduktionsverfahren die erste bekannte öffentliche Kinovorführung in Österreich mit dem Kinematographen der Brüder Lumière vor einem geladenen Publikum statt.

Ab 27. März 1896 wurden in Wien dann tägliche Filmvorstellungen im Mezzanin des Hauses Kärntnerstraße 45/Ecke Krugerstraße 2 gezeigt. Die Eintrittsgebühr betrug 50 Kreuzer. Mehr zur österreichischen Filmgeschichte hier

Onlinetipp zum Jubiläum: Das Filmarchiv Austria blickt vom 18. März bis 21. April 2021 mit einem wöchentlich wechselnden digitalen Heimkino-Programm sowie dem Digitorial "125 Jahre Kino" auf die ersten Filmjahre zurück. mehr
Textquelle: Filmarchiv Austria; Foto: Stummfilm Magazin

stephan graf von bothmer 250 2 birgit meixnerDer Stummfilmmusiker Stephan Graf von Bothmer vertont in einem Livestream am Freitag, den 19. März 2021, ab 19:30 Uhr drei amerikanische Comedy-Klassiker.

Zu sehen sind Sherlock, Jr. (USA 1924), The Play House (USA 1921) und One Week (USA 1920). Die Veranstalter, die den Stream kostenfrei zur Verfügung stellen, freuen sich über Spenden. Das Spendenkonto, den Streamlink und weitere Infos zum Event gibt es unter www.kulturkirche.de.
Foto: Birgit Meisner

filmstreifen 01 250Die Ausstellung "Rembrandts Orient" im Museum Barberini in Potsdam untersucht, wie die Maler des niederländischen Goldenen Zeitalters auf Einflüsse des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens reagierten.

Die Kunstwerke Rembrandts und seiner Zeitgenoss*innen sind Zeugnisse der ersten Globalisierung, die in der Malerei zu neuartigen Historienszenen, Portraits und Stillleben inspiriert hat. Die west-östliche Begegnung fand nicht auf Augenhöhe statt, zu einem auf Gleichwertigkeit beruhenden Austausch kam es nicht. Das Fremde war vor allem reizvoller Kontrast zum Eigenen. Turban und Teppich, Säbel und Seidenrock: Die stereotypisierende Motivik der Kunstgeschichte lebt im 20. Jahrhundert u.a. im Hollywood-Film fort und prägt teilweise bis heute die Wahrnehmung östlicher Kultur. Eine Auswahl von Spiel- und Dokumentarfilmen im virtuellen Kino des Filmmuseums Potsdam – so wie die Ausstellung im Museum Barberini – lädt dazu ein, den heute weiterhin andauernden Eurozentrismus zu hinterfragen.

So ist vom 01. bis 30. April 2021 der Stummfilm "Sohn des Scheichs" ("The Son of the Sheik", Regie George Fitzmaurice, USA 1926, englische Zwischentitel) zu sehen. Konventionell, aber nicht ohne ironischen Unterton erzählt, wartet das abenteuerliche Drama mit spannenden Intrigen, einer guten Portion Romantik, furiosen Kampfszenen und Verfolgungsjagden durch die Wüste auf. Mithilfe der Split-Screen-Technik konnte Rudolph Valentino den Scheich und dessen Sohn spielen – seine letzten Rollen. Denn bevor die schließlich kommerziell erfolgreiche Produktion in die Kinos kam, starb Valentino 31-jährig während einer Promotiontour. Zum Streamingangebot "Kino2online" 
Textquelle: Filmmuseum Potsdam; Bild: Stummfilm Magazin

filmstreifen 06 250Der französische Regisseur und Schriftsteller René Clair starb am 15. März 1981 in Neuilly-sur-Seine (Frankreich). Er wurde am 11. November 1898 in Paris als René Lucien Chomette geboren.

In der Stummfilmzeit drehte er in Frankreich Entr’acte (1924), "Le Fantôme du Moulin-Rouge" (1924), Paris qui dort (1925), Le Voyage imaginaire (1925), "La Proie du vent" (1926), Der Florentiner Hut (Un Chapeau de paille d’Italie, 1927), "La Tour" (1928) und Die beiden Schüchternen ("Les Deux timides", 1928). Clair inszenierte zeitweise auch in Hollywood (unter anderem Mein Frau, die Hexe, 1942). Er war ein bedeutender Vertreter der Nouvelle Vague. mehr
Foto: Stummfilm Magazin

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